Grausliches VideoFäkalien aus dem Grazbach laufen in die Mur

Franz "Huchenfranz" Keppel filmte, was der Grazbach am Donnerstag in die Mur ableitete - nur 150 Meter von der Augartenbucht entfernt.

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Entlang des Grazbachs wird auch der Kanal geführt - Franz Keppel vulgo Huchenfranz zeigt auf, was heute Donnerstag da in der Mur landete © Kanalbauamt, Keppel
 

"Mir tun die Leute leid, die vielen Wassersportler und alle, denen suggeriert wird, dass die Mur ein schönes Wassersportgebiet ist." Das sei sie nämlich nicht - jedenfalls nicht heute. Franz Keppel, als "Huchenfranz" bekannter Kritiker, was Wasserqualität und Fluss-Projekte in Graz anbelangt, hat bei einem Spaziergang entlang der Mur einen "üblen Geruch" wahrgenommen.

Kommentare (12)
fiume
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NAGLS WASSERWELT

Für alle möglichen Projekte an der Mur macht Bürgermeister Nagl viele Millionen Steuergelder flüssig. Die Sanierung des Grazbaches hat er aber bei aller Liebe zu seinem viel umworbenen Wassersport vergessen. Die Gesundheit vieler junger Wassersportler und Bürger so leichtfertig zu gefährden, ist mehr als nur anmaßend für unseren Langzeit-Bürgermeister. Sie sollten nicht nur die Mur samt Fäkalien den Grazern näherbringen, sondern auch dafür Sorge tragen, dass die Bürger der Stadt auch gesund bleiben!

paulrandig
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Der Grazbach...

...hat eigentlich sein eigenes unterirdisches Bett. Parallel dazu fließen beidseitig in offenen Rinnen die Abwässer, aber auch Regenwässer.
Gibt es also (sehr) viel Regen, fließen die seitlichen Rinnen über und in den Grazbach.
Das ist ein System, das vor 130 Jahren top war und auch kaum Nachteile hatte. Denn in den sehr wenigen Fällen, in denen das überfließende Kanalwasser in den Bach und in die Mur kam (der Großteil blieb ja in den Abwasserrinnen und floss in die Kanalisation), führte die Mur so viel Wasser, dass der dann reißende Strom eine ausreichende Klärwirkung hatte, und baden wollte ohnehin niemand darin.
Das ist jetzt mit Stausee, Bucht und Wassersport natürlich anders, es kann aber niemand der Verantwortlichen sagen, das hätte man nicht gewusst.

LaoQui
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Speicherkanal war kraftwerkbedingt!

Wenn man bedenkt, dass der Grazbach nicht nur drei Bäche, sondern auch einen riesigen Teil der "Ergüsse" des östlichen Grazer Siedlungsgebietes aufnimmt, dann war von Anfang an klar, dass der Sammelkanal nicht die Lösung sein konnte. Vor dem Bau des Kraftwerkes war auch bei Hochwasser durch die starke Verdünnung die Einleitung des Grazbaches in die - fließende - Mur kein Problem. Jetzt aber wird der Grazbach in ein gerade noch leicht bewegtes Gewässer geleitet, das bald darauf zum Stehen kommt. Das ist ein gewaltiger Unterschied und eine massive Verschlechterung. Nur wollen die Kraftwerk-Befürworter das halt einfach nicht zugeben. Auch nicht, dass der Speicherkanal nur durch das Kraftwerk notwendig wurde, weil weiter unten liegende Einleitungen durch das Aufstauen zurückgeflutet worden wären. Dass der "Huchen-Franz" sich nicht unterkriegen ließ, hat halt auch so gar nicht in das Konzept von Stadt und Energiewirtschaft gepasst.

Zooropa
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Ironie

Dass der Herr Keppel - mit einigem medialen Rückenwind - einer der aktivisten Gegner des Murkraftwerks - und damit des Zentralen Speicherkanals - war und jetzt plötzlich die Schmutzwasserentlastung des Grazbaches bei Hochwasser grauslich findet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Zur Erinnerung: Vor dem Zentralen Speicherkanal wurde bei jedem stärkeren Regen das Schmutzwasser der Stadt ungeklärt in die Mur geleitet.

SagServus
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Zur Erinnerung: Vor dem Zentralen Speicherkanal wurde bei jedem stärkeren Regen das Schmutzwasser der Stadt ungeklärt in die Mur geleitet.

Umgekehrt könnte man auch sagen, dass vor dem Bau des Murkraftwerks auch keiner in der Mur schwimmen wollte/konnte und erst mit dem Murkraftwerk ein ernstes Problem wurde.

Deswegen wurde ja dann auch der zentrale Speicherkanal vorgeschrieben (den Nagl dann ja als 80 Mio. Bonus für die Energie Steiermark durch die Stadt errichten hat lassen).

donmarkus
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Hauptsache für eine U-Bahn

wäre Geld da! Läufts bei den Stadtvertretern eh noch einigermaßen? Schaumt‘s eich!!!

BigC
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Wenn es den zentralen

Speicherkanal nicht gäbe, dann würde das gesamte Grazer Kanalsystem in die Mur entlasten. Wenn es nach den Grünen oder Kommunisten gingen, hätten wir den Zsk auch nicht.

battlefronter007
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Wenn es nach den Grünen und Kommunisten gehe

Würde das Problem durch dezentrale Lösungen wie einem Zweikanalsystem und großflächigen Entsiegelung gelöst werden . Denn der Zentrale Speicherkanal ist, wie der Name schon sagt, nämlich die billigste Zentrale Lösung für das Problem und es bekämpft nur das Symptome nicht die Ursache. Eine effektivere Lösung würde mehr Mum in der Stadtpolitik erfordern

stprei
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Entsiegeln

Jedes zweite Haus in der Stadt schleifen und eine Bienenwiese anlegen oder wie muss man sich "großflächig entsiegeln" vorstellen?

Aber ja, der Nagl ist verantwortlich für die Stadtplanungentscheidungen der 60er Jahre, das ist natürlich klar.

rb0319
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@stprei

Um furchtbare Stastrplanungsentscheidungen zu finden, müssen sie in Graz nicht 60 Jahre in die Vergangenheit schauen. Da gibt es während Nagls Amtszeiten mehr als genug furchtbare Projekte mit massenhaft Bodenversiegelung und Grünraumvernichtung.

SagServus
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Da gibt es während Nagls Amtszeiten mehr als genug furchtbare Projekte mit massenhaft Bodenversiegelung und Grünraumvernichtung.

Als weggezogener Andritzer, der die letzten Hochwasser durch den Andritz- und Schöckelbach direkt miterlebt hat, war ich ziemlich schockiert als ich das letzte mal die Radegunder Straße Richtung Weinitzen gefahren bin.

Da baut man zuerst ein sündteure, aber eben notwendiges Rückhaltebecken und Hochwasserschutzmaßnahmen und als Reaktion darauf darf ein Bauträger einer der größten freien Flächen neben dem Schöckelbach zupflastern. In einem Gebiet das früher regelmäßig durch die Hochwässer betroffen war.

SagServus
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Jedes zweite Haus in der Stadt schleifen und eine Bienenwiese anlegen oder wie muss man sich "großflächig entsiegeln" vorstellen?

Beton- und Asphaltplätze aufbrechen und naturieren z.B.

Aber schöner und nicht so südländische Sandwüsten wie jetzt unlängst vor dem Stadion errichtet wurde.