Die Optionen für eine Weiterführung des Elektrobauers Fisker schwinden, das Ende könnte näher gerückt sein: Gegenüber dem US-Sender CNBC erklärte die New Yorker Börse das Papier von der Börse nehmen zu wollen, aufgrund des „ungewöhnlich niedrigen Preisniveaus“. Die Aktie hatte 95 Prozent ihres Wertes verloren. Die Folgen der New Yorker Entscheidung wären für Fisker äußerst bedrohlich.

Die Einstellung der Börsennotierung würde Fisker hart treffen, weil Wandelanleihen ausfallen würden und Fisker frisches Geld für den Rückkauf benötigt. Diese Mittel seien nicht vorhanden, meldet das Wall Street Journal aus behördlichen Akten. Die Barmittel waren zuletzt massiv geschmolzen, sie liegen bei nur noch bei rund 120 Millionen Euro. Man zahlte auch fällige Zinsen auf Wandelanleihen in der Höhe von 8,4 Millionen Euro nicht. 

Schlechte Prognosen

Experten gehen jetzt davon aus, dass für Fisker das Ende nahen könnte. Das Wall Street Journal hatte bereits auf die Vorbereitung auf eine Insolvenz berichtet und die Namen jener genannt, die Fisker damit betraut hatte. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert zum Beispiel Thomas Hayes, Chef des Hedgefonds Great Hill Capital, dass das Ende „unvermeidlich“ sei. Nur der Zeitpunkt sei offen. 

Magna bangt um Arbeitsplätze

Für den Auftragsfertiger Magna in Graz ist das eine prekäre Situation. Schlittert Fisker tatsächlich in eine Insolvenz, fällt ein Schwerpunkt in der Produktion weg. Zur Erinnerung: Jaguar läuft Ende des Jahres aus, BMW/Toyota produziert noch bis 2026.

Aber außer der boomenden G-Klasse läuft dann keine Produktion mehr, damit ist eine niedrige vierstellige Anzahl von Arbeitsplätzen in Gefahr. Entscheidungen darüber hängen von den nächsten Schritten Fiskers ab. Die Fisker-Produktion wurde bereits für mehrere Wochen unterbrochen. Insgesamt hatte Fisker nur rund 10.000 Autos in Graz produziert – über 40.000 waren angekündigt worden.

Rettungsaktion

Der Elektrobauer will zumindest bis zur nächsten Aktionärsversammlung am 24. April durchhalten und dort über einen so genannten umgekehrten Aktiensplit abstimmen lassen, um die Firma zu retten.

Die kolportierte Schuldenlast von rund einer Milliarde, ein schwächelnder Elektro-Markt, die hohen Zinsen und eine zunehmende Skepsis der Investoren gegenüber Elektroauto-Start-ups erschweren das Einsammeln neuer Geldmittel erheblich. Und setzen ein großes Fragezeichen hinter den Fisker-Fortbestand. 

Magnas Hoffnung

Magna ist zumindest über Entwicklungsaufträge gut im Geschäft. Der größte Entwicklungsauftrag, der je bei Magna Steyr abgewickelt wurde, ist in Arbeit. Der Volkswagen-Konzern lässt zwei Modelle der neuen amerikanischen Elektromarke Scout, die Anfang 2027 sein Marktdebüt in den USA feiern wird, von Magna entwickeln. Die Entwicklungsarbeiten laufen bei Magna in Graz und den USA bereits auf Hochtouren.