Lucas Auer: "Hinter den Kulissen geht es mit knallharten Bandagen zu"
Der Meisterschafts-Zweite Lucas Auer sagt beim DTM-Heimspiel in Spielberg Spitzenreiter Sheldon van der Linde (RSA) den Kampf an. "Ein Taktieren wird man bei mir nicht sehen. Ich bin im Angriffsmodus."

Mit Titelambitionen reiste er als Meisterschafts-Zweiter 2017 nach Spielberg. „Nach dem Wochenende war ich aus dem Titelrennen draußen. Es kann nur besser werden“, grinst DTM-Pilot Lucas Auer. Der Kufsteiner hat vor den abschließenden vier Rennen 32 Punkte Rückstand (116 sind noch zu vergeben) auf Spitzenreiter Sheldon van der Linde. „Ich bin im Angriffsmodus, volles Risiko. Taktieren? Ganz sicher nicht. Die Fans wollen ja eine geile Show sehen.“
Die bisher starke Saison war sowohl von Höhepunkten, als auch von bitteren Rückschlägen geprägt. "Der Reifenplatzer in Spa so kurz vor Ende als Zweiter hat schon sehr weh getan, doch mit der Saison bin ich echt zufrieden."
Nach seinem Auftaktsieg in Portugal wurde ihm im zweiten Rennen im Spitzenfeld liegend die Show vermiest, da bei einem Boxenstopp ein Reifen nicht richtig angebracht wurde. „Und das Wochenende am Norisring war einfach wie verhext. So hat jeder sein Packerl, aber ja, man trauert manchen Punkten nach“, gesteht der Neffe von DTM-Boss Gerhard Berger.
"Ich bin schon so oft auf die Schnauze gefallen"
Wenn sich der Tiroler an seine DTM-Premierensaison 2015 zurückerinnert, wird ihm diesbezüglich bewusst, „dass ich nicht mehr der ‘Luggi’ von damals bin. Du baust ein Team um dich auf, versuchst dich intern zu positionieren. Man braucht im Motorsport nicht drumherumreden, hinter den Kulissen geht es mit knallharten Bandagen zu. Ich bin schon so oft auf die Schnauze gefallen und habe dabei so viel gelernt.“ Denn eines ist klar: „Wenn du nicht lieferst, bist du schnell weg.“
Der achtfache DTM-Sieger ist startklar für das Saisonfinish, verdeutlicht jedoch, dass am Red Bull Ring andere im Vorteil sind. „Jeder spricht von Heimrennen, Heimsieg und dann gibt es doch eine Watschn von den Turbomotoren. Ich muss realistisch bleiben, dass BMW und Ferrari zu favorisieren sind. Wobei in dem großen Feld alles passieren kann.“
"Jeder steht irgendwann einmal im Kreuzfeuer"
Die verbalen „Offensivbotschaften“ der Fahrer in dieser DTM-Saison bringen den 28-jährigen Mercedespiloten oftmals zum Schmunzeln, „da solche Dinge meist intern gelöst werden. Ich lese solche Artikel aber gern. Manchmal lache ich mich tot. Wenn jemand einmal ein bisschen durchdreht und sich aufregt, dann soll er es doch loswerden. Jeder steht irgendwann einmal im Kreuzfeuer, auch das gehört im Motorsport dazu. Wir sind halt auch nur Männer.“




