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Formel-1-GP von KanadaGibt Ferrari bereits auf?

Das klingt fast schon wie Kapitulation. Ferrari-Chef Mattia Binotto sprach vor dem Großen Preis von Kanada am Wochenende von massiven Problemen, die in naher Zukunft nicht zu lösen sein werden.

Ferrari-Fans werden auch in Montreal nicht viel Freude haben © KK/Ferrari
 

Die Worte von Ferrari-Boss Mattia Binotto vor dem Formel-1-Grand-Prix von Kanada klangen nach Kapitulation. "Wir wissen, dass wir derzeit nicht wettbewerbsfähig genug sind", lautete das Urteil des Scuderia-Teamchefs vor dem siebenten Saisonrennen am Sonntag in Montreal. Mit Neuerungen am Ferrari, "die einen erheblichen Effekt auf die Probleme haben", sei in naher Zukunft auch nicht zu rechnen.

Binottos Statement ist ein Eingeständnis der Fehlentwicklung des SF90 und der erdrückenden Dominanz von Mercedes. Mit sechs Siegen - darunter gleich fünf Doppelerfolgen - sind die Silberpfeile eine Klasse für sich. Der Ehrgeiz von Ferrari-Star Sebastian Vettel ist trotz 55 Punkten Rückstands auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton aber ungebrochen. "Ich spüre, dass dieser Wagen mehr Potenzial hat, dass das Team mehr Potenzial hat", versicherte der Deutsche. "Wir müssen hart arbeiten und den Kleinigkeiten, den Details eine Menge Aufmerksamkeit schenken, um näher ranzukommen."

Ferrari hat aber grundlegende Probleme. Vettels roter Bolide verfügt über zu wenig Abtrieb, in den Kurven verliert das Auto daher kostbare Zeit. Der fehlende Anpressdruck führt direkt weiter zu den Reifen. Ferrari schafft es nicht, die sensiblen Gummis auf die richtige Temperatur zu bringen, so dass sie den bestmöglichen Halt bringen. "Ich komme noch gar nicht in die Phase, wo ich mich viel wohler fühle, um mehr Leistung aus dem Wagen pressen zu können", beschrieb Kanada-Vorjahressieger Vettel sein Kardinalproblem.

Der auf einer künstlichen Insel im Sankt-Lorenz-Strom gelegene Circuit Gilles Villeneuve kommt Ferrari jedoch deutlich mehr entgegen als zuletzt der Stadtkurs von Monaco, wo Vettel mit Platz zwei sein bestes Saisonergebnis erzielte. Der 4,361 Kilometer lange Circuit weist eine Reihe von Geraden auf, auf denen die Italiener ihre unwidersprochene Motorenstärke ausspielen können. "Wir sind bereit, um unser Bestes zu geben", verkündete Binotto.

Toto Wolff wie immer vorsichtig

Mercedes selbstverständlich auch. Teamchef Toto Wolff mahnte aber trotz des fast makellosen ersten Saisondrittels eindringlich. "In den zurückliegenden sechs Rennen waren wir in den Kurven sehr stark, haben aber Zeit auf den Geraden verloren. Entsprechend stellt Kanada eine enorme Herausforderung für uns dar, denn die Streckencharakteristik könnte unseren Gegnern entgegenkommen", erläuterte der Wiener. "Es gibt viele lange Geraden und weniger Kurven, in denen wir Zeit gutmachen können. Aber wir freuen uns auf diese Aufgabe."

Das gilt insbesondere für Hamilton. Der fünffache Weltmeister kann bei der 50. Auflage des Grand Prix von Kanada eine Bestmarke von Michael Schumacher einstellen. Gleich siebenmal konnte der deutsche Rekordweltmeister die Inselrundfahrt für sich entscheiden, Hamiltons sechster Sieg in Kanada datiert aus dem Jahr 2017. "Wahrscheinlich bekommen wir einen neuen Motor, dann geht es mit dem Wagen weiter voran", sagte der 33-jährige Brite.

Hamilton brennt vor Ehrgeiz. "Ich bin wahnsinnig entschlossen zu gewinnen", sagte er in einem jüngst ausgestrahlten Interview beim Streamingdienst Netflix zu seiner Karriereplanung. "Ich könnte jetzt natürlich auch sofort aufhören. Ich hätte dann aber das Gefühl, ich würde etwas verschwenden, wenn ich mich nicht weiter verbessern, wachsen und Gas geben würde." Hamilton könne sich daher noch weitere fünf Jahre als Formel-1-Fahrer vorstellen. Für die Konkurrenz gab es schon mal bessere Nachrichten.

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