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Auf dem Prüfstand

Murkraftwerk: Verbund steigt aus

100-Millionen-Euro-Projekt: 50-Prozent-Partner Energie Steiermark bewertet nun Realisierung der Staustufe Puntigam neu. Der Ausstieg des Verbunds bringt die Rahmenbedingungen durcheinander. Von Günter Pilch

Projekt in Graz-Puntigam steht jetzt noch einmal neu auf dem Prüfstand © (c) Gernot Eder
 

Worüber schon seit Monaten spekuliert wurde, ist jetzt beschlossene Sache: Wie die Kleine Zeitung in Erfahrung bringen konnte, wird sich der Verbund aus dem Projekt für das geplante Murkraftwerk im Süden von Graz zurückziehen.

Als Investor bleibt damit nur noch der bisherige Hälfte-Partner Energie Steiermark übrig. Unklar ist, ob und wie das Kraftwerk nun noch gebaut werden kann.

Schwieriges Marktumfeld


Beim Verbund bestätigt man den geplanten Ausstieg aus dem mehr als 100 Millionen Euro schweren Projekt und begründet die Entscheidung mit dem schwierigen Marktumfeld. „Das Investitionsklima ist mit den niedrigen Börse-Strompreisen äußerst angespannt, seit November hat sich die Lage noch einmal verschärft. Deshalb verfolgen wir dieses Projekt nicht weiter“, so eine Sprecherin. Mit den Streitigkeiten zwischen Verbund und Energie Steiermark rund um das Gaskraftwerk Mellach und die Fernwärmeversorgung von Graz soll dieser Schritt aber nichts zu tun haben.

Neue Situation

Der Strompreissturz an den Börsen ist verantwortlich dafür, dass sich das seit 2013 rechtskräftig bewilligte Kraftwerk nach derzeitigen Stand wirtschaftlich kaum rechnet. Die Energie Steiermark hatte für heuer im Frühjahr eine endgültige Entscheidung angekündigt, ob die umstrittene Staustufe verwirklicht wird. Der Ausstieg des Verbunds würfelt die Rahmenbedingungen für das Projekt abermals durcheinander. „Damit ergibt sich eine völlig neue Situation, die im Detail zu bewerten ist“, sagt Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris. In den kommenden Wochen würden alle Fragen der Wirtschaftlichkeit und Risikobeschränkung erneut einer genauen Analyse unterzogen.

Kommentare (29)

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Muahaha
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Manda, s' isch Zeit ...

... würde gerne wissen, wer jetzt für dieses Projekt politisch verantwortlich ist!?

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malejuan
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Zum Glück der Grazer

Wenn der Verbund der ja in Österreich total von der Wasserkraft überzeugt ist (man denke nur an teure Werbung wie "Danke Wasserkraft") vom Projekt Murkraftwerk, das niemand will und braucht, wegen Unwirtschaftlichkeit aussteigt, dann sollte diese negative Erscheinung in Form von sehr viel Beton für die grazer Bevölkerung eigentlich Geschichte sein! Die frei fließende Mur und die Bäume sollten ein absoluter Gewinn für uns Grazer bleiben. Danke....

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SilviaBo
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Kundenbindung

Liebe Mit-GrazerInnen!
Bitte informiert euch unabhängig und versucht Zusammenhänge zu erkennen.
Es gibt so viel zu erkennen.
Hinterfragt jede Meldung warum gerade die Sätze so formuliert wurden, und von wem und warum gerade jetzt?
Sprecht mit Freunden und Nachbarn und informiert euch gegenseitig. Nur so gibt es die Möglichkeit weg von Konzernen und deren übermächtigem Lobbyismus hin zu verteilten, gerechten, umweltschonenderen dezentralen Energienetzten zu kommen. Die Sonne ist mit uns. ;-)

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MartinP
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Wozu brauchen wir dort

eine Staustufe? Strom wird zum Schleuderpreis von polnischen und ukrainischen AKWs produziert.

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Fliegenwasser
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Angst

Wollen Sie durch unqualifizierte Äußerung Angst vor Atomstrom nutzen, um pro Kraftwerk zu argumentieren? Was hat denn Atomstrom mit diesem, bezogen auf die erzeugbare Energie lächerlichen Kraftwerk, zu tun?

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checker43
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Nein. Vor allem von deutschen Solar- und Windkraftwerken, wie die Estag 2014 mitteilte.

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MartinP
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Des is a Bleedsinn,

denn diese Produktion ist nicht billig und wird hoch subventioniert.

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daba0973b051b38b129522bf98082793
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Warum soll alles billig sein?

Die Erde hat nicht unendliche Ressourcen, wir selbst sind das Problem, wenn wir das nicht erkennen wollen!

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t8djp39qmgt67d9wvemkb60btffhzaaf
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Hallo Bleedsinn

Sie hätten wahrscheinlich lieber wenn hier an diesem Standort ein AKW gebaut werden würde. Der Verbund zieht sich zurück weil dieser Strom weniger Gewinn abwerfen wird, da kauft man ja lieber bei Bedarf billigen Atomstrom zu.
"Danke Wasserkraft"

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wellenreiter
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@MartinP: am höchsten subventioniert, wird noch immer..

..Atomstrom!

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checker43
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Behauptet auch niemand das Gegenteil. Bedeutet aber eben nicht, dass dieser Strom auf der Strombörse nicht sehr günstig einzukaufen wäre.

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MartinP
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Die Preise sind tief

weil das Angebot an billigem Atomstrom zur Zeit sehr hoch ist. Solar- und Windparks müssen sich zuerst amortisieren, bevor man gewinnbringend produzieren kann.

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Fliegenwasser
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Gewinnbringend produzieren

tun die Solar und Windkraftanlagen beinahe alle. Ob das Investment in Summe Gewinn bringen kann, ist eine andere Frage.
Die Kraftwerke wurden in DE nun mal hingestellt, jetzt liefern sie Strom.

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checker43
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Laut Aussage Estag letztes Jahr: "Verantwortlich dafür ist die europaweit wachsende Menge an Sonnen- und Windkraftwerken, die die Großhandelspreise beim Strom auf Talfahrt geschickt hat."

Es ist für die Estag vollkommen irrelevant, wie der Strompreis für solar und Wind bei den Deutschen zustandekommt, es zählt nur der Handelspreis an der Strombörse und der ist gering aufgrund des Ausbaus dieser Kraftwerke und der Subventionen. Die Preise für AKW-Strom dürften sich nicht in diesem Ausmaß verändert haben.

Falls Sie jemandem einreden wollen, dass wir bösen Atomstrom aus der Ukraine importieren müssen, falls wir die Murstaustufe Puntigam nicht bauen, dann war es ein netter Versuch.

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checker43
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Und auch ein Wasserkraftwerk muss sich amortisieren. Wie lange hat der WWF für das Murkraftwerk geschätzt, 60 Jahre, oder? Jedenfalls zu lang für den Verbund, wie es aussieht.

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Muahaha
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nach 50 Jahren noch Minus von 45 mio Euro ...

... für Nagl´s Lieblingsprojekt ...

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LaoQui
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Es gäbe dann keine Bäume mehr

entlang der Mur, denn auf dem Begleitdamm dürfen sie nicht gepflanzt werden. Warum kann die Kleine Zeitung trotz mehrfacher "Ermahnung" nicht endlich diese falsche und (bewußt?) irreführende Bilddarstellung beenden? In der online-Ausgabe ist wenigstens der Ausschnitt halbwegs richtig.

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checker43
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Ich würde es dem Presserat schreiben.

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LaoQui
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Wie erreiche ich den Presserat?

Haben Sie vielleicht eine Mail-Adresse?

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checker43
1
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Verein zur Selbstkontrolle der österreichischen Presse - Österreichischer Presserat
Franz-Josefs-Kai 27
1010 Wien

Tel.: +43 - 1 - 23 699 84 - 11
Fax: +43 - 1 - 23 699 84 - 99
E-Mail: info@presserat.at

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Muahaha
2
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das wär doch was für´n Nagl ...

... jetzt kann die Holding ihre Beteiligung an dem unwirtschaftlichen Projekt noch einmal erhöhen ...

Schnell schnell Hr. Nagl, sie haben die einmalige Chance nochmal 50mio von uns rauszuwerfen!

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psycho56
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Das neue Gaskraftwerk...

...in Mellach kostete 550 Millionen Euro.
Davon waren 440 Millionen Steuergeld !
Nach 2 Jahren wurde es abgestellt, weil es sich durch den niedrigen Strompreis nicht rentiert ! In den 2 Jahren machte es ein Minus von über 50 Millionen !
Wozu will die Energie-Steiermark also ein neues Kraftwerk bauen ?

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checker43
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Weil es die Politik will. Wenn es gebaut wird, gibt es eine Sondersendung auf Puls4 in "Bist Du deppert! Steuerverschwendung und andere Frechheiten".

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wellenreiter
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@Checker43: Nicht nur 1 Sondersendung von ´Bist-du-deppert!´

Eine ganze Staffel könnte Kollege Fleischhacker auf Puls 4 draus machen!

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kundenkarte
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Millionengrab

Jetzt wissen es wohl endlich alle: das Kraftwerk lohnt sich nicht, es zerstört Naturraum und produziert nur dann ein bisschen Strom, wenn eh schon genug da ist. Warum der Bau trotzdem immer noch forciert wird, vom Grazer Bürgermeister, von der Estag ... langsam möchte ich das wissen!

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checker43
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Möglicher Antrieb: "Muss. Öffentliches Geld. In. Baustellen. Pumpen"^^

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