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Amazon ante PortasWie sich die Grazer Händler gegen den Online-Riesen rüsten

Amazon hin, Verteilzentrum her: Grazer Händler machen eigene Onlineshops zu weiterem Standbein, um stationäre Läden abzusichern. Einem digitalen Grazer Einkaufsportal gibt man keine Chance.

Graz Herrengasse
Die Grazer Händler stellen sich der Herausforderung und wollen den verschärften Konkurrenzkampf mit Amazon aufnehmen © Jürgen Fuchs
 

Amazon und kein Ende: Dass der Onlineriese mit einem neuen Verteilzentrum Kurs auf Graz nimmt, sorgt weiter für Unruhe in der Landeshauptstadt. Während in Online-Foren Konsumentenjubel zu vernehmen ist, dass nun bestellte Packerln noch am selben Tag vor der Tür landen könnten, sorgt eben das bei Innenstadthändlern für Sorgenfalten. Der Druck auf den stationären Handel wird sich mit Amazon ante portas wohl nicht verringern, das ist allen klar.

Kommentare (17)
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untermBaum
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Kaufhaus Österreich

Oder Herr Mahrer? *lol*

Zdenek
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Kundenservice ist wichtig

Die Lokalen Läden sind in Sachen Kundenfreundlichkeit einfach keine Konkurrenz zu Amazon. Wenn ein Drucker auf Amazon 300€ kostet und im Geschäft 400€ überleg ich nicht lang und Kauf auf Amazon. Da müssen die Händler zumindest ein bisschen nachgeben.
Und wenn man ein defektes Smartphone bei Media Markt erst Mal einschicken muss und mehrere Wochen auf sein Smartphone wartet, um dann gesagt bekommen "man könne keinen Fehler finden", braucht man sich nicht wundern dass man lieber bei Amazon einkauft, wo einem der Kundenservice telefonisch sofort weiterhilft, eventuell direkt das Geld zurück erstattet oder ein Ersatzgerät schickt. Und zwar sofort, nicht erst in ein paar Wochen.

SagServus
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Da müssen die Händler zumindest ein bisschen nachgeben.

Es sollte aber klar sein, dass ein stationärer Handel zusätzliche Kosten hat (Angestellte vor Ort, Miete etc.) die Amazon nicht hat und somit auch günstiger anbieten kann.

Händler müssen hier diesen Preisunterschied ausgleichen.

Mein Zugang ist normalerweise, dass ich einen Mehrpreis immer gerne zahlen, wenn ich eine entsprechende Beratung dafür bekomme.

Und mit Beratung meine ich nunmal, dass mich der Verkäufer fragt was ich brauche und er mir daraufhin ein entsprechendes Produkt vorschlägt.

Was ich nicht unter Beratung verstehe ist, wenn mir der Verkäufer die technischen Daten vom Preisschild abließt und mir sagt, was das Gerät kann.

Das kann ich selbst im Internet auch ablesen, dafür zahl ich keinen Aufpreis.

lieschenmueller
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Das muss ich noch los werden :-)

Gänzlich unerfahren mit den Usancen des jetzigen österreichischen Versandhandels, wollten wir naiverweise etwas mittels Zahlschein kaufen. Ziemlich teuer, das Gewünschte. Weiter unten, in einem anderen Posting, führe ich 1 der Schwierigkeiten damit an.

Da sitzt man freudig, klickt die Zahlungsart an - mit dem darauf folgenden Hinweis, dass das nicht ginge. Man möchte sich erkundigen, warum. Ja, da müsse man erst bei Kla-Dingsbums etwas bestellen. Wo? Ja, eben bei Kla-Dingsbums. Nie gehört den Namen. Und warum wurde die erste Wahl, also der Zahlschein abgelehnt? Verschämtes Schlucken am Telefon des Anbieters, so in Richtung, man wäre vielleicht nicht solvent. Darauf probiert man es halt bei Kla-Dingsbums, man möchte den Artikel halt gern und findet genau den nicht wo anders. Die Ehefrau - also ich - kriegt schon beim Zuhören der Telefonate negative Gefühle in Richtung des Angetrauten, der nichts dafür kann. Außer gerne das Produkt.

Bei Kla-Dingsbums müsste man erst ein paar mal "kleine Sachen" kaufen, um große auf Zahlschein zu kriegen. Man könne ja eine andere Zahlungsart wählen*.

Jetzt weiß man im Hause Lieschen auch DAS :-)

*Was man dann tat

stprei
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User

Amazon ist keine Konkurrenz für viele Betriebe, die sich erfolgreich in ihren Nischen etabliert haben. Amazon bietet lediglich gewöhnliche, vollkommen austauschbare Handelsware, über die sich jeder Konsument im Internet mittlerweile hinreichend informiert hat, bevor er überhaupt in ein Geschäft startet. Und der Rest ist China-Schrott übelster Machart, der höchstens in der Schießbude auf der Messe als Preis zu haben ist.

Aber Amazon hat etwas anderes gezeigt: Usability, Kundenservice und Logistikstärke sind unumgänglich. Ein Online-Shop, der nur Vorkasse hat, wird nicht reüssieren. Überzogene Versandkosten (z.B pauschal 7,90€ etc.) verschrecken Kunden. Unbedingt notwendig ist eine transparente Rückmeldung über Versand und Tracking und eine schnelle Bestellbearbeitung.

Und dort wo Amazon unschlagbar ist: Rücksendung und Reklamation. Der Service ist einfach echt gut, super schnell (kaum gibt man das Retourpackerl auf, ist die Überweisungsbestätigung da), sehr nutzerfreundlich und kulant. Und da muss der Handel die Leute abholen und auf die Leute zugehen.

Mein Negativbeispiel Nr. 1 ist Shöpping als virtueller Grabbeltisch ohne gute Suche, Kategorien oder sonst was.

lieschenmueller
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Nischen

Da würde mich ein Beispiel interessieren, WAS diese überhaupt anbieten.

Bin da nämlich relativ fantasielos in die Richtung. (soll nicht despektierlich gegen diese sein)

Aber im Grunde braucht man meist "normale Handelsware". Graz mit seinen - noch (hoffentlich) - Geschirrgeschäfte und den vielen Möglichkeiten kann ich nicht der ganzen Steiermark überstülpen. Im Mürztal weiß ich nur mehr den großen Möbelhändler und den Interspar, der Geschirr im Angebot hat z.B. Ich verfolge auf Facebook regelmäßig Katerina Jacob (aus dem Bullen von Tölz bekannt), und die macht keine bezahlte Werbung für Produkte, führt aber aus ihrem Leben an, was ab und zu gekauft wird. Gewürze letztens (aus kleinen deutschen Firmen zusammengestellt) oder, weil ihr wir mir Steaks nie gelingen, einen bestimmten Grill, wo man vom Burger, Huhn, Fisch und Fleisch alles machen kann. DEN gibt's jetzt auch im Hause Lieschen und wir sind begeistert. Gäbe es das örtliche Elektro-Geschäft noch (kürzlich geschlossen, auch ohne Corona) tät's ihn nicht führen oder "bestellen müssen". Und wo ich ansonsten für ihn suchte, ehrlichgesagt, ich weiß es nicht. Das Geschäft machte? Richtig!

Den Vogel schoss - eine großer Anbieter in der Steiermark und wohl ganz Österreich ab: "Wir sehen den Eingang des Geldes schon, aber nicht den Artikel, der dazu gehört, versuchen Sie es bitte nochmals". Gesagt getan. Anruf danach: "Oh, jetzt sehen wir die Erstbestellung". Großes Fragezeichen, ob wir nicht 2 x kauften. Seufz.

SagServus
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...

Service und Usability müssen sich auf jeden Fall ändern.

Es kann nicht sein, dass ein Buchhändler einem vor Ort sagt, dass ein nicht verfügbares Buch bis zu einer Woche braucht um es zu bestellen bzw. um geliefert zu werden.

Sorry, aber da braucht sich keiner über amazon aufregen wenn man dort das Buch zum gleichen Preis in 1-2 Tagen bekommt.

Krautwickel
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Österreichisches Problem

Es wundert mich warum eine Buchbestellung bei einem österreichischen Buchhändler ewig dauert. Schon vor dreißig Jahren war in Deutschland das Buch am nächsten Tag abholbereit. Österreich ist da noch immer eine Servicewüste.

stprei
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Großhandel

Ja, wobei das doch eher ein Problem des Großhandels oder der Kettenstruktur ist. Da bestellt die Filiale in der Zentrale, die am nächsten Tag beim Großhändler, der liefert nac 2 Tagen an das Zentrallager, von dort in die Filiale und dann der Anruf an den Kunden.

Aber ja, ziemlich genau das meine ich.

melahide
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Auch die

Behauptung „dass ein Grazer Online Shop“ nicht funktioniert, das verweise ich ins Land der Fabeln. Der Konsument will es vor allem bequem. Velofood und wie sie alle heißen schaffen das auch mit Essenzustellungen. Wo ist der Unterschied, ob ich ein Schnitzel oder einen Mixer brauche? Portal aufmachen, Mixer aussuchen, über das Portal bezahlen, in 1-2 Stunden ist die Lieferung da ...

Wo soll es da keine Akzeptanz geben?

stprei
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Marke

Eine zentrale Plattform hat mehrere Nachteile: Es schafft Vergleichbarkeit, was nicht immer gewünscht ist. Viele Betriebe wollen ihren Markenauftritt konrollieren, ihr Design durchziehen etc. Außerdem müsste der Staat das auch kostendeckend betreiben und es wäre keine Aufgabe, die der Staat wahrnehmen soll. Das soll die Wirtschaft selbst in die Hand nehmen.

Velofood o.ä. ist kein gutes Beispiel, da hier gezielt die Leistung "Essenslieferung" gebucht wird. Zudem ist es keine staatliche Plattform und durch die Konkurrenz am Markt auch innovationsgetrieben.
Und das was sie mit dem Mixer beschreiben, das ist Amazon oder Geizhals, idealo etc.

melahide
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Verstehe ich

Ich hab aber wenig Lust mich bei 5-10 online Shops zu registrieren und dann mal was zu kaufen. Der Buchhändler meines Vertrauens ist der einzige wo ich das gerade mache. Bestelle was, er schickt das mit der Post.

Gut, vielleicht fehlt dann kein Händlerportal in Graz, sondern ein Lieferservice...

stadtkater
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Akzeptanz:

Bei den Kunden ist sie vorhanden, nicht aber bei den Händlern! Die wollen nichts bezahlen dafür.

kleinecech2020
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Schlecht recherchiert

Kastner hat den schlechtesten und unfähigsten Onlineshop.
Anfang letzten Jahres haben sie im Shop überhaupt nichts zusammen gebracht. Ein Armutszeugnis für etwas, was seit 2013 besteht.

WASGIBTSNEUES
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Katastrophe

Richtig, 2 Wochen Verzögerung bei der Lieferung, dann wegen Retournierung ein Hürdenlauf denn man muss sich mit Klarna (Zahlungsdienst) bzgl. der Rücküberweisung selbst auseinandersetzen. Nie wieder

calcit
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Ich kann dem nur beipflicheten...

...wir haben am 19.1. bestellt und die haben es bei Kastner bis dato noch nicht geschafft die Bestellung zusammenzustellen! Dabei ist das Lager genau dort in der Nähe wo auch Amazon bauen will.

calcit
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Zusatz: Man schaue sich nur mal die...

...Bewertung im Internet über den Online-Versand vom Kastner an.... der spricht Bände... so gut das Geschäft und die Beratung in der Stadt selber auch ist!