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Masernfall in Graz15-Jähriger steckte im LKH womöglich fünf Babys an

Ein 15-jähriger Schüler kam mit Masern in die Ambulanz der Kinderklinik in Graz. Trotz sofortiger Maßnahmen ist noch nicht klar, ob es Ansteckungen gibt.

© Symbolbild/Fotolia
 

Weil Lila, 13 Monate alt, einen Infekt hatte, kam sie mit ihrer Mutter in die Kinderklinik in Graz. Doch das wurde für die Grazer Familie, die eigentlich derzeit in Stockholm lebt, zur Odyssee. Denn auch ein 15-jähriger Schüler war vergangenen Freitag in der Ambulanz. Dort stellte sich heraus, dass er Masern hatte. Diese sind hochansteckend und können gefährlich werden. Ungeimpfte stecken sich sehr wahrscheinlich an. Und da in Schweden erst mit 18 Monaten gegen Masern geimpft wird, war Lila ungeschützt.

Wieder im Vormarsch

In Österreich wurden im Vorjahr bis Ende September 72 Masernfälle gemeldet.

Die Fallzahlen der hochansteckenden Infektion steigen. Grund ist laut Experten auch eine wachsende Impfskepsis.

Masern sind nicht harmlos:
In einem von 1000 Fällen stirbt ein Kind sogar daran. Schutz bietet die kostenlose Impfung. Infos: keinemasern.at

Ausschlag falsch eingeschätzt

Wie es dazu kam, schildert Werner Zenz, Infektionsspezialist an der LKH-Uniklinik Graz: Der 15-Jährige war mit Fieber und Husten an die Klinik überwiesen worden. Es gebe einen eigenen Eingang für Patienten mit ansteckenden Krankheiten, doch diesen hatte der Jugendliche nicht benutzt: Er hatte seinen schwach ausgeprägten und im Gesicht nicht zu sehenden Ausschlag falsch eingeschätzt.
Bei seiner Untersuchung wurden die für Masern typischen „Koplik’schen Flecken“ im Mund erkannt. „Während er im Warteraum war und auch einige Zeit danach waren andere Patienten dem Masernvirus ausgesetzt“, sagt Zenz. Also musste die Klinik rund 35 Patienten kontaktieren, die zu dem Zeitpunkt in der Ambulanz waren.

Fünf Babys mussten behandelt werden

Mit deren Kontaktpersonen kam die Landessanitätsdirektion auf mehrere Hundert eventuell Betroffene. Wer nicht geimpft war, konnte dies binnen 72 Stunden tun, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Doch auch fünf Babys, das jüngste einen Monat alt, mussten behandelt werden. Da gegen Masern frühestens mit neun Monaten geimpft wird, bekamen sie Immunglobuline. Das Klinikpersonal ist mittlerweile durchgehend geimpft.
Ob es zu weiteren Infektionen kommt, ist unklar, denn die Inkubationszeit beträgt sieben bis 18 Tage. Ansteckend sind Infizierte laut Zenz jedoch schon vier Tage vor Beginn des typischen Ausschlags. In dieser Zeit sei der 15-Jährige auch noch kurz in seiner Schule in Graz gewesen.


Die kleine Lila konnte noch rechtzeitig geimpft werden. An der Kinderklinik sei dies nicht möglich gewesen, sagt ihre Mutter Janina Hödl. Doch sie konnten noch am Samstag in die Praxis des Grazer Kinderarztes und Impfreferenten Hans Jürgen Dornbusch kommen, denn just an diesem Tag startete der neue Kinderärztliche Notdienst in Graz. „Das war Glück im Unglück, wir konnten mit dem Impfstoff zu ihm“, sagt Hödl.

Gefahr für andere


Die Familie mit drei Kindern muss ihren Heimatbesuch jetzt ungewollt verlängern. Hödl will mit ihrer Geschichte aufzeigen, was eine Maserninfektion anrichten kann: „Wer sich oder seine Kinder nicht impfen lässt, sollte sich schon bewusst machen, dass er damit auch andere in Gefahr bringt“, sagt sie.

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Danke für Ihr Verständnis.

alwin
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Kein Verdacht ?

Zitat:"Der 15-Jährige war mit Fieber und Husten an die Klinik überwiesen worden. "
Wer hat ihn überwiesen? Warum wurde er überwiesen? Waren Masern für die nicht diagnostizierbar?

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Sam125
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Antwort zu Peter Oberleitner's Kommentar!

SG. Herr Oberleitner nicht nur sie hatten in früheren Zeiten Masern! Auch in unserer Familie gab es Masern und die Nichte meines Schwagers ist im Alter von 10 Jahren daran gestorben!! Weiteres bekam mein 5 jähriger Sohn trotz Impfung die Masern, wobei unser Hausarzt meinte, dass ich froh sein soll, dass mein Sohn geimpft ist, daher wird die Krankheit nicht so schlimm verlaufen! Doch ich kann ihnen versichern, dass wir tagelang neben meinem Sohn gesessen sind, da das Fieber tagelang extrem hoch war!Zum Glück bekam mein zweiter,damsls 2jährige Sohn durch die Schutzimpfung diese hochansteckende Infektionskrankheit nicht! Oft kommen die Folgeschäden erst Jahre später zum Vorschein!

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Sam125
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Masern

Ja, liebe "Impfgegner", was machen wir, wenn in einem Krankenhaus andere Kranke, wie zB Babys die noch nicht geimpft werden konnten, oder Schwangere, deren Ungeborenes großen Schaden nehmen kann, oder auch andere Kranke, die wegen ihrer eigenen Erkrankung nicht geimpft werden können; übernehmen SIE die Verantwortung, wenn da jemand zu Schaden kommt? Oder sehen Sie sich dann auch noch immer im Recht? Jeder der seine Kinder nicht Impfen lässt, handelt egoistisch und natürlich auch, gegen das Allgemeinwohl! (Herdenschutz)Ich bin daher absolut dafür, dass man endlich bei gewissen hochansteckenden und gefährlichen Erkrankungen eine Impfpflicht einführt!!

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Peter Oberleitner
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mein Outing

Ich kann nicht länger schweigen, jetzt MUSS es raus: ja, es ist wahr, ich hatte als Kind Masern! Genaugenommen hatten damals mehr oder weniger ALLE Masern. Man hatte ein paar Tage Fieber und das war's dann auch schon wieder. Der wesentliche Unterschied ist wohl die gänzlich fehlende mediale Panik darüber. Heute wird fast der Eindruck erweckt, als wäre das mehr oder weniger ein Todesurteil. Feinstaub kostet uns statistisch sieben Lebensmonate, Rauchen tötet tausende Menschen pro Jahr (darunter auch Passivraucher), wir treiben Raubbau an unserer Lebensgrundlage (aka Natur) etc, aber als Aufreger geben die Masern irgendwie mehr her. Da muss man kein fanatischer Impfgegner sein um diese Schieflage zu bemerken. Unbestritten bleibt jedenfalls eines: es ist ein sehr, sehr gutes Geschäft und die Pharmaindustrie leistet wirklich gute Medienarbeit. Respekt. Sobald eine Impfpflicht eingeführt würde, würde die Republik für etwaige Schäden haftbar werden. Darum wird das wohl nie passieren.

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mxcod
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Das Problem bei ihrem outing..

..wäre dann das Sie offensichtlich über die Krankheit und ihre Folgen keine Ahnung haben. Traurig.

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Parsec
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@Peter Oberleitner

Als erstes einmal. Ist es Ihnen schon mal der Gedanke gekommen, dass Impfungen total negativ für die Pharmaindustrie ist? Man bekommt alle zehn Jahre einmal ein oder zwei Impfungen und dafür bekommt man all die Krankheiten nicht mehr zu deren Behandlung oder Linderung man früher wochenlang teure Medikamente einnehmen musste. Ist das nicht ein riesiges Verlustgeschäft?
Die WHO hat übrigens Impfgegner zu einem der zehn größten globalen Gesundheitsrisiken ernannt. Sie stehen damit in einer Reihe mit Ebola, Antibiotikaresistenzen, Luftverschmutzung und Übergewicht. Dabei sorge Impfen dafür, dass jährlich zwei bis drei Millionen Menschen weniger an vermeidbaren Krankheiten sterben, weitere 1,5 Millionen könnten gerettet werden, wenn sie Zugang zu Impfstoffen hätten, schreibt die Organisation. (Quelle: spektrum.de) Das sind Fakten und keine Medienarbeit der Pharmaindustrie.
Meine persönliche Meinung: Unschuldige Babys und Kleinkinder vorsätzlich zu gefährden ist unsozial und dumm!

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Bluebiru
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Na super,

aber hauptsache man impft nicht mehr. Weil, wer weiß, was man so alles vom Impfen bekommt.

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dietaenzerin
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"In dieser Zeit sei der 15-Jährige auch noch kurz in seiner Schule in Graz gewesen."

Wurde die Schule benachrichtigt?

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KleineZeitung
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Verständigung

Laut LKH und Landessanitätsdirektion wurden alle Kontaktpersonen informiert

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dietaenzerin
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Danke für die Antwort.

:-)

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