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3100 TeilnehmerUmfrage: Jeder Zweite für Grazer U-Bahn

Bei der Online-Befragung der Kleinen Zeitung stimmten bis Sonntag 16.30 Uhr nur 28 Prozent gegen eine U-Bahn in Graz. Die Umfrage läuft weiter.

© Pixabay
 

Als Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) am Samstag in der Kleinen Zeitung erklärte, dass die Planungen für eine U-Bahn in Graz nun starten, gingen die Wogen hoch. Seither wird in den sozialen Netzwerken wild über Für und Wider diskutiert. Die Kleine Zeitung wollte es genau wissen: Was halten die User von der Idee einer U-Bahn in der Landeshauptstadt?

Einen Tag später haben über 3100 Personen ihre Stimme abgegeben. Mit Stand Sonntag, 9. September, 16.30 Uhr, stimmen 49 Prozent aller Teilnehmer für eine U-Bahn in Graz. Damit ist beinahe jeder Zweite der Meinung, dass man damit den Verkehr an der Oberfläche entlasten könnte. Weitere 23 Prozent der Teilnehmer sind für die unterirdische Lösung, wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmt. Nur 28 Prozent sprechen sich gegen die Metro aus und plädieren dafür, dass die Stadt in das bestehende Öffi-Angebot investieren soll. Sie können weiterhin an der Umfrage teilnehmen. Geben Sie hier Ihre Stimme ab.

Nagl unterstrich im Interview, dass man zumindest Planungen für die U-Bahn machen müsse: „Wenn, wie in Wien, die Hälfte der Bund zahlen würde, kann man mit dem Land auch wieder Verhandlungen aufnehmen", sagt er. Nun soll eine neutrale Machbar- und Finanzierbarkeitsstudie unter Mitarbeit von TU-Verkehrsexperten Kurt Fallast entstehen.

Der wiederum will vor allem eine Mini-U-Bahn für Graz andenken. Diese sei billiger als die vollwertige Variante, die Dimensionen wären kleiner, ähnlich wie bei einer Straßenbahn, dennoch sei man in der Länge der Garnituren flexibler.

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Strassenbahnausbau
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Nagl'sche Blendgranate, die x-te

Ich bin jetzt nicht grundsätzlich gegen eine U-Bahn. Technisch machbar ist das sicher, auch ohne die Altstadt zu gefährden. Österreich ist beim Tunnelbau international top. Dennoch ein paar kritische Worte:

1.) Zu der Idee gab es bereits eine Studie, durchgeführt von einem unabhängigen Schweizer Verkehrsplaner. Ergebnis war eindeutig: Die U-Bahn ist wirtschaftlich nicht vertretbar, die Leistungsfähigkeit wird nicht benötigt. Stattdessen solle man das Straßenbahnnetz ausbauen.

2.) Die Streckenführung ist Unsinn. Es gibt viele Stadtteile in Graz, wo das ÖV-Angebot ausbaufähig ist. Aber gerade zwischen Eggenberg und St. Leonhard ist es mit 2-4 Tramlinien eigentlich sehr gut. Einzig in der Leonhardstraße wären Beschleunigungsmaßnahmen angebracht. Die Anbindung der Universität wäre auch kein Problem.

3.) Wenn nötig, kann auch ein Teil des Straßenbahnnetzes unter die Erde verlegt werden, um bei engen Platzverhältnissen dennoch eine vom Autoverkehr unabhängige Führung zu ermöglichen. Ein schönes Beispiel hierfür findet sich in Porto. Dort liegen allerdings nur 10 Prozent des Netzes unter der Erde.

4.) Der Bund wird dieses Projekt nicht unterstützen, im Endeffekt wird damit wieder nur von aktuellen Problemen abgelenkt.

Ichweissetwas
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mit der Bahn sterben weitere Geschäfte,

Graz ist zu klein, wir haben größere Probleme als eine Bahn, z.B. die Parks endlich dealerfrei zu machen !!

mahoni1970
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Wie kann man sich...

... jetzt schon eine Meinung bilden?
Welche Grünflächen, welche Gebäude müssen weichen? Welche Auswirkungen hat das auf das Stadtbild, uvm.. Wir wissen ja noch gar nichts, aber abstimmen tun sie schon fleißig.
Dem Bürgermeister und seinen Bauherren wird es freuen.

merch
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Natürlich

kann man eine U-Bahn bauen. Aber ohne verkehrstechnische Maßnahmen, wie z.B. Fahrverbote (inkl. Park & Ride) macht das keinen Sinn. Sogar das tirolerische Serfaus hat mit 1100 Einwohnern eine U-Bahn mit 4 Stationen. Funktioniert auch nur, weil es Fahrverbote gibt und die Touristen so schneller von der Seilbahn beim Parkplatz (außerhalb des Ortes) transportiert werden können. Auf die Größe der Stadt kommt es also nicht an. Die Systeme müssen gut zusammenspielen und logisch sein. Wenn es im größeren Ring der Innenstadt ein Fahrverbot gibt, und an strategisch gut gewählten Plätzen ein Park & Ride mit Öffi-Anschluss, der mich schnell (kein Bus, der im Stau steckt) in die Innenstadt bringt, macht das Sinn. Dann zahlt sich vielleicht sogar eine Gondel aus (Touristenattraktion).

helga.zuschrott
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graz ist zu klein für eine u-bahn - andere maßnahmen sind bei weitem sinnvoller

...

SoundofThunder
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🤔

Was sagt man über Umfragen:Sie bringen immer das gewünschte Ergebnis für den Auftraggeber.

mostlant
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Vielleicht gibt es eine andere bessere Lösung des Verkehrsproblem

wie zB in Singapur ? Vom 1. Februar 2018 an wird in Singapur kein neues Auto mehr zugelassen, sofern nicht ein altes dafür verschrottet wird.

styrianprawda
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@mostlant

Das würde natürlich massiv gegen die 100.000 täglich einpendelnden Fahrzeuge helfen.

Think_simple
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Lösung

Nun ja, das sollte wohl auch nur ein Beispiel für die richtige Marschrichtung sein. Das Jahrhundert des privaten PKW geht zu Ende, in Zukunft wird es vor allem in den Ballungsräumen bessere Lösungen geben - leider verschließt man sich dem in Graz aber und denkt noch immer, jeden Quadratzentimeter der heiligen Kuh Auto opfern zu müssen. (und das sage ich, der ebenso PKW-Lenker und Besitzer ist)

George36
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Mittelfristig einzig wahre Lösung

Realistisch betrachtet ist in Graz das Fahrrad das schnellste Transportmittel. Sowohl Busse bzw Pkws stehen aufgrund der baulichen Situation (mehrere Fahrspuren sind nicht möglich) vor sehr eingeschränkten Möglichkeiten den Verkehrsfluss aber auch die Feinstaubproblematik zu optimieren bzw zu minimieren. Die Bim verkehrt leider nur immer zentral über den Jakominiplatz. Um von A nach B zu wollen muss man in Graz immer ins Zentrum. Es fehlen die Ringe wie in Wien (Gürtel, Ring) Problem ist nur dass es zum einen das Wetter aber auch gewisse berufliche Kleidungsvorschriften nicht zulassen ständig mit dem Fahrrad zu fahren. Als zweitbeste Alternative verbleibt daher zumeist das Auto. Ein weiteres Problem ist die immer stärker werdende Zentralisierung. Graz wächst daher immer weiter. (Sowohl auf Einwohner als auch Verkehrsbasis) Gerade für solche Personen die sich am Speckgürtel von Graz niederlassen wäre ein gutes U-Bahnnetz wohl die einzige Alternative um rasch zur Arbeit zu gelangen.

Think_simple
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Tempo

In Wien benötige ich mit der U6 ohne Umsteigen von Meidling nach Floridsdorf (~10 km) etwa 40 Minuten, in Graz von St. Leonhard nach Wetzelsdorf (~8km) aktuell mit E7/Fußweg Eisernes Tor-Jakominiplatz/7 38 Minuten (lt. Scotty).
So superschnell ist die U-Bahn dann wieder auch nicht, zumal ja auch in den Stationen schon mal einige Minuten Fußweg verloren gehen können. Mehr Tempo geht dann nur mehr, wenn man die Stationsabstände erweitert, damit aber auch die Zugänglichkeit zum System verschlechtert. Bringt vielleicht in der Relation UKH/LKH 2 Minuten Zeitvorteil, verlängert aber im Gegenzug Kurzstrecken wie LKH/Jakominiplatz oder HBF/Hauptplatz um einige Minuten.
Wie George36 schon geschrieben hapert es in Graz v.a . auch am schlecht ausgebauten Strab-Netz, keine Linien an den Stadtrand und darüber hinaus (um die Pendler schon dort abzufangen), keine Querverbindungen (die würden auch das Netz flexibler/stabiler machen).
Daher die Frage: was macht mehr Sinn: 10 km U-Bahn auf einer an sich schon bestehenden Strecke, oder etwa 100km Straßenbahn (das Netz wäre dann mehr als 3x so groß wie jetzt) errichten? Ich denke, dass das Geld bei letzterem besser aufgehoben wäre und weit mehr Leuten einen Nutzen (und dem ÖV als Ganzem mehr Akzeptanz) bringen würde.

styrianprawda
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@George36

Tut mir leid, irrtümlich rot gedrückt.

westadam
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...

Her mit dem Teil, ja zur U-Bahn.

Think_simple
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Argumente

Weil...?
Da gibt es bestimmt Begründungen auch dafür, oder?

Weil man dann zB mit einem Prestige-Projekt ohne zusätzlichem Nutzen alle nützlichen Projekte zugrunde richten könnte (da kein Geld vorhanden)? Ok, wenn das das Ziel ist, why not?

checker43
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Liebe Kleine

man könnte auch so sagen: "Bislang keine Mehrheit der Grazer für eine U-Bahn." Und statt die skeptischen und Contra-Stimmen auf zwei Antwortmöglichkeiten zu zerstreuen, wäre eine Ja-Nein-Antwortmöglichkeit besser gewesen. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung geht beim ÖPNV immer negativ aus, das hätte man weglassen können.

styrianprawda
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@checker43

Es darf nicht sein, was nicht sein soll. Gell?

checker43
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@styrian

Sie werden kaum widersprechen können, dass diese Art der Fragestellung bei einer Befragung nach dem Volksrechtegesetz unzulässig wäre.