Ost-West-LinieGrazer U-Bahn: Die Pläne werden konkreter

TU-Experte Kurt Fallast schlägt eine Mini-Variante vor, die lediglich 50 bis 60 Prozent einer U-Bahn kosten würde.

Graz diskutiert über eine eigene (Mini-)U-Bahn. © Pixabay
 

Das Interview mit Siegfried Nagl (ÖVP) in der Samstag-Ausgabe der Kleinen Zeitung schlug hohe Wellen. Der Grazer Bürgermeister hatte darin ja angekündigt, dass die Stadt mit der Planung einer U-Bahn-Linie starten werde. Samstagabend wurden neue Details zu dem Vorhaben bekannt. So ist Kurt Fallast, Verkehrsexperte der TU Graz, maßgeblich an der Entwicklung beteiligt.

Der wiederum spricht von einer Mini-Variante, die man wie eine unterirdische Straßenbahn führen könne: „Graz ist für eine volle U-Bahn zu klein, aber eine leichte U-Bahn ist auf jeden Fall untersuchungswert.“, sagt er gegenüber dem ORF. Die Dimensionen können demnach kleiner sein, ähnlich wie bei einer Straßenbahn, dennoch sei man in der Länge der Garnituren flexibler.

Während man für eine klassische U-Bahn pro Kilometer 200 Millionen Euro veranschlagt, schätzt Fallast dieses Modell auf etwa 50 bis 60 Prozent der Kosten. Ziel sei nun eine neutrale Machbar- und Finanzierbarkeitsstudie. Nagl sieht die Ost-West-Verbindung mittels U-Bahn als eine Ergänzung zu einer Stadtseilbahn, der so genannten Murgondel, die zwischen Norden und Süden verkehren soll.

Der Bürgermeister wisse, dass man mit einer U-Bahn Idee in Graz belächelt werde, „aber wenn, wie in Wien, die Hälfte der Bund zahlen würde, kann man mit dem Land auch wieder Verhandlungen aufnehmen", sagt er. „Wir gehen jetzt in die Planungsphase und werden im Herbst mit neuen Überlegungen an die Öffentlichkeit treten.“, so Nagl gegenüber der Kleinen Zeitung.

Kommentare (27)

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invisible
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alle Jahre wieder der selbe Schwachsinn

Zu diesem Thema gab es in der Vergangenheit schon mehrere Studien. Alle kamen zum Ergebnis, dass für Graz der Ausbau der Straßenbahn (auch über die Stadtgrenze) und der S-Bahn die sinnvollste und auch günstigste Variante ist. Wozu noch eine Studie, wo wieder das selbe herauskommen wird?

Eine U-Bahn ist sauteuer (und zwar nicht nur im Bau sondern vor allem auch im Betrieb - und da zahlt der Bund dann nicht mehr dazu!) und bringt bei den typischen Grazer Wegstrecken kaum etwas (auf vielen Relationen wäre man durch die größeren Haltestellenabstände und damit längeren Fußwege sogar langsamer als heute!).

Abgesehen davon, dass eine "richtige" U-Bahn völlig überdimensioniert wäre (allgemein wird da als Untergrenze mit 10.000 Fahrgäste pro Stunde gerechnet - das gibt es in Graz nur auf ein paar Hundert Metern in der Herrengasse). Der Haken an einer "Mini-U-Bahn" ist, dass sie kaum billiger wäre (die Tunnel müssen ja genauso gebaut und erhalten werden, egal ob die Züge 30 oder 100m lang sind).

Das Geld wäre *viel* sinnvoller im Ausbau und in der Beschleunigung des Straßenbahnnetzes angelegt, sowie in der Verlängerung desselben als Lokalbahn ins Umland (z.B. Andritz - Gratwein - Gratkorn oder Liebenau - Hausmannstätten - Fernitz - Kalsdorf), wie auch im Ausbau der innerstädtischen S-Bahn-Verbindungen angelegt.

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LaoQui
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Jede 2. Haltestelle auflassen ...

damit vom UKH schneller zum Hauptplatz kommt? Dafür jedes Mal noch aufwendig in den Untergrund müssen - mit Rolltreppen! Normale U-Bahn-Stationen liegen ca. 600 m auseinander, die Grazer Tram-Haltestellen die Hälfte, wo wäre da der Vorteil? Die Tram darüber könnte ja nicht entfallen.
Mein Vorschlag: eine der West-Ost-Linien wird über die Volksgartenstraße, die Keplerbrücke, die Wickenburggasse und die Uni zum LKH geführt, so könnte auch eine Ringlinie entstehen.
Und Kosten und Bauzeit? Jeweils ein Bruchteil von einer U-Bahn.
Und: keine faden U-Bahn-Gesichter wie in Wien.

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SoundofThunder
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🤔

💶💶💶💶💶💶💶Kostaquanta? Wir ham‘s ja!

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baldasar
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no

kein geld für weiteren tram ausbau richtung straßgang, gösting, weinzödl, st peter, waltendorf etc bzw s-bahn ausbau ( , graz-raaba/gösting/straßgang/graz nord) aber von einer nicht finanzierbaren u-bahn träumen. Die gutachter werden sich freuen...

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Think_simple
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Kosten

Ok, man sollte Infrastruktur nicht nur an den Kosten aufhängen, die Investitionen sind ja doch langfristig. Aber: wenn ich mir angeblich 10-15 Mio für den km Straßenbahn nicht leisten kann ist es schon sehr befremdlich, dass die 10fache Summe für die U-Bahn angeblich problemlos gestellt werden kann.
Wobei der Bau der U-Bahn ja noch nichts gegen den laufenden Betrieb ist...
Von der Sinnhaftigkeit einer Investition, um ein effizientes, aber nicht voll ausgeschöpftes bestehendes System zu ersetzen, mal abgesehen...

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invisible
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Kosten

Vor allem: beim laufenden Betrieb zahlt der Bund dann nicht mehr dazu. Und da sind die Kosten - wie auch beim Bau - ebenfalls ca. um den Faktor 5-10 höher als bei der Straßenbahn.

In Deutschland gibts einige Städte, die sich vor 30 Jahren vom Bund die Straßenbahn unter die Erde legen ließen (also eh schon die Sparvariante) und jetzt damit kämpfen die erste größere Renovierung zu finanzieren - dort wird stellenweise schon über Betriebseinstellungen diskutiert.

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gerbur
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Noch ein paar Ideen für den Stadt- Nagl!

Förderbänder, auf denen die Autos lautlos durch die Stadt gezogen werden. U-Boot Verkehr im Kanalsystem etc. oder einen Hyperloop light?

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stadtkater
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Bitte

bringens den NAGL nicht auf dumme Ideen mit hoher Wertschöpfung und Umwegsrentabilität, um die uns dann die ganze Welt beneidet! Die Machbarkeitsstudien bei der Wirtschaft werden sonst gleich heute noch in Auftrag gegeben;-)!

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bluebellwoods
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Scheitert ja sowieso an den Umweltauflagen

also sollte das dafür vorgesehene Geld besser in einen Ausbau der aktuellen Öffis verwendet werden. Viel Geld in Pläne zu stecken um schlussendlich festzustellen, dass es doch nicht umsetzbar ist, halte ich nicht für sinnvoll.

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invisible
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Umwelt

Wann hat sich Nagl denn je um die Umwelt geschert? (Siehe jüngere Geschichte: Murkraftwerk, Augarten, ...)

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stadtkater
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Aber

die Gutachter freut das sehr!

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bluebellwoods
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Daran hab ich

ja gar nicht gedacht... geht ja um Schaffung von Arbeitsplätzen.... 🤣😉

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Mein Graz
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Der direkte Weg von West nach Ost (Eggenberg bis LKH)

führt durch die Innenstadt und beträgt Luftlinie etwa 6 km.
Will Nagl unter der Innenstadt ein großes Loch bohren oder werden Umwege in Kauf genommen?

Da jeder Kilometer einer Light-Variante ja eh "nur" 100 bis 120 Millionen € kostet spielen so ein paar Kilometer mehr eh keine Rolle!

Aus welchen Erwägungen heraus propagiert dieser Bürgermeister immer wieder dafür, nicht die bestehenden Öffis auszubauen sondern seine Hirngespinste verwirklichen zu wollen?

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styrianprawda
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@Mein Graz

Um in einer Stadt einen leistungsfähigen ÖV anzubieten, ist es nötig, in die 3. Dimension zu gehen.
Also entweder in die Luft oder unter die Erde.
Da "in die Luft" in Graz unmöglich bzw. sehr zweifelhaft ist, bleibt nur "unter die Erde".

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Mein Graz
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@styrianprawda

Das sehe ich nicht so.
Die Entflechtung der Innenstadt ist Voraussetzung, da hat Nagl schon gebremst und jetzt eine Variante gewählt, die außer der Herrengasse nicht wirklich eine Entlastung bzw. Erweiterung ist.
Es gibt noch immer die Variante, über den Griesplatz zu gehen, was dieser BM ja abgewürgt hat, dabei wäre das eine Möglichkeit gewesen, nach Westen weiter vorzustoßen!

Die Öffis attraktiver zu machen MUSS an 1. Stelle stehen, nicht der Bau einer Tiefgarage, die nur noch mehr KFZ in die Stadt lockt - was Nagl natürlich niemals zugeben wird.

Ob tatsächlich "unter der Erde" gebaut bzw. Löcher gegraben werden ohne die Häuser darüber zu gefährden müssen Experten feststellen. In anderen Städten hat es da schon einige sehr böse Überraschungen gegeben!
Auch möchte ich persönlich nicht in einem Haus leben, unter dem alle paar Minuten eine Garnitur durchdonnert und möglicherweise das ganze Haus zum Beben bringt.

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styrianprawda
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@Mein Graz

WEltweit sind also zehntausende Häuser von den unter ihnen fahrenden U-Bahnen gefärdet?
Und in Graz beben die Häuser auch ohne U-Bahn, schlicht und ergreifend durch die Tram.

Kein "unter der Erde"? Wollen Sie eine Hochbahn, am einfachsten 10m über den Fahrbahnen?

Und was nutzt eine Tram in der Peripherie auf einem gesonderten Gleiskörper, wenn für sie dann im Zentrum plötzlich nur mehr ein geteilter, limitierter Platz zur Verfügung steht?

Aber zu Ihrer Beruhigung: die Bienenkorb-Garage halte ich auch für Unfug, ausser sie stünde ausschließlich InnenstadtbewohnerInnen (nicht dort Arbeitenden und Einkaufenden) zur Verfügung.

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Think_simple
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3. Dimension

Sagt wer? Es krankt bei Ost-West noch immer an der von Nagl persönlich (1× Ende der 99er, 1x 2017) abgesagten Innenstadtentlastung, sonst aber an nichts.
Wo ist das Problem bei Annenstraße, Eggenberger Allee und Co? Verkehrsberuhigt, eigener Gleiskörper, wo liegt das Problem?

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styrianprawda
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@Think_simple

Sie denken zu "simple".
Denn die Stadt besteht nicht bloß aus Annenstraße und Eggenberger Allee.
Und übrigens, viele "Co's" gibt's nicht.

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wabra149a
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uuuhhhhh,

diese Schmerzen! Geht das schon wieder los! Aber bitte alles schön der Reihe nach: jetzt wird einmal der Augarten zerstört, dann sehen wir weiter...

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Krennga
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Ubahn JA und nochmals JA !!

Volle Unterstützung fuer den Plan unseres Buergermeisters!
Ein grosser Schritt vorwaerts fuer unsere Stadt waere damit getan !!

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Think_simple
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So what...?

Liebe(r) Krennga,
Ich nehme zur Kenntnis, du bist dafür. Gewiss hast du auch gute Gründe dafür, warum das Projekt so toll ist und welche Probleme damit konkret gelöst werden. Diese Argumente würden denke ich uns alle interessieren, vielleicht wird die Idee dann für uns "böse Verhinderer und visionslose Neinsager" etwas nachvollziehbarer.

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checker43
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Zuerst

wird man klären müssen, wovon die Rede ist. Der Bürgermeister redet von einer U-Bahn, der Verkehrsexperte von einer unterirdisch geführten Straßenbahn. Bis auf das Loch sind das zwei verschiedene Dinge.

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Think_simple
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Aegumente

Interessant: bis vor etwa 30 Minuten waren bis auf 2 "rot" alle Kommentare mit "grün" bewertet, und plötzlich rauschen die "rot" für alle Kommentare nur so daher - mit Auftraggeber?
Bestimmt kann man das auch argumentell erläutern, warum das nicht stimmt, oder?

*) die U-Bahn verkürzt aufgrund der geringen Länge sowie der langen Zugangswege die gesamte Fahrzeit in Ost-West nur unmerklich
*) es gibt, mit kleinen auf täglich recht kurze Zeit beschränkter Ausnahme in der Leonhardstraße, auf der Relation UKH/LKH zu ebener Erde so gut wie keine Behinderung der Straßenbahn, die diese Maßnahme nötig machen würde
*) auch wenn man zB im Westen die Linie 1 und im Osten die Linie 7 einsparen würde, so müsste man aufgrund der weiterh7n bestehenden Linie nach Wetzelsdorf bzw Mariatrost die Straßenbahn weiter erhalten, parallel zur U-Bahn, also doppelten Erhaltungsaufwand für nur eine Relation betreiben
*) die wahren Problem-Hotspots im Nordwesten und Südwesten wären weiterhin ungelöst
*) sowohl zeitlich als vor allem kapazitätsmäßig wäre bei den Linien 1 und 7 noch massig Potential vorhanden, welches binnen 2-3 Jahren und wesentlich geringerem Finanzaufwand selben Nutzen bringen würde.

Also: wieder nur heiße Luft als Ablenkung oder was?

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Bumsdi
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Wann ist der Stillstand endlich zu Ende?

Im Wochentakt rülpst der Grazer "Bürger"-Meister abstruse (zB Murgondel, U- Bahn, etc.) oder destruktive (zB Zerstörung des Augartenparks) Ideen in die Medien. Damit zeigt er seine verzweifelte Hilflosigkeit, weil er genau weiß, dass er in der Grazer Geschichte lediglich ein Plätzchen als Stillstandsmeister einnehmen wird, unfähig, irgendwas für die Stadt und seine Bewohner getan zu haben.

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Think_simple
26
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Träume

Immer wieder lustig, was Nagl so von sich gibt wenn er schlecht geschlafen hat. Ist wie ein Kind, das zwar seine Aufgaben nicht macht und eine Prüfung nach der anderen in den Sand setzt, aber dafür großspurig schon an seiner Rede für die Promotion bastelt.
Nicht, dass man nicht über alles nachdenken dürfte, aber bei etwa 120 Mio/km könnte man für nur 1 km die Linie 32 auf Straßenbahn umrüsten. Das wäre wohl Kosten/Nutzen besser ausgenützt. Generell ist das System Straßenbahn in Graz noch lange nicht ausgereizt, aber wir träumen lieber mehrere Nummern größer und schaffen nicht einmal die kleinsten Hausaufgaben, weil wir uns (bzw ER sich) beständig der Realität verweigern.
Armes Graz!

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Nora
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Geldvernichter Nagl

Murgondel,Stadtseilbahn und nun eine U-Bahn! Ob der Herr Bürgermeister eigentlich weiß welchen Unsinn er da von sich gibt? Ach ja,die Schnapsidee Olympia wollte er ja auch!
Anscheinend will er unbedingt für sich.ein Denkmal haben!

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