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Lokführer sammelte 10.000 Unterschriften zur Rettung des Stainzer Flascherlzugs

Der Fahrbetrieb des Stainzer Flascherlzugs soll mit Ende des Jahres eingestellt werden. Lokführer und Betriebsstellenleiter Helmut Poglitsch setzt sich weiter für den Erhalt ein.

Lokführer und Betriebsstellenleiter Helmut Poglitsch mit der Stainzer Nostalgiebahn
© KLZ / Barbara Kahr
Lokführer und Betriebsstellenleiter Helmut Poglitsch mit der Stainzer Nostalgiebahn
Barbara Mikschofsky
Redakteurin Regionalredaktion Leibnitz und Deutschlandsberg

Er gibt nicht auf. Helmut Poglitsch tuckert seit 38 Jahren mit dem Stainzer Flascherlzug als Lokführer durch die Weststeiermark. Dass der Fahrbetrieb des Schmalspur-Kapazunders mit Ende des Jahres eingestellt werden soll, will der 73-Jährige nicht tatenlos hinnehmen.

Ende September startete er eine Petition zur Rettung der geschichtsträchtigen Bahn. Den Namen erhielt der Zug in Erinnerung an den Rachlinger Wunderdoktor Johann Reinbacher, besser bekannt als „Höllerhansl“. Vor mehr als 100 Jahren fuhren Kranke mit der Bahn zu ihm. Im Handgepäck hatte jeder ein Flascherl Urin, den der Wunderdoktor für seine Diagnose benötigte. Seit 133 Jahren tuckert die Bahn bereits durch die Weststeiermark und wurde zum Aushängeschild von Stainz und beliebte Touristenattraktion.

Termin beim Landeshauptmann

Geht es nach Poglitsch, soll das auch in Zukunft so bleiben. Mit den aufgelegten Unterschriftenlisten und der Online-Petition habe er bereits rund 10.000 Unterschriften gesammelt. „Dass so viele zusammengekommen sind, freut mich sehr. Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der Lokführer. Diese möchte er nun so schnell wie möglich Landeshauptmann Mario Kunasek persönlich vorlegen.

Ich hoffe, dass das Land sich für den Erhalt des Kulturguts stark macht und es nicht begräbt.

— Helmut Poglitsch, Lokführer und Betriebsstellenleiter des Stainzer Flascherlzugs

„Ich hoffe, dass das Land sich für den Erhalt des Kulturguts stark macht und es nicht begräbt“, sagt er und hofft auf ein baldiges Treffen. Bis dato habe er allerdings noch keinen Termin erhalten. Aus dem Büro des Landeshauptmannes heißt es, dass ein Termin im Dezember vorgesehen ist. Eine Einladung werde folgen.

Trotz der dunklen Wolken über dem Flascherlzug hat die Causa auch etwas Positives: Die Fahrgastzahlen seien in die Höhe geschnellt. „Wir haben nahezu ausgebuchte Züge und hatten im September und Oktober allein zirka 10.000 Gäste“, zeigt der Betriebsstellenleiter der Nostalgiebahn auf. Trotz Zeitdruck und Gemeinderatsbeschluss, den Fahrbetrieb Ende 2025 einzustellen, sieht Poglitsch eine reelle Chance das Stainzer Wahrzeichen mittels Sparkurs im kommenden Jahr und darüber hinaus auf Schiene zu bringen.

Die Stainzerbahn am Bahnhof in Stainz um 1900
© Sepper
Die Stainzerbahn am Bahnhof in Stainz um 1900

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