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Grazer ÖffisEs ist fix: Keine Ticketautomaten in Bus und Bim mehr

Weichenstellung: Grazer Busse und Straßenbahnen sollen künftig ohne Ticketautomat unterwegs sein. Was man stattdessen plant - die Details.

Lanfristig verschwinden die Ticketautomaten auch aus den Bims
Lanfristig verschwinden die Ticketautomaten auch aus den Bims © Juergen Fuchs
 

Heuer im Mai stand an dieser Stelle noch ein Fragezeichen, berichtete doch die Kleine Zeitung von Überlegungen bei den Graz-Linien, in Zukunft auf Ticketautomaten in Garnituren zu verzichten.

Ein halbes Jahr danach ist daraus ein Ausrufezeichen geworden: „Ja, die Entscheidung ist gefallen“, verrät Barbara Muhr, Vorständin bei der Holding Graz, und gibt somit Gas wie grünes Licht für eine nachhaltige Weichenstellung: Sowohl Grazer Straßenbahngarnituren als auch Busse werden in Zukunft ohne Ticketautomaten auskommen. „Unser Ziel ist es, dass ab Mitte 2020 in den Bussen keine Fahrscheine mehr verkauft werden“, ergänz Muhr. Langfristig soll dies auch in den Bims der Fall sein.

Wobei es derzeit es in dieser Hinsicht einen wesentlichen Unterschied gibt: Während in den Straßenbahnen längst ein Automat das gewünschte Ticket ausspuckt, werden diese in den Bussen bis heute von Lenkern ausgehändigt. Ein Umstand, der nicht mehr zeitgemäß sei, wie man seitens der Graz-Linien wiederholt betonte – und auch nicht gerade zur Sicherheit der Lenker beitrage.

Jürgen Fuchs Im Jahr 2010 wurden die ersten Automaten in Bims installiert
Im Jahr 2010 wurden die ersten Automaten in Bims installiert © Jürgen Fuchs

Also entschied man sich für den Umbruch, der nun paukenschlagsmäßiger ausfällt als gedacht: Denn rasch war klar, dass man dieses „anachronistische System“ in den Bussen nicht durch Automaten ersetzen werde. Diese würden in den Garnituren laufend für Staus sorgen, zudem sei der Trend, Fahrscheine digital zu erwerben, generell im Vormarsch – so auch in Graz: Seit dem Sommer macht ja „Graz mobil“ den Fahrscheinkauf via Smartphone-App möglich.

Im Windschatten dieser Entscheidung tauchte rasch die Frage auf: „Gilt das nicht auch für Straßenbahnen?“. Die Antwort ist in folgendem Zeitplan enthalten: „Wir werden im ersten Quartal 2019 neue Ticketautomaten für den Freibereich testen“, so Muhr. Diese müssten ja unter anderem allen Wetterbedingungen trotzen. Hilfreich sei dahingehend das soeben von ÖVP und FPÖ präsentierte Budget – enthalte es doch auch eine Freigabe für das separate Investitionsbudget der Holding Graz. „Das ermöglicht es uns unter anderem, rund 100 Outdoor-Ticketautomaten zu installieren.“

GEPA pictures Holding-Graz-Vorständin Barbara Muhr verrät der Kleinen Zeitung den Umbruch
Holding-Graz-Vorständin Barbara Muhr verrät der Kleinen Zeitung den Umbruch © GEPA pictures

Diese sollen langfristig an neuralgischen Standorten und an stark frequentierten Haltestellen auf Fahrgäste warten – und sämtliche Geräte in den Garnituren ersetzen. Eines sei aber auch klar, so Muhr: „Parallel werden die Fahrscheinkontrollen zunehmen müssen.“

Kommentare (17)

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socke1
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Frau Muhr und Kollegen...,

...schießen Sie in der relativ kleinen Provinzstadt Graz nicht über das Ziel? Erst denken - dann machen und viel Geld ausgeben!

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Flogerl
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Guten Tag ...

... Frau Muhr ! Ich finde es sehr schade, dass sich Ihre Unfähigkeit durchsetzt.

Ich werde in Zukunft keine Öffis mehr benützen und lieber 15 Runden mit dem Pkw einen Parkplatz suchen. Wie ein normal denkender Mensch überhaupt auf die Idee kommen kann, etwas gut funktionierendes und vom Kunden gerne angenommenes Produkt zu streichen, entbehrt jeder Logik !

MfG

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paulrandig
2
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Flogerl

Bittesehr. Ist Ihre Entscheidung. Ich kenne beide Systeme, und keines ist der Weisheit letzter Schluss.
Die Automaten funktionieren.
Als Übergangslösung könnte man ja sagen, dass generell alle Bim-Stationen mit Automaten ausgestattet werden.
Und im Bus kann man noch beim Fahrer an jenen Stationen Fahrscheine kaufen, an denen es noch keine Automaten gibt.
Dann wäre ein fließender Übergang möglich. Der Verkauf würde immer seltener, wenn Automaten nachgerüstet werden. Irgendwann gibt es auf dichteren Buslinien dann gar keinen Fahrer-Verkauf mehr, und dann sieht man ja, ob nicht auf manchen dünn befahrenen Strecken doch der Fahrer weiterhin verkauft.

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patty perg
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Unfassbar -

Unfassbar - wie unfähigm muß man sein, um so eine Position, wie diese Frau Muhr bei der Holding zu besetzen?? Das ist doch eine einzigartige Sauerei etwas Funktionieredes zu zerstören und dafür auch noch Geld zu kriegen!
Die Verschlechterung kostet auch noch Millionen und wird Kunden vertreiben wie nie zuvor!!

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stadtkater
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Wenn die das für 2020 planen,

funktioniert das frühestens 2023! Das verpufft wieder Millionen aus dem Zukunftssonderinvestitionsbudget, für das die Stadt Graz ihre Schulden in Rekordhöhe treiben wird! Aber wir haben's ja und für die Öffis ist uns nichts zu teuer.

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artjom85
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Verbesserungspotential

Wenn die Fahrscheinautomaten schon auf stationäre Standorten aufgestellt werden, sollten dabei zwei Mankos in der Planung behoben werden:
1.: Seit der Installation der ersten Fahrscheinautomaten ist es praktisch nicht möglich, Langzeitkarten bar zu bezahlen - weil man noch immer nicht mit Geldscheinen zahlen kann. Was den einen egal zu sein scheint, ist in Wirklichkeit ein Zwang zur elektronischen Zahlungsmethode. In Zeiten, in denen vernetzte Technologie gerade wegen seiner Komplexität immer anfälliger für Softwarefehler oder gar Hacking ist, ist das eine äußerst gewagte Strategie, um sie nicht gleich "gefährlich" zu nennen.
2.: Jeder, der in den Außenbezirken oder dem nahen Umland von Graz lebt, kann bestätigen und anhand der Daten über seine per Öffis zurückgelegten Wege beweisen, dass es bei weitem nicht ausreicht, die Fahrscheinautomaten alleine auf neuralgische und viel frequentierte Punkte in der Stadt zu beschränken. So etwas ist zwar ein logischer Anfang, allerdings muss die Anzahl und Positionierung der Geräte schnell und konsequent ausgebaut werden, wenn das Projekt um fix stationierte Fahrscheinautomaten Erfolg haben soll.

In diesem Sinne: viel Glück und frohes Schaffen - Beides im besten Sinne.

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SagServus
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So etwas ist zwar ein logischer Anfang, allerdings muss die Anzahl und Positionierung der Geräte schnell und konsequent ausgebaut werden, wenn das Projekt um fix stationierte Fahrscheinautomaten Erfolg haben soll.

Leider wirds das nicht spielen.

Wieviele Bushaltestellen gibts denn nicht, die keine Überdachung haben weil der nötige Platz dafür nicht gegeben ist? Wie will man dort dann einen Automaten hinpflanzen?

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artjom85
8
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Wo ein Wille ist, ist ein Weg.

Wenn man sich intensiv mit den bau- und verkehrstechnischen Merkmalen auseinandersetzt und sie in die Planungen für die Installation von fix stationierten Fahrscheinautomaten einfließen lässt, können wohl viele - sicher nicht alle, aber viele - solcher Haltestellen, wie Sie sie beschrieben haben, ebenfalls mit Automaten versehen werden.

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paulrandig
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SagServus

In Linz stehen die Automaten nicht unter einem Dach. Sie haben selbst ein kleines Vordach.

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SagServus
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Ad Dach:

Es geht nicht darum, dass die Automaten nicht unter einem Dach stehen sondern das es genügend Haltestellen gibt wo es keinen Platz gibt um diese aufzustellen.

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agility
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a guate Idee

Damit verdient doch die Holding. Kontrollen werden häufiger und damit auch die Einnahmen des Betreibers. Aber bald wird keiner mehr mit Bus und Bim fahren. Ist das die Politik um Autos aus der Stadt zu kriegen? Kein Wunder das die Einkaufszentren am Stadtrand beliebt sind. Alles da. Gute Erreichbarkeit, Parkplätze, ect. Lasst sie Aussterben unsere schöne Innenstadt. Andererseits ist der Neid auf die Umlandgemeinden groß und alles wird bekämpft. Tolle Politik.

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checker43
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Und

was, wenn jemand bei der Haltestelle Rettenbach (Mariatrost) einsteigen will? Soll er/sie bis zur nächsten stark frequentierten Haltestelle oder den nächsten neuralgischen Standort mit Fahrkartenautomat gehen?

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Mein Graz
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@checker43

Genau diese Frage wollte ich auch stellen.
Etwa Linie 58 - Ragnitz bis Hauptbahnhof. In der Ragnitz ist praktisch nur eine Haltestelle stark frequentiert, nämlich Berliner Ring.
Was ist mit den anderen Haltestellen?

Ja, es gibt eine App, mit der man Fahrkarten kaufen kann. Doch auch heute hat nicht jeder ein Smartphone, vor allem ältere Leute nicht.
Wie kommen die dann zu einem Fahrschein?

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Think_simple
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App

Abgesehen davon, eine App ist immer nur eine Ergänzung, ein nettes Feature, aber keine Lösung. Nicht jeder hat ein Smartphone, nicht immer hält der Akku, und nicht jeder kennt die App oder will sie zwangsweise installieren (was tun zB Touristen oder Geschäftsreisende?).
Ich bin zB regelmäßig beruflich in Wien, Klagenfurt, Salzburg, Linz, Villach, Innsbruck und Wiener Neustadt unterwegs - Soll ich dann für jede Fahrt immer eine eigene App installieren?

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SagServus
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Kein Stau in Bims?

Die Ticketautomaten werden in den Bussen nicht umgesetzt weil die dort einen Personenstau verursachen?

Und in den Straßenbahnen nicht?

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paulrandig
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An stark frequentierten Haltestellen. Soso.

Wenn Ticketautomaten, dann bitte an allen Haltestellen, an schwach frequentierten Strecken meinetwegen nicht unbedingt. Hier in Linz steht an beinahe jeder Haltestelle ein Automat.
Das funktioniert ganz gut, außer, wenn der Bus schon kommt und das NFC-Feld gerade spinnt. Prinzipiell aber eine tolle Sache, weil man, wenn man früh genug da ist, tatsächlich die Muße hat, in Ruhe auszuwählen und eventuell einmal die Beschreibungen durchzulesen.

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10solach
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Super Logik

Die derzeitigen Automaten sind bestimmt schon abgeschrieben ^^

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