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Sazka klagt NovomaticCasinos Austria: Großaktionäre streiten vor Gericht

Die Casinos Austria kommen nicht zur Ruhe: Die tschechische Sazka-Gruppe, größter Aktionär der Casinos, klagen die Novomatic, den zweiten privaten Großaktionär. Hintergrund ist ein Machtkampf um die Kontrolle und Besetzung des Aufsichtsrates.

Ein Machtkampf um die Kontrolle des Aufsichtsrates der Casinos Austria führt dazu, dass die Sazka Gruppe die Novomatic klagt
Ein Machtkampf um die Kontrolle des Aufsichtsrates der Casinos Austria führt dazu, dass die Sazka Gruppe die Novomatic klagt © APA/Herbert Neubauer
 

Die Sazka Gruppe, größter Aktionär der Casinos Austria, klagt den Novomatic-Konzern, der 17 Prozent an den Casinos hält, berichtet der "Kurier" (Dienstag). Novomatic stimmte bei der vergangenen Hauptversammlung nicht mit Sazka, mit der man eigentlich seit 2016 einen Stimmbindungsvertrag hat. Novomatic steht in den Casinos auf der Seite der Republik, die über die Staatsholding ÖBAG 33 Prozent an der Casag hält.

Gewinnt Sazka die Klage beim Schiedsgericht der ICC (Internationale Handelskammer) auf einen Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe und die Mehrheit im Aufsichtsrat gegen Novomatic, dann könnte der Staat bei Casinos und Lotto an Einfluss verlieren.

Eskalation bei der Hauptversammlung 2018

Sazka und Novomatic halten gemeinsam die Mehrheit an der Casag und hatten vereinbart, bei wichtigen Entscheidungen gemeinsam vorzugehen. Bei der letzten Hauptversammlung reklamierte Sazka alle 12 Kapitalvertreter für sich. Auf der Sazka-Liste standen keine Vertreter der heimischen Staatsholding. Novomatic, der Gaming-Konzern des Industriellen Johann F. Graf, stimmte dann nicht mit den Tschechen, sondern mit der Republik.

Sazka bekam nur fünf Aufsichtsräte und nicht die Kontrolle. Diese würden die Tschechen aber brauchen, um die Casag für einen Börsengang der Sazka konsolidieren zu können, schreibt der "Kurier". Sazka-Chef Robert Chvatal stellte damals eine Klage gegen Novomatic in den Raum. Diese kommt nun ein Jahr später. Inzwischen nämlich verlor Sazka auch noch das Rennen um den neuen Casag-Vorstand, Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) war nicht auf die Pläne des Großaktionärs eingegangen.

Machtkämpfe

Eine weitere, letzte Niederlage spielte sich um die Medial Beteiligungsgesellschaft ab, so der "Kurier". Die Casag-Beteiligung der Sazka läuft über diese Zwischenholding, die Casinos halten daran immer noch 0,3 Prozent. In der Medial müssen jedoch alle Entscheidungen einstimmig sein. Mit diesem winzigen Anteil kann die Casag sehr lästig sein und ihren größten Aktionär blockieren. Der Versuch, die Casag hinaus zu bekommen, scheiterte. Chvatal kritisierte zuletzt ebenso im "Kurier" heftig den politischen Einfluss.

Novomatic-Vorstand Harald Neumann bestätigte die Klage, die derzeit von der ICC geprüft wird, nannte aber keine Details.

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