In der Ausstellung „Protest!“ im Graz Museum ist der allerhinterste Raum in eine „Protest-Werkstatt“ umfunktioniert worden. Auf einem großen Arbeitstisch liegen Papier, Karton, Bunt- und Filzstifte und Leim bereit, sowie „Der analoge Demo-Routenplaner“, ein eingeschweißter Stadtplan von Graz, der auf eine lange, vor Google Maps und WhatsApp liegende Protesttradition hinweist. Zwei Weißwandtafeln, auf denen diverse Fragestellungen zu lesen sind – „Gibt es ein Mittel gegen Krieg?“ und „Was wäre eine Demokratie ohne Protest?“ – warten auf ihren Einsatz. Es ist bereits das zweite Mal, das ich diese Ausstellung besuche: gerade in diesen Tagen möchte ich an die Mittel des Protests glauben, möchte glauben, dass die Welt sich noch zum Besseren ändern kann. Auf dem Tisch steht ein Kästchen voller kleiner Figuren: graue Männchen, auf denen man selbstgemalte Schildchen kleben kann: „Schützt die bedrohten Tierarten!“; „Equal rights for everyone!“; und „Stopp dem Mikroplastik!“ Ich setze mich hin, starre den Tisch an und wünsche mir eine eigene Armee kleiner grauer Männchen, denn der Anblick des leeren Raums betrübt mich.