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Arbeitsklima-IndexViele Ältere glauben nicht, dass sie es bis zur Pension schaffen

Vor allem in der Pflege, am Bau und in der Reinigung haben Beschäftigte Zweifel, bis zur Pensionierung mit 60 bzw. 65 durchhalten zu können, besagt der jüngste Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer. Sie fordert altersgemäße Arbeitszeitmodelle, um die Belastung zu reduzieren.

Schwerarbeit bis 65?
Schwerarbeit bis 65? © APA/Georg Hochmuth
 

Mit zunehmendem Alter verlieren die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Österreich den Glauben daran, bis zur Pension durchzuhalten. Vor allem Beschäftigte in der Pflege, am Bau und Reinigungskräfte haben Zweifel, ihren Beruf bis 60 bzw. 65 ausüben zu können. Das zeigt eine Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich. Verantwortlich dafür seien auch die Arbeitgeber. „Viele achten zu wenig auf altersgerechte Arbeitsplätze, missachten damit den unbezahlbaren Erfahrungsschatz älterer Beschäftigter und machen es ihnen unnötig schwer, gesund bis zur Pension durchzuhalten“, erklärt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Frauen zweifeln mehr

Rund die Hälfte der Beschäftigten zwischen 36 und 55 Jahren glaubt nicht daran, bis zur Pension durchzuhalten – Frauen noch weniger als Männer. Bei den Beschäftigten über 56 zweifeln „nur“ 44 Prozent, ob sie durchhalten: Sie haben nicht mehr so lange bis zur Pension und können sich daher eher vorstellen, die verbleibende Zeit im Erwerbsleben zu überstehen.

Der Arbeitsklimaindex

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 23 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Beschäftigten. Zu diesem Zweck werden jährlich rund 4.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen persönlich befragt. Das macht ihn zu einem international anerkannten sozialwissenschaftlichen Instrument. Alle Infos zum Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

Knapp drei Viertel der Beschäftigten in der Altenpflege und sechs von zehn Pflegekräften in der medizinischen Betreuung halten es für nicht wahrscheinlich, dass sie ihren Job auch noch mit 60 bzw. 65 Jahren ausüben können. Wenig zuversichtlich sind auch knapp zwei Drittel der Reinigungskräfte und der Arbeiter am Bau und im Baunebengewerbe sowie sechs von zehn Fabriksarbeitern.

Belastung "auf Dauer zu hoch"

Ihnen allen sei gemeinsam, dass die Arbeitsbelastungen auf Dauer zu hoch sind: Ältere spüren ähnlichen Zeitdruck und Arbeitsdruck wie Jüngere, kommen seltener in den Genuss einer Gleitzeitregelung, müssen immer noch Schichtarbeit und Nachtdienste leisten. Deutlich benachteiligt seien Ältere bei der beruflichen Weiterbildung: Während ein Drittel der Unter-55-Jährigen in den vergangenen zwölf Monaten zumindest eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch nehmen konnte, war es bei den 55- bis 64-Jährigen nur ein Fünftel.

All das habe Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – nämlich schon ab 45 Jahren, so die Arbeiterkammer. Arbeitnehmer ab diesem Alter, die nicht durch Zeitdruck oder ständigen Arbeitsdruck belastet sind, glauben zu rund 55 Prozent, dass sie es bis zur Pension schaffen. Bei jenen, die hingegen Zeit- oder Arbeitsdruck verspüren, sind es um 14 Prozentpunkte weniger. Sieben von zehn Menschen mit einer Gleitzeitvereinbarung glauben, bis 65 arbeiten zu können. Bei Beschäftigten, die Schichtarbeit oder Nachtdienste leisten müssen, sind es hingegen nur vier von zehn.

AK fordert Flexibilität

Die Ergebnisse des Arbeitsklima Index würden zeigen, dass das Konzept vom altersgerechten Arbeiten in Österreich noch nicht sehr weit verbreitet ist. Aber gerade die größer werdende Gruppe der Beschäftigten zwischen 55 und 64 Jahren steht vor der Herausforderung, die eigene Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten, um bis zum Regelpensionsalter im Arbeitsleben durchhalten zu können. „Unternehmen müssen daher verstärkt darauf achten, dass die Arbeitsplätze so gestaltet sind, dass ältere Beschäftigte gesund bis zur Pension durchhalten können“, fordert Kalliauer. „Ältere brauchen flexible Arbeitszeitmodelle, weniger Schicht- und Nachtarbeit, mehr Gestaltungsspielräume, weniger Zeitdruck und weniger körperliche Belastungen.“

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Danke für Ihr Verständnis.

AntonHansen
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Dienstreisen

Es wird viel vom Hakeln, usw. gesprochen. Diejenigen, die in der Economy Class nach Asien, Südamerika, Nordamerika, usw. düsen leiden ebenso viel. Beispiel: Letze Woche; um 5 Uhr (wie üblich) in Graz auf. 01:05 in Helsinki am nächsten Tag angekommen. Im Hotelbett um 02:00. Am nächsten morgen um 07:00...und dann Kundenverhandlung und gegen Mitternacht wieder nach Hause. Dann würde ich lieber Hakeln....

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erstdenkendannsprechen
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ja, ich sag mal so:

sie nehmen das in kauf, weil sie das geschätzt drei- bis vierfache eines zb. bauarbeiters verdienen (und bauarbeiter verdienen überdurchschnittlich, sei auch einmal gesagt). würden sie dasselbe verdienen, würden sie es nicht machen.
und es macht etwas aus, ob man dann später - oder jetzt schon - mehr oder weniger geld zur verfügung hat.

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brosinor
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ich schätze mal

.....Sie verdienen mehr als ein Hakler.

Sie müssen/sollen/können/dürfen sich entscheiden.

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lapinkultaIII
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Liebe Wirtschaft,

die Zeit der BabyBoomer ist vorbei und dadurch werden auch die Arbeitskräfte weniger. Es wird an der Zeit, dass ihr die Arbeiter anständig behandelt. Sonst habt ihr sehr bald niemanden mehr, der für euch tätig ist.

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Balrog206
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Ich weiß net

Warum ihr immer die paar % AG auf die das zutrifft verallgemeinert ? Man sagt ja auch net alle AN sind Owezahrer !

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Butterkeks
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...

Die Frage ist eher, ob die mit dem Alter überhaupt noch einen Job haben werden oder schon längst durch jüngere, billigere ersetzt wurden.

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brosinor
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Angst

Aus Angst vor dem Verlust der Arbeit lassen sich Werktätige alles gefallen, jeden Druck, jeden Stress, jede Bevormundung, jedes Mobbing und jede subtile Quälerei.
Ich habe auch einmal meinen wirklich supermiesen Chef, der mich echt gequält hat, einfach mitten im Mittagsgeschäft (ich war im Service) sitzen lassen und bin gegangen, ganz ruhig und ohne Aufhebens.
Es ist nichts passiert. Ich habe einen anderen Job gefunden.
Angst ist eine schlechte Beraterin. Und wenn die ArbeitnehmerInnen untereinander mehr Zusammenhalt hätten wär auch Vieles leichter!

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erstdenkendannsprechen
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dazu fällt mir ein:

chef sitzt beim mittagessen, angestellter will sich zu ihm setzen. chef sagt: seit wann sitzt der schwan beim schwein? angestellter nimmt sein tablett, steht auf und sagt: gut, dann flieg ich halt weiter. der chef ist erzürnt, und da mitarbeitergespräche anstehen, denkt er sich etwas besonderes aus. er stellt diesem arbeiter dabei die frage: wenn sie sich entscheiden müssten, ob sie einen sack klugheit oder einen sack gold geschenkt bekommen - was würden sie wählen? der angestellte zögert nicht und sagt: das gold. der chef darauf: sie müssen sich überlegen, ob sie mit dieser einstellung wirklich zu unserem unternehmen passen - ich hätte natürlich den sack klugheit gewählt. der angestellte zuckt mit den schultern und meint: ja, jeder muss das wählen, das ihm fehlt. darauf ist der chef so zornig, dass er mit dem kuli das wort "arschloch" auf ein blatt papier schreibt, es dem angestellten hinwirft und schnauzt: hier haben sie ihr zeugnis. der meint darauf: sie haben unterschrieben, das sehe ich, aber meine beurteilung fehlt darauf...

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brosinor
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super Index

"Gratuliere" - wenn die Arbeitssklaven kaputt geschunden sind und direkt vom Arbeitsplatz weg in die Gruft fallen ist das eine Riesenersparnis fürs Pensionssystem.
"Bravo! Gut gemacht!" So sieht heutige Politik für Menschen aus!

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Willi128
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Ich habe zufällig

vor relativ kurzer Zeit in einer Seniorenresidenz mit einer Mitarbeiterin gesprochen, die seit 7 Uhr gearbeitet hat (es war ca. 16.30 Uhr) und körperlich richtig "fertig" war. Auf die Frage nach den Pausen erklärte sie, dass sie tagsüber 2-3 Kaffee getrunken habe. Jeder weitere Kommentar ist da wohl überflüssig. Aber über Mitarbeitermangel sprechen ist derzeit anscheinend "in". Ob diese Fachkraft diesen Job bis zum Pensionsantritt schafft, wage ich nach diesem Erlebnis ernsthaft zu bezweifen.

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pescador
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.

Ich glaube die Gesundheitsvorsorge müsste viel besser ausgebaut werden. Viele der so genannten Volkskrankheiten wie Arthrose, Abnutzung, Bandscheibenprobleme usw. ließen sich vermeiden. Kosten vieler teurer Operationen ließen sich einsparen. Aber in unserem Gesundheitssystem wird nur repariert und nicht vorgebeugt.

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erstdenkendannsprechen
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da gibts aber auch vorreiterbetriebe

es läge ja eigentlich auch im interesse des betriebes, gesunde mitarbeiter zu haben.
einige haben es kapiert: nur, wenn sich die mitarbeiter wohl fühlen, werden sie gut arbeiten. wer das nicht tut, dem ist der erfolg auch nicht so wichtig - der muss schauen, dass er durch den tag kommt.

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SoundofThunder
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🤔

Die Pensionsreformen wurden immer von Politikern beschlossen die selber nie körperlich gearbeitet haben. Die verstehen es einfach nicht wenn jemand sich sein Kreuz ruiniert hat.Keiner von denen hat jemals eine Schaufel in den Händen gehalten.Die haben nur das Budget und Zahlen im Kopf. Und wieviel die uns wegnehmen können. Es geht nur um die Abschläge (5,1% pro Jahr). Wie können wir das gesetzliche Pensionsantrittsalter in unerreichbare Höhen setzen um dem Volk soviele Prozente wie möglich aufzubrummen und das Volk dazu noch applaudiert!

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rkobald
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Nur bei

den Spatenstichfeiern 😉😢😤

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erstdenkendannsprechen
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nicht nur körperliche arbeit schafft einen menschen:

auch psychische belastungen können einen dazu bringen, es nicht zu schaffen, bis zur pension zu arbeiten. nur die körperlichen schäden sind offensichtlich - wie sollen jene, die durch die arbeit psychisch fertig gemacht werden, sich rechtfertigen?

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Hildegard11
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Menschen mit Nachtarbeit und Wechselschicht bis 65 arbeiten zu lassen ist ...

...pervers. Die Kurz'sche Schnöseltruppe soll sich ja hüten, noch Verschlechterungen anzudenken.

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Balrog206
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Bei

Nachtarbeit und Wechselschicht gebe ich dir recht das ist von der Körperlichen Belastung eine ganz andere Liga !

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HB2USD
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Wie schaffen es dann

Die Schweden Finnen Schweizer wo man sogar viele Frauen als Bauarbeiterinnen sieht.

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erstdenkendannsprechen
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nicht immer sind es körperliche arbeiten -

wie viele menschen kenne ich, die nie körperlich schwer gearbeitet haben, und doch schwere schäden am skelett haben: banscheiben, knie, hüfte. mit mitte 50 oft. viel ist genetik, lebensweise, sport. es ist nicht immer die arbeit, die die schäden verursacht. mit den schäden zu arbeiten ist eine herausforderung.

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blackpanther
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Ich hoffe

Sie arbeiten auch körperlich und sind schon 65, ansonsten würde ich solche Aussagen nicht tätigen -

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HB2USD
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Ich habe immer körperlich gearbeitet

Zuerst bereits als 11-12 jähriger am Bergbauerhof und dann Lehre später als Schwerarbeiter mit ca. 15000 Überstunden danach mit 60 in Pension gegangen. Jetzt wo ich auf die 70 zugehe habe noch immer keine körperlichen Schäden.

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erstdenkendannsprechen
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ja, da haben sie glück.

wie gesagt: genetik, lebensweise macht viel aus.
wenn ich 20 bis 30 kg übergewicht habe, verstärkt das die negativen folgen der arbeit. ein muskelkorsett unterstützt den rücken - udn hilft schäden vorzubeugen. dieses muss man sich aber aufbauen. ernährung hilft auch. aber manchmal hilft alles nichts - und es ist für maßnahmen zu spät.

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Mein Graz
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@erstdenkendannsprechen

Der letzte Satz - "aber manchmal hilft alles nichts - und es ist für maßnahmen zu spät" - stimmt nur im 1. Teil.

Manche sind genetisch bevorzugt, andere benachteiligt. Und ist man benachteiligt kann man tun was man will - man kann sich halt im Alter kaum mehr rühren.

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Mein Graz
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@HB2USD

Dann bist du mit einem gesunden Körper beschenkt. Nicht jeder hat so viel Glück.

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HB2USD
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Das beantwortet meine Eingangsfrage nicht

Warum schaffen es die Menschen in den oben genannten Ländern wo ich das selbst gesehen und mit ihnen gearbeitet habe.

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Mein Graz
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@HB2USD

Finnland hat EU-weit die höchsten Ausgaben für Langzeitpflege, Schweden steht da nicht viel nach.

Ja, die Menschen schaffen es lange in Schwerberufen zu arbeiten. Die Folgen sieht man dann ja.
Aber wenn es für dich erstrebenswert ist, dass andere - nur weil du eben eine gute Konstitution hast - auch bis zum Umfallen schuften und dann ihren Lebensabend nicht mehr genießen sondern nur unter Zuhilfenahme von Langzeitpflege "erleben" können - naja, das sagt schon einiges aus.

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