Samstagabend, kurz nach Mitternacht. Vor der Postgarage in Graz reicht die Schlange an Menschen, die noch hinein möchten, bis zur Rösselmühlgasse hinaus. Praktisch alle haben sich an den Dresscode – „Pink or Kink“ lautet er diesmal – gehalten. Trotzdem werden die meisten von ihnen werden bald heimgeschickt werden – die Chance, dass sie noch hineinkommen, liegt bei Null. „Das ist immer eine schwere Entscheidung, ab wann wir den Cut in der Schlange machen müssen“, sagen Joe und Chris, für Organisation und Ticketing bei „FAGtory“ zuständig. Der Hype um die Veranstaltung in der Postgarage ist riesig, die Vorverkaufskarten sind jedes Mal in kürzester Zeit ausverkauft. Das war natürlich insbesondere für die Ausgabe am Samstag so, da feierte der Club seinen zehnten Geburtstag. Das Besondere an der Veranstaltung: Es ist eine Party, die aus der LGBTIQA+-Community heraus („Fag“ ist ein englisches Wort für „Schwuchtel“, das sich die Szene als früheres Schimpfwort selbst angeeignet hat) für alle entstanden ist, gemeinsam feiert man für Offenheit, Diversität und Freiheit. Und das ziemlich offen: Die Party versteht sich als Sex-positiv, sehr erwünscht sind ganz besonders gewagte Outfits, und für alle, die das wollen, gibt es einen Darkroom, in dem sowohl homo- als auch heterosexuelle Menschen miteinander intim werden können.
„FAGtory“ feierte 10 Jahre
„Sowas gibt‘s in Wien nicht“: Was hinter dem meist gehypten Club von Graz steckt
Reportage.
In der Postgarage in Graz feierte am Samstag der „FAGtory“ Club sein 10. Jubiläum. Demnächst startet daneben im PPC mit „Slay!“ eine neue LGBTIQA-Partyreihe.
© Nicolas Galani