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Ab 2020Wien setzt auf intelligente Ampeln von Grazer Forschern

Forscher der TU Graz entwickelten eine Ampel, die den Querungswunsch von Fußgängern selbst erkennt. Wien will die Ampeln bis Ende 2020 installieren.

Eine Kamera über der Ampel erkennt den Querungswunsch von Fußgängern und leitet die Grünphase ein. © TU Graz/Josef Bollwein
 

In Wien gibt es rund 200 Druckknopfampeln. Sie ermöglichen Fußgängern eine sichere Straßenquerung, allerdings erst nach einer Wartezeit, die vielen Menschen lästig ist. Die Folge: Fußgänger warten oftmals nicht auf die Grünphase, sondern gehen in eine andere Richtung weiter oder queren die Straße bei Rot. Für manche wiederum sind Druckknopfampeln eine Einladung, die Grünphase im Vorbeigehen einfach nur aus Spaß auszulösen. Das sorgt auch bei Autofahrern für Ärger.

Die denkende Ampel

Im Auftrag der Stadt Wien haben Forschende des Instituts für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz in den letzten drei Jahren ein neues Ampelsystem entwickelt, das mehr Komfort bietet und die Druckknopfampeln auf lange Sicht ersetzen soll. Das kamerabasierte System erkennt die Absicht von Fußgängern, die Straße überqueren zu wollen und leitet die Grünphase automatisch ein. Darüber hinaus bereitet es die Straße für weitere Verkehrsoptimierungen vor, wie Senior Scientist Horst Possegger anhand zweier Beispiele erklärt: „Bei größeren Personengruppen kann die Grünphase automatisch verlängert werden, da diese mehr Zeit benötigen, um die Straße zu queren. Und wenn Personen den Wartebereich vorzeitig verlassen, wird das an die Ampel gemeldet. Diese leitet folglich keine Grünphase ein und es kommt zu keinen unnötigen Wartezeiten für den motorisierten Verkehr.“

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Zentrales Element ist eine an der Ampel montierte Kamera. Während Standard-Industrielösungen nur ein zwei mal drei Meter großes Sichtfeld abdecken, nimmt dieses System alle Personen innerhalb eines acht mal fünf Meter großen Bereiches wahr. In Sekundenschnelle erkennt es, wer die Straße queren möchte. Anschließend meldet das System den Kreuzungswunsch an den Ampel-Controller. Dieser entscheidet – genau wie beim herkömmlichen Drucktastersystem – wann die Ampelschaltung erfolgt.

Keine Bedenken wegen des Datenschutzes

Possegger weiß, dass das simpel klingt, doch „es waren zwei Jahre intensive Forschungsarbeit nötig, zumal die Anforderungen vielfältig waren“. Die Hardware musste groß genug sein für einen leistungsstarken lokalen Rechner, gleichzeitig aber so klein wie möglich gebaut werden, um im Schaltkasten der Ampel Platz zu haben. Bei der Software waren Genauigkeit und Effizienz gefragt. Außerdem wurde das Programm zusätzlich mit einer Systemüberwachung ausgestattet, die Ausfälle rechtzeitig meldet.

Anhand globaler Bewegungsmodelle und aufgezeichneter Daten entwickelte das Forschungsteam lernende Algorithmen, die den Querungswunsch von Fußgängern erkennen. Sorgen hinsichtlich des Datenschutzes kann Possegger entkräften. Die Bilddaten sind zwar zwingend notwendig, um Fußgänger – darunter auch Kinder, sowie Personen mit Regenschirmen oder Kinderwägen – detektieren zu können. Die Bilder werden hierfür aber direkt lokal analysiert und verlassen die Kamera nicht.

 

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ronin1234
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Reaktion

Und wer braucht so etwas wirklich?

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gerbur
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Starte bald ein Experiment!

Ich möchte gerne herausfinden, wie viel Zeit in einem Zeitraum von 6 Uhr bis 21 Uhr an ampelgeregelten Kreuzungen in Graz kein Fahrzeug im Kreuzungsbereich vorzufinden ist. das könnte eine Überraschung werden, meine derzeitigen Beobachtungen lassen mich vermuten, dass durch die ach so "intelligenten" Verkehrsrechner bzw. Programme diese Bereiche in Summe mehrere Stunden völlig lahmgelegt sind.

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AndreasToegl
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Graz

In Graz würde man diese Ampeln dringend benötigen, aber für solche Dinge hat man offensichtlich kein Geld

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1570225fec6f6870a26729cba270f51b
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Diese intelligenten Ampeln...

... kosten in etwa gleich viel wie Druckknopfampeln. Entwickelt sind sie ja schon, in die Forschung braucht man also nicht mehr investieren. Man müsste also, wenn eine DKA benötigt wird, nur stattdessen eine intelligente Ampel installieren. Der Trandport vom Hersteller in NÖ kostet halt was.

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bietnix
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Wow, unser Leben wird

dann soviel besser werden. Es ist ja auch wirklich eine Frechheit, dass man sich da mit einem Knopf abmühen soll. Das kann man den Leuten doch nicht zumuten...

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1570225fec6f6870a26729cba270f51b
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Es geht nicht um den Aufwand,...

... sondern darum, dass die Ampel rund 6 Sekunden früher reagiert und dass somit Wartezeiten reduziert werden.

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bietnix
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Stimmt

die 6 Sek entscheiden über Leben und Tod 🙈

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eleasar
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Die intelligente Kamera erkennt auch, welcher Partei der Fußgänger zugehörig ist...

...und reagiert dementsprechend. Gut für alle Grünwähler, schlecht für alle Roten.

;)

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klickme
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Blau-Türkis-Braun

Überquerungsverbot für all diese Farben, diese gehen unten durch.

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bietnix
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Haha, die Leut

haben echt keinen Humor mehr 😂 Mein Sarkasmus und deine Ironie waren wohl zuviel

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eleasar
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Ja, schade, bietnix...

entweder ist unser Humor zu intellektuell und wir werden nicht verstanden oder das viele schwarz-weiß Denken macht die Leute humorlos.

Zum Glück startet bald der neue WIFI-Kurs "Humor 1.0", dann gehts wieder bergauf...

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