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Politik internWeiter Ermittlungen an Grazer Klinik

Strukturelle und personelle Probleme: Worauf sich Untersuchungen nach Misshandlungen an der Grazer Alterspsychiatrie konzentrieren. / LKH-Uniklinik Graz: Kandidaten zur Wahl des ärztlichen Direktors.

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Drexler mit der Kommission LKH Graz-Süd-West-Süd © Wilfried Rombold
 

Vor drei Monaten hat die Staatsanwaltschaft Graz eine Sachverhaltsdarstellung der Spitalsgesellschaft Kages erhalten. Demnach sollen vier Mitarbeiter der Abteilung für Alterspsychiatrie Patienten verbal und/oder körperlich misshandelt haben.
Landesrat Christopher Drexler hat darauf eine unabhängige Kommission unter Altbürgermeister Alfred Stingl ersucht, eine „kritische Überprüfung der gegenwärtigen Situation“ vorzunehmen und vor allem Besserungsvorschläge für die Zukunft zu machen.

Zwischenstand? Laut Staatswaltschaft Graz wird weiterhin gegen vier Personen ermittelt. Seitens der Spitalsgesellschaft wird ergänzt, dass drei Beschuldigte entlassen worden sind; eine vierte sei versetzt worden, da sich die Vorwürfe gegen sie nicht erhärtet hätten.

Drexler wiederum lobt das Engagement der Kommission und die gute Kooperation von Stingl & Co. mit Klinikleitung und Kages. Dem Land sei ein Zwischenbericht bis Jahresende angekündigt worden.

Wechsel an der Spitze

Dessen ungeachtet wird Pflegedirektor Paul Furlan eine andere Aufgabe erhalten. Anlass: 2019 entsteht aus dem LKH Süd-West, dem Standort Süd (einst LSF) sowie Hörgas-Enzenbach der neue Spitalsverbund „LKH Graz II“. Die Pflegedirektion übernimmt Eveline Brandstätter (derzeit LKH Deutschlandsberg/Voitsberg).

Zurück zu den Vorfällen: Wie zuvor die Volksanwaltschaft soll die Kommission strukturelle und personelle Probleme an der Alterspsychiatrie vorgefunden haben. Infolge wurde dem Pflegeteam der Abteilung vorerst eine "externe Begleitung durch zwei erfahrene Stationsleiter" zur Seite gestellt. Darüber hinaus soll Judith Polat Firtinger (Sachverständige für Pflegemodelle/-konzepte in der Geriatrie) den Auftrag erhalten, die Grazer Klinik auf Schwachstellen hin zu prüfen.

Die Recherchen zum Umfeld der Vorfälle sollen insgesamt stark vertieft werden. Es geht dabei auch um das Untersuchen der allgemeinen Strukturen (Anwesenheiten Führungskräfte etc.). Denn neben des individuellen Verschuldens sollen auch mögliche Strukturmängel, die diese Vorfälle begünstigt haben könnten, genauestens analysiert werden.

Neue Aufgabe
Gernot Brunner, ärztlicher Direktor des LKH Uniklinikums Graz Foto © Jürgen Fuchs

Direktorensuche

Wie berichtet tritt Gernot Brunner, ärztlicher Direktor des LKH Uniklinikums Graz, zurück. Das Hearing zur Nachfolge findet am 22. Oktober statt. Aus einem Dutzend Bewerber sind sechs Mediziner geladen. Das LKH Uniklinikum Graz ist die größte Klinik des Landes, die Bedeutung wird mit der Spitalsreform wohl weiter wachsen.

Ein Mann, der dem Vernehmen nach einer der Wunschkandidaten gewesen wäre, hat sich aber nicht beworben: Michael Tripolt, Mediziner und LKH-Graz-Betriebsrats-Chef, wäre als Problemlöser in turbulenten Zeiten (Budgets, Diskussionen mit Kooperationspartner Med Uni Graz) für viele eine Option gewesen. Aber der Job als Betriebsratschef, den er erst vor Kurzem übernommen hat, habe für ihn absoluten Vorrang, heißt es.

Die Hearingkommission wird aus den sechs Bewerbern drei Kandidaten für den ärztlichen Direktor vorschlagen. Beim Hearing sollen folgende Kandidaten antreten: Peter Lechner (Tulln), Walter Schippinger (Albert-Schweitzer-Klinik), Wolfgang Kröll (Uniklinik Graz), Bernd Eber (Oberösterreich), Wolfgang Köle (Uniklinik Graz) und Johannes Schalamon (Uniklinik Graz). Die endgültige Entscheidung, wer das Rennen macht, muss dann der Vorstand der Kages treffen.

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