Innerhalb eines Jahres haben sie eine Marktdurchdringung erreicht, die ihresgleichen sucht“, zeigt sich selbst Handelsexperte Ernst Gittenberger erstaunt. Der Leiter des Instituts für Handel, Absatz und Marketing an der Johannes Kepler Universität in Linz hat mit seinem Team erhoben, wie chinesische Billigplattformen, darunter Temu und Shein, in Europa und Österreich wachsen. Die Zahlen sind bemerkenswert. Unter heimischen Online-Einkäufern hat laut der Umfrage unter 1000 Österreicherinnen und Österreichern in den vergangenen zwölf Monaten fast jede bzw. jeder Zweite bei einer dieser Plattformen eingekauft. Im Beliebtheitsranking ganz oben: Temu, Shein und AliExpress. Allein von Temu, so Gittenberger, kommen pro Tag 30.000 Pakete nach Österreich. Die Zielgruppe seien vor allem junge Frauen zwischen 16 und 24 Jahren, die dort billige Mode und Kosmetik kauften. „Die Plattformen fallen aufgrund der Teuerung auf fruchtbaren Boden“, so Gittenberger. Dabei sei Temu erst im letzten Jahr in den österreichischen Markt eingestiegen.
Shein, Temu & Co. im Visier
„Katastrophe für regionalen Handel“: Mehr Druck gegen Paket-Flut gefordert
Deutschland will offenbar das Steuerschlupfloch der 150-Euro-Zollfreigrenze für Waren aus China früher als geplant schließen. Auch heimische Handelsvertreter fordern das Aus sofort – oder spätestens 2026.
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