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Damals in der Steiermark

30. Todestag von Bildhauer Alexander Silveri

Zwei Lebensphasen prägten den Bildhauer Alexander Silveri (1910– 1986) – das Studium und der Krieg.

Alexander Silveri - im bild mit Musiker Alois Hochstrasser
Alexander Silveri - im bild mit Musiker Alois Hochstrasser © KK
 

Vor 30 Jahren starb der Grazer Bildhauer Alexander Silveri (1910–1986). Es sind zwei völlig konträre Lebensphasen, die er nicht in Graz verbrachte, die ihn prägten.

1928 bis 1936. Als 18-Jähriger trat Silveri 1928 in die Bildhauerklasse Josef Müllner an der Wiener Akademie ein. Doch zu einem Vorbild wurde dieser nie. Eher orientierte er sich an den Werken Ernst Barlachs (1870– 1931), ein sprachlich und bildhauerisch Doppelbegabter mit sozialem Engagement. Barlachs Einfluss auf Silveri zeigt sich etwa beim „Prophet“ (1959) – heute in der Grazer Stiegenkirche zu sehen.

1934 starb Silveris Mutter, was im Leben des vaterlos Aufgewachsenen einen schweren Einschnitt bedeutete. Doch das Jahr endete auch mit einem Neuanfang: Am Silvesterabend lernte er Hiltraud Fabiani kennen, seine spätere Frau. Zwei Jahre später brach er seine Zelte in Wien ab – in dieser Zeit hatte er sich als Künstler bereits etabliert. Er richtete sein Atelier in der Grazer Gabelsberger Straße ein, baute 38 lebensgroße Holzfiguren für das Volkskundemuseum, erhielt 1937 den Staatspreis und heiratete 1939. Eine Phase der Zweisamkeit folgte, ehe er 1940 zur 5. Gebirgsdivision eingezogen wurde.

1939 bis 1945. Diese zweite Phase außerhalb von Graz sollte sein restliches Leben bestimmen, wie sie es bei so vielen seiner Generation tat. Sein Kriegstagebuch war für ihn Zuflucht und wurde ein Spiegelbild der Schrecknisse. Gemeinsam mit jenem seines Kriegskameraden, des Grazer Hoteliers Sepp Weitzer, ist es ein berührendes Zeitdokument.

Der Bildhauer kämpft in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in Griechenland. Auf Kreta überlebt er 1941 trotz starken englischen Beschusses. Die Leichenberge, die Rohheit jener Tage sollten sein späteres Werk beeinflussen: „... diese Bilder bleiben und haben sich wie Brandzeichen an mich geheftet. Ich spreche nie davon ...“

Als er 1945 endlich in seine Heimatstadt zurückkehrt, findet er Wohn- und Arbeitsstätte als Trümmerhaufen vor. Doch er richtet sich auf, bleibt erfolgreicher Künstler mit enormem Schaffensdrang, dem viele Ehrungen zuteilwerden. Die letzte Auszeichnung, das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, nimmt er 1985 am Krankenbett entgegen. Am 21. Juli 1986 stirbt er an den Spätfolgen eines Schlaganfalls, den er sieben Jahre zuvor erlitten hatte. Sein Schaffen lebt jedoch fort: An dieser Stelle sei an seine zum 25. Todestag 2011 erschienene Biographie, verfasst von Ingeborg Radimsky, erinnert.

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