Zeichen der Erinnerung gibt es viele, doch die meisten davon sind leicht zu übersehen. Erst in den letzten Tagen wurden wieder Stolpersteine verlegt und in Liebenau die erste Stolperschwelle errichtet, die allesamt an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Unscheinbare Tafeln und Denkmäler für jüdische Bürgerinnen und Bürger oder hingerichtete Widerstandskämpfer sind über die Stadt verstreut. „Wir möchten das Auge dafür schulen, diese Zeichen zu sehen“, sagen David Zottler und Hannes Portugaller von den Graz Guides und Austria Guides. Ruth Nezmahen von „Discover Graz“ ergänzt: „Es ist auffällig, wie viele davon an unauffälligen Orten versteckt sind.“ Das lag daran, dass 1949 ehemalige Nationalsozialisten der zweiten Reihe schon wieder zur Wahl zugelassen waren. „Es wurde rasch unpopulär, an die Opfer zu erinnern – das passierte unvorstellbarerweise bis zum Gedenkjahr 1988 kaum“, so Nezmahen.