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Wie konnte es so weit kommen?Warum jeden Tag mehr als ein steirischer Bauernhof zusperrt

Der „Wutbauer“ wurde mit Spenden gerettet, sehr viele heimische Höfe kämpfen weiter ums Überleben. Jeden Tag sperren im Schnitt in der Steiermark 1,3 Bauernhöfe für immer zu. Was läuft schief? Eine Bestandsaufnahme.

Rettung des Hofs von Christian Bachler (Bild rechts) löste Debatte über Situation heimischer Bauern aus © Fuchs (2), Fröhlich, Fotolia
 

Von Grund und Boden ist es oft nicht weit zum Abgrund. Das Dilemma des hoch gelegenen wie hoch verschuldeten Bergbauernhofs von Christian „Wutbauer“ Bachler und die spektakuläre Wende via Spendenaktion hat viele Emotionen ausgelöst. Beim betroffenen Murauer, der nun auf einen Schlag all seine Schulden los ist, bei Funktionären von Banken und Kammern, die plötzlich zur Wut-Zielscheibe wurden. Aber vor allem bei vielen steirischen Bauern, im Wissen, dass nicht die ganze steirische Landwirtschaft mit Spenden aufrechterhalten wird.

Kommentare (35)
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oekoLogisch
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Ohne die Diskussion unter mir zu lesen

Mal ein sehr guter Artikel in der Kleinen. Ja es wird schwierig oder es ist schon. Wir sollten mit Freude ein Produkt verkaufen, aber wie geht das, wenn es zu wenig wert ist. Ich verdiente mit Mutterkuhhaltung vor 5 Jahren um 35% mehr, wohlgemerkt bei 32 Kühen, Bio! Jetzt verdiene ich nicht mehr genug, um einen durchschnittlichen bäuerlichen Haushalt zu führen. Ja ich habe andere Betriebszweige, aber wie viele haben vielleicht nur 10 Mutterkühe, steile Hanglage und kaum Wald und keinen Fremdenverkehr. Mir haben sie die Förderung in den letzten 5 Jahren um € 7.000,- reduziert, in den letzten 10 Jahren um € 10.000,-. Die leicht steigenden Preise für das Produkt frisst die teurer werdende Mechanisierung auf. Um ohne Förderung soviel zu verdienen, dass ich damit einen landwirtschaftlichen Haushalt bewirtschaften könnte , müsste das Produkt mindestens doppelt so teuer sein. Wenn die EU nicht bereit ist, mehr Förderung zu bezahlen, dann muss das von nationaler Ebene kommen, gerne mit sozialer Staffelung, damit die kleinen mit 10 Kühen auch leben können. Ich werds schon überleben.....

FamDeutsch
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Alternative

Wenn Handel und Konsument zu keiner Wende bereit sind, bedarf es anderer Gesetze. Wenn nicht auf EU-Ebene, dann auf österreichischer.
Es muss eine CO2-Steuer eingeführt werden, die Transportwege berücksichtigt, um so die heimische Produktion fairer zu bewerten. Warum Äpfel aus Italien importieren, wenn wir ums Eck genug haben. Und wenn wir zu viel Fleisch produzieren (und dabei 80% der landwirtschaftlichen Fläche für Futtermittel verwenden), werden wir auch wieder mehr umwandeln, um Nahrungsmittel für die Menschen zu produzieren.
Vieles, worüber vor einem haben Jahr geschrieben wurde, scheint wieder vergessen zu sein.

DergeerderteSteirer
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Obwohl @scionescio des öfteren von mir nicht ganz vertretbare Ansichten und Meinungen vertritt , in seinem Kommentar hat er Dinge und Gegebenheiten angeführt wie beschrieben welche sich zu 100% mit meinen Ansichten und Sichtweisen decken, ...................

deshalb sage ich "Danke" an @scionescio, ich brauche seinen Ausführungen nichts mehr beifügen, er nennt das Kind beim Namen !!

Der Redaktion, in dem Fall Hrn. Ulrich Dunst ebenfalls ein Danke für den gut interpretierten und recherchierten Bericht der hoffentlich so manchen "Geiz ist Geil Fetischisten" die Augen und Ohren öffnen soll !!

DergeerderteSteirer
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Der völlig nachvollziehbare und korrekt interpretierte Kommentar von @scionescio ...................

Ich kenne in meinem privaten Umfeld einige Bauern, die ausgesprochen gut von ihren exquisiten Produkten leben können und nicht einmal in der Lage sind, alle zu beliefern, die auch in diesen Genuss kommen wollen - die haben aber auch keine Massentierhaltung, keine Turbomilchkühe, keine Sterzpampas, etc. sondern haben schon vor Jahren- von ihren Kollegen belächelt- auf Nachhaltigkeit, biologischen Anbau, seltene Rassen, Nischenprodukte, etc umgestellt...

... die brauchen auch keine Monstertraktoren, mit denen sie sich den Raiffeisenbanken ausliefern, sondern machen bei idiotischen Wachstumsspirale einfach nicht mit.
Die große Mehrheit glaubt noch immer, durch einen sauteuren Maschinenpark wachsen zu können, damit sie mit mehr Ertrag auch mehr verdienen und ruinieren sich durch das so erzeugte Überangebot derart die Preise, dass unter dem Strich nur mehr Schulden und nicht mehr Einnahmen (von den Banken abgesehen) herauskommt!
Den unfähigen Bauervertretern fällt nicht mehr dazu ein, als dieses System noch zu befeuern und die Politik fördert noch mit Subventionen die Abhängigkeit und indirekt damit auch Massentierhaltung und dem damit verbundenen Tierleid, Monokulturen und der damit verbundenen Zerstörung der Böden, Sojaimporte für das teure Kraftfutter für Turbokühe, damit die Milchseen produzieren, die keiner braucht und deshalb mit weiteren Subventionen als Milchpulver nach Afrika exportiert werden (und dort die heimischen Bauern arbeitslos macht, die dann als Wirtschaftsflüc

DergeerderteSteirer
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Fortsetzung und Vervollständigung.................

.......................die dann als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen!) .... einfach nur noch krank!

ARadkohl
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Wachse oder Weiche, wenn wundert es?

Fleisch Aktion bei den Handelsketten, die Leute stehen Schlange, die Bauern werden billigst abgespeist. Die Bauern können arbeiten bis zum umfallen und wenn einer seinen Tierbestand nicht mehr ordnungsgemäß hält und sich wieder ein Skandal was Tierhaltung betrifft sich auftut, weil jeder nur mehr größer und größer werden muss, dann gibt es den großen Aufschrei. Da können Gesetze kommen wie sie wollen und das sprechende Werbungsschweinderl noch so lieb sein, das ganze System ist nur mehr krank. Und aktuell, die Gaststätten haben dicht, der Schweinerei im Keller, den Bauern bleibt nichts als Erlös übrig, aber Hauptsache Klopapier ist genug daheim.

ARadkohl
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Der Schweinepreis im Keller

Soll es richtigerweise heißen.

untermBaum
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Mal Ehrlich

Welchen Lebensstandard hatten diese Bauern früher? In der Steiermark waren es Großteils Kleinstbauernhöfe "Keuschner?"Heute ist Niemand mehr bereit solche Entbehrungen auf sich zu nehmen. Alles muss schnell und leicht gehen, mit viel Maschineneinsatz.
Streuobstwiesen verschwinden weil schwer zu mähen, ökologisch wertvolle Heckenstreifen wichen und weichen Äckern mit Monokulturen so weit das Auge reicht weil viel schneller mit Traktoren die so aberwitzige Größen haben das man sich nur auf den Kopf greifen kann, zu bewirtschaften sind.
Jeder der mal den Gadymarkt besucht hat und diese 100tsde Euro teuren Monster live gesehen hat muss erkennen dass solche monströßen Maschinen den Tod für die Natur bedeuten. Der Konsument mag mit Schuld sein, doch noch viel mehr sind es die Handelsriesen die die Preise bestimmen. Viele Bauern denken um zum Glück, doch wenn man sieht wie die meisten Bauern die Äcker und Wälder mit ihren Maschinen vergewaltigen, drüberfahren ohne jedes Gefühl für die Natur kommt einem das Kotzen. Das Grundübel ist auch bei den Bauern die Entfremdung gegenüber der Natur weil Viele halt lieber mit dem BMW zur Dorfdisco fahren und "leben" als sich mit der Natur zu beschäftigen.

ARadkohl
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Unterm Baum

Du hast wohl absolut keine Ahnung aber groß reden.

Ifrogmi
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ehrlich:

sagen's besser nix zum thema.
"Heute ist Niemand mehr bereit solche Entbehrungen auf sich zu nehmen"??????????
sie erwarten, dass sich die bauern für ihre fantasiewelt, so wie früher, zu krüppeln schinden auf den steilen leit'n? woher sollen sie die zeit dafür nehmen? der mehraufwand ist gewaltig und für mehrere wochen arbeit bleibt am schluss nichts von solchen flächen.
pachten sie sich so eine steilfläche und bewirtschaften sie diese manuell für ein paar jahre - ihnen bleibt nicht einmal die jause, geschweige denn, dass sie sich davon eine spezialmaschine kaufen könnten.
ihre fantasierereien passen aber ganz gut zu ihren fantasiewörtern wie "keuschner".
heisst "keuschLer" oder auch "halbbauer".
leute mit ihren vorstellungen haben in der regel noch nie wwas schweres körperlich gearbeitet, jedenfalls nicht längere zeit. so romantisierende vorstellungen kann nur ein studiosus haben.

untermBaum
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Ja genau

"woher sollen sie die zeit dafür nehmen?".....was müssens denn alles machen die Vollerwerbsbauern? Auto putzen? Karten spielen? Internet surfen?......

Alles soll leicht gehen.....Warum muss jede Leiten 5x im Jahr gemäht werden? Warum nicht eine Landwirtschaft wählen die zum Gelände passt?
Aber starres Denken ist halt viel Einfacher.

Warum die Bauern über die Natur "drüberfahren" müssen kann hier keiner beantworten.
Ausser "Wir sind so arm"..."wir müssen sooo hart arbeiten".... Welcher Bauer arbeitet noch hart Körperlich? Die meisen steigen vom Traktor gar nicht mehr ab. Das Körperliche machen Rumänische Holzknechte oder Erntehelfer..... Aber fest jammern und spritzen....und drüberfahren über alles was keucht und fleucht..... Es gibt zum Glück Ausnahmen....aber die Wirtshaussitzer, die mit dem fetten BMW zum Gadymarkt fahren und sich einen 200tst Euro Spezialtraktor kaufen, jammern und jede Förderung kassieren sind einfach noch immer in der Überzahl.....

ARadkohl
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Jede Leitn muss 5 mal gemäht werden?

Wenn sie heute eine Leitn haben, müssen sie froh sein wenn sie jemanden finden, der sie ein mal wenigstens im Jahr mäht. Und wenn sie dafür keine Kosten dafür aufbringen müssen und diese Arbeit gratis gemacht wird, zählen sie zu den Glückskindern. Das ist die Realität!!

ALFU72
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Auf den Punkt gebracht

....so ist die Realität !! Straßen und Gemeindewege müssen v öff. Hand für die neue Art Landwirtschaft ( landwirtschaftliche Industrie) verbreitert u stabilisiert werden ( müssen vom Steuerzahler bez. werden ) !! Überproduktion - FÖRDERN und jammern, dass NIX drinn‘ ist ...!!!

ARadkohl
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So, und du meinst, mit der Haue in Hand hast vielleicht das große Einkommen.

Wieder einer mit Null Ahnung, aber wichtig schreiben.

Nixalsverdruss
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Du solltest einen Drogentest machen...

... so einen Sch.... kann man nüchtern nicht schreiben!

Nixalsverdruss
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Besuchen Sie bitte einen Bauernhof!

Noch besser - arbeiten Sie mal ein paar Tage, eine Woche oder länger auf einem Bauernhof mit!
Abgesehen von der Tatsache, dass früher sicher nicht die Mehrheit der Bauern "Keuschner" waren, abgesehen von der Tatsache, dass diese Menschen nicht in den letzten 20 oder 30 Jahren von irgend welchen Bäumen heruntergestiegen sind (sprich in die Zivilisation gekommen sind):
Faktum ist, dass der Großhandel den Bauern rd. 30 Cent für 1 LIter Milch bezahlt (1,35 € kostet diese im Handel), dass der Großhandel den Bauern gerade mal 25 - 30 Cent für 1 kg Äpfel der besten Qualität bezahlt (2,49 € kosten diese dann im Handel).
Würden die bäuerlichen Produkte dem Erzeuger - sprich Landwirt - nur 10 Cent pro kg oder Liter mehr bringen, würde das das Jahresdurchschnittseinkommen VERDOPPELN - und die Betriebe lebensfähig halten.
Was macht der Bauer mit seinem Geld: er kauf Maschinen, Geräte und auch Traktoren, um sich seine Arbeit zu erleichtern. Oft sind diese Maschinen aber auch bodenschonender als die bisherige Produktionsweise. Und sind wir ganz ehrlich: Welcher Lehrer würde heute noch mit der Schiefertafel den Unterricht gestalten? Welcher Arbeiter mit Schaufel und Schiebetruhe auf der Baustelle arbeiten?
Also bleiben wir so realistisch - legen wir die Romantik ab und geben den Bauern das Geld weiter, dass sich momentan der Handel einsackt!
Das wäre FAIR TRADE - und eine Entfremdung gegenüber der Natur könnte höchstens denen vorgeworfen werden, die so einen Schwachsinn verzapfen ...

Nixalsverdruss
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Besuchen Sie bitte einen Bauernhof! II

... wie Sie "untermBaum"! Steigen Sie auf einen Baum um einen besseren Überblick zu bekommen - und lernen Sie dazu.
Es ist dieses GRÜNE denken, dass eigentlich viel zu wenig GRÜN ist - ich würde mich mehr grüne Ideen wünschen, um den Bauern das Leben zu erleichtern ...

untermBaum
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Die Bauern

Leben von und sollten auch MIT der Na
tur leben. Auch mit Maschinen kann man auf die Natur Rücksicht nehmen. Warum findet man kaum noch Äcker die durch Hecken die Wasser speichern und vor Winderosion schützen unterteilt sind? Warum immer weniger Streuobstwiesen? Warum sieht es in Wäldern nach der Holzernte immer aus als hätte eine Bombe eingeschlagen? Ich WEIß aus eigener Erfahrung dass es auch anders geht und man damit auch Kunden gewinnt die verantwortungsvolle Arbeit schätzen und entsprechend bezahlen

melahide
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Sie

Haben da zum Teil recht. Früher hat man Teile der Ernte als Saatgut für das nächste Jahr verwendet. Heute kauft man sich Hybridsamen, die schon in Gift eingelegt sind, damit die Vögel sie nicht herauspicken. Man kauft Soja aus Argentinien statt Kühe auf der Weide zu belassen usw!
Ich kenn nur noch wenige, die es wirklich „aus Liebe“ mit viel Handarbeit machen.

erstdenkendannsprechen
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ansatzweise erkennen sie probleme - aber dann gehts los:

kein saatgut ist "vergiftet" wegen der vögel. das wäre sogar verboten. da gehts um schimmel, oder kleinschädlinge.
soja aus argentinien kommt nicht zu den kühen - der geht in die mast (schweine, rinder).
die milchkühe kriegen keinen soja aus südamerika.
ich kenne welche, die "aus liebe mit handarbeit" arbeiten. die gehen nebenbei arbeiten, damit sie mit zwei gehältern von auswärts den hof erhalten können (allein as kostet was). und bei einem betrieb krieg ich - weil befreundet - meine eier und meinen speck. kriegt aber kaum wer sonst. orginalzitat bäuerin: "für den markt produzieren wir nicht mehr". sie produzieren für sich - udn für einige (wenige) freunde. mehr geht sich nicht aus mit zwei jobs.

andy379
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Das System

Raika, Landwirtschaftskammer und Bauernbund hat es so weit kommen lassen.
Und das blinde Vertrauen der Landwirte in diese Institutionen.
Solange die Bauern dieses System nicht selbst ändern (durch ihr Wahlverhalten bei LKW-Wahlen) ändert sich gar nichts.
Frei nach Soiber: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber."

jonyb0
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Es gab Mal einen in Tirol sagte, behauptete...

Dem Bauern kannst du alles nehmen,
sogar die Bäuerin kannst ihm stehlen.
Trotz alle dem, arbeitet er sich weiter wund,
Und wählt mit stolz den Bauernbund!

Nixalsverdruss
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ad Jonyb0: Unser roter Bauernvertreter ...

... hat es sogar in den Landtag geschafft. Er hat als Bürgermeister seine Gemeinde an den Rand des finanziellen Ruin gebracht - und mit seinem üppigem Gehalt hat er sich in Ungarn eine riesige Landwirtschaft gekauft:
Das Argument: "Dort brauch ich mich nicht an die Regeln halten, kann spritzen was ich will und bekomme die selbe EU-Förderung wie in Österreich!"
Somit behält das Adenauer-Zitat wieder Recht:
"Das einzige, dass Sozialisten von Geld verstehen ist, dass sie es von anderen haben wollen!"

schulzebaue
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Überbürokratisierung

Wie in jedem anderen Bereich auch:

Die bürokratischen Hürden werden so hoch gelegt, daß viele sich das einfach nicht mehr antun wollen.

Sobald jemand groß genug ist um eine Verwaltungsebene einbauen zu können profitiert wer von der aktuellen Situation.

Das ist beim kleinen Gastwirt vs. Großproduzent genauso wie beim typischen österreichischen Landwirt der im europäischen Umfeld einfach untergehen muß; genauso kann sich ein mittelständischer Kleinunternehmer durch den Bürokratiedschungel kämpfen während die großen kraft ihres Ertrages diese Leistungen einfach auslagern können.

Gefühlt kommen jährlich einige wenige Minuten neue Verwaltungshürden dazu ohne die alten abgeschafft zu haben. Was sich da über die letzten Jahre zusammengestaut hat wird einfach zunehmend nicht zu bewältigen.

melahide
7
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Nur jene

Die auf Direktvermarktung setzen und auch „mit der Zeit“ gehen, haben noch eine Chance. Die anderen müssen leider in Massen produzieren. Mein Großvater hatte einen kleinen Obstbetrieb, nach dem Krieg. Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Kirschen, Kastanien. Damals schon als Permakultur. Ein Obsthändler kaufte alles auf, der hatte Marktstände in Wien und Graz. Hat damals funktioniert. In den 90ern hat er schon begonnen Steinpilze zu züchten und wollte Kiwi anbauen. Heute verkauft man gar kein Obst mehr. Das wird zu Säften verarbeitet, Marmelade, Most und geht an Buschenschänke .... so ändert sich alles.

Wenn der Bauer immer noch da steht, mit gespritzten Tomaten und Kohl, mit Massenzucht-Schwein und sich dann aufregt „das er nichts dafür bekommt“.., dann geh mit der Zeit. Bau biologisch an, nimm Dinge die „Hip“ sind ... Topinampur war bei uns „Unkraut“ wo keiner genau wusste, wohin damit. Heute zahlen die Leute gut 25 Euro für ein Kilo der Knollen ... gleiches mit Kiwibeeren, Aronia, Goji ...

scionescio
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Ich kenne in meinem privaten Umfeld einige Bauern, die ausgesprochen gut von ihren exquisiten Produkten leben können und nicht einmal in der Lage sind, alle zu beliefern, die auch in diesen Genuss kommen wollen - die haben aber auch keine Massentierhaltung, keine Turbomilchkühe, keine Sterzpampas, etc. sondern haben schon vor Jahren- von ihren Kollegen belächelt- auf Nachhaltigkeit, biologischen Anbau, seltene Rassen, Nischenprodukte, etc umgestellt...

... die brauchen auch keine Monstertraktoren, mit denen sie sich den Raiffeisenbanken ausliefern, sondern machen bei idiotischen Wachstumsspirale einfach nicht mit.
Die große Mehrheit glaubt noch immer, durch einen sauteuren Maschinenpark wachsen zu können, damit sie mit mehr Ertrag auch mehr verdienen und ruinieren sich durch das so erzeugte Überangebot derart die Preise, dass unter dem Strich nur mehr Schulden und nicht mehr Einnahmen (von den Banken abgesehen) herauskommt!
Den unfähigen Bauervertretern fällt nicht mehr dazu ein, als dieses System noch zu befeuern und die Politik fördert noch mit Subventionen die Abhängigkeit und indirekt damit auch Massentierhaltung und dem damit verbundenen Tierleid, Monokulturen und der damit verbundenen Zerstörung der Böden, Sojaimporte für das teure Kraftfutter für Turbokühe, damit die Milchseen produzieren, die keiner braucht und deshalb mit weiteren Subventionen als Milchpulver nach Afrika exportiert werden (und dort die heimischen Bauern arbeitslos macht, die dann als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa kommen!) .... einfach nur noch krank!

 
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