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400 Einsätze 161 Liter: Rekord-Regen schwemmte ganze Autos davon

Trotz Warnungen wurden auch die Meteorologen überrascht: Die dreifache Regen-Monatsmenge stürzte am Montag binnen weniger Minuten über Graz herab. 1800 Feuerwehrleute waren bei 400 Einsätzen am Werk. Seitinger: Hochwasserbauten haben noch gigantischeren Schaden für Graz abgewendet.

Auto wurde in einer Mellacher Garage "hochgeschwemmt" © FF Mellach
 

Es war ein Szenario, wie man es sonst nur aus den Tropen kennt: Wildeste Gewitter suchten am Montag Nachmittag und Abend zwischen Spielfeld und Graz die Steiermark heim. In Graz selber wurde ein absoluter Rekordwert registriert: 161 Liter pro Quadratmeter konnte Richard Gwaltl von der Zentralanstalt für Meteorologie im Bezirk Gries messen Das ist mehr als das Dreifache der Monats-Regenmenge, die ansonsten den ganzen April auf die Stadt fällt.

"Die Regenmengen und die Wettersituation war aber kleinräumig sehr verschieden", betont Meteorologe Albert Sudy. In Straßgang wurden 96 Liter gemessen, am Thalerhof 70. Kaum betroffen war der Osten der Stadt, die Hauptwucht bekam der Westen mit.

Wie dramatisch die Rettung der Autofahrerin Andrea Roj abgelaufen ist, sehen Sie in diesem Video:

Gerettete und Retter im Interview: "Danke, lieber Gott, danke, liebe Feuerwehr"

Ein Schadens-Überblick über die betroffenen Regionen

Doch wie kam es zu dieser Wettersituation?

Schon am Vortag schwante den Meteorologen, dass der Montag heftig werden könnte. Die Labilität der Luftmassen würde extem hohe Werte erreichen, buchstäblich alles war möglich. Die Zentralanstalt lancierte daher Orange-Warnungen (die dritte Stufe einer vierteiligen Skala), der Landesfeuerwehrverband wurde ebenso gewarnt wie die die Grazer Feuerwehr und die Landeswarnzentrale. Auch die Hagelabwehr wurde alarmiert und flog die ersten Einsätze des Jahres.

Mellach: Bilder vom Einsatz nach Rekordregen

Am Tag nach dem Mega-Gewitter im Großraum Graz-Leibnitz wurden auch in Mellach die Schäden sichtbar.

FF Mellach

Die Wasser- und Schlamm-Massen drückten ganze Autos an die Decken von Garagen.

FF Mellach

Weitere Bilder aus Mellach.

FF Mellach
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
BFV GU/Buchgraber
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Dennoch erstaunte die Heftigkeit der Unwetter dann auch die Experten. Die ersten Gewitterzellen waren in Grenznähe ab 15 Uhr zu erkennen. Dann verlagerte sich das Geschehen nach Norden. Doch die Grazer ahnten nichts von dem Unheil, das gleich über sie hereinbrechen würde: "Das Gewitter war sicher für viele überraschend, weil es in der Früh bereits geregnet hatte und es eine Abschattung gab", sagt Sudy.

Doch dazu kam noch etwas: Die Gewitterfront blieb über Graz stehen. Sudy vermutet, dass der lokal erzeugte Abwind dazu führte, dass die Zugrichtung nach Norden aufgehalten wurde und die riesigen Gewitterzellen über der Stadt verblieben. Und dann: "Ein Sonnenstrahl war der Zündfunke", sagt Sudy.

Bei Wildon: Feuerwehr rettete mehrere Menschen aus Bach

Einsätze

Rund 1.800 Feuerwehrleute von knapp 100 Feuerwehren (inklusive Berufsfeuerwehr Graz und Betriebsfeuerwehren) waren in der Nacht von Montag auf Dienstag im Unwettereinsatz.

Letztlich waren es über 400 Einsätze, die im Zeitraum von 17 Uhr bis 03 Uhr in der Früh angefallen sind.

Stand Dienstagmittag sind noch immer 57 Feuerwehren (21 Graz und Umgebung und 36 in Leibnitz) mit etwa 700 Feuerwehrmitgliedern in den hauptbetroffenen Gebieten im Einsatz.

Besonders betroffen sind im Bezirk Leibnitz der Großraum Wildon, Allerheiligen, Feiting, St. Georgen und Heimschuh – im Raum Graz-Umgebung sind es der Großraum Fernitz und Mellach (hier im Besonderen der Ortsteil Enzelsdorf mit schweren Verwüstungen).

Überdies steht – neben den örtlich zuständigen Feuerwehren – im Bereichsfeuerwehrverband Leibnitz aktuell auch der „KHD-Zug-Süd“ (Katastrophenhilfsdiensteinheiten) bereichsintern im Einsatz.

Über der Stadt entlud sich ein gewaltiger Cluster an Gewitterzellen. Sudy schätzt, dass die Türme mindestens zwölf Kilometer hoch waren, dafür sprechen auch die Hagelkörner.

Zu dem Zeitpunkt war man im Süden der Steiermark schon massiv mit Rettungs-, Abpump- und Bergearbeiten beschäftigt. Denn punktuell kam es auch dort zu heftigsten Regengüssen. So etwa in Heiligenkreuz, wo 150 Liter gemessen wurden. Noch gerade "harmlos", aber in Wahrheit natürlich trotzdem extrem, waren mit 61 Litern die Verhältnisse in Lebring, in Kitzeck (65) oder in Mellach (73 Liter).

Der Tag danach: Lage in den Unwetter-Gebieten am Dienstag

700 Feuerwehrleute sind am Dienstag bei Aufräumarbeiten im Einsatz

Robert Lenhard

Bilder aus Wildon

Land Steiermark

Bilder aus Wildon

Michael Wappl

Überschwemmte Ackerflächen im Raum St. Georgen an der Stiefing von am Dienstagvormittag

LWK

Auch der für Hochwasserschutz zuständige Landesrat Hans Seitinger war am Dienstag in den betroffenen Gebieten der Südsteiermark unterwegs.

Robert Lenhard

Auch Katastrophenschutz-Referent Michael Schickhofer machte sich in Wildon ein Bild von den Unwetterschäden.

Land Steiermark

Weitere Bilder aus dem Raum Wildon

Michael Wappl

Bilder aus Wildon

Michael Wappl

Bilder aus Wildon

Michael Wappl

Die junge Frau, die in letzter Sekunde von der FF Wildon gerettet wurde, schildert ihre Erlebnisse LH-Stv. Schickhofer.​

Land Steiermark

Überschwemmte Ackerflächen im Raum St. Georgen an der Stiefing von am Dienstagvormittag

LWK

Bereits in den Nachtstunden war die FF Unterlabill in Schwarzautal mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

FF Unterlabill

Die Arbeiten dauerten bis zum Dienstag an.

FF Unterlabill
Robert Lenhard
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Auch Landwirtschaft betroffen

Von den Überschwemmungen sind ersten Schätzungen der Landwirtschaftskammer zufolge mehrere 100 Hektar Ackerflächen im Raum Graz bis Leibnitz unterschiedlich stark betroffen. Teils wurde auf den überfluteten Flächen bereits Mais gesät, was möglicherweise einen Neuanbau erforderlich macht und zusätzlichen Aufwand und Zusatzkosten verursacht. Das aktuelle Schadensausmaß lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, zumal auf den überschwemmten Flächen noch immer Wasser steht. Ebenso wird sich auf den überfluteten Flächen der Anbau der wichtigen Ackerkulturen Mais, Soja und Hirse verzögern.

Stiefingtal: Kampf gegen Wassermassen

Kampf gegen Wassermassen

St. Georgen/Stiefing: Äcker wurden zu Seen

Kuzmicki

Kampf gegen Wassermassen

Enorme Schäden im Stiefingtal

Kuzmicki

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Land unter in Allerheiligen bei Wildon

Kuzmicki

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Kuzmicki

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Kuzmicki

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Kampf gegen Wassermassen

Im Wurzinggraben bei Wildon wurde der Wurzingbach zum reißenden Strom

Kuzmicki

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Landesvize Schickhofer beim Lokalaugenschein in Wildon

Lokalaugenschein von LH-Vize Michael Schickhofer in Wildon

Bektas Aldin

Kampf gegen Wassermassen

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Josef Kowald
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