Spieler des SpielsTrotz Glanzleistung ist David Alabas Rolle in der Zukunft offen

114 Ballkontakte, 100 Prozent Zweikampfquote, 93 von 99 Pässen an den Mann, Spieler des Spiels - als erster Österreicher in der EM-Geschichte. David Alabas Leistung als Innenverteidiger war richtig gut, ob er wieder dort spielt, ist noch offen.

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David Alaba
David Alaba © GEPA pictures
 

Er wurde als erster österreichischer Fußballer in einer EM-Partie zum Spieler des Spiels gewählt. David Alaba überzeugte am Sonntag beim 3:1-Auftaktsieg der ÖFB-Auswahl gegen Nordmazedonien in einer neuen Rolle. Erstmals agierte der 28-Jährige im Nationalteam im Zentrum einer Dreier-Abwehrkette. Die Diskussionen um Alabas beste Position werden damit aber nicht abreißen. Schon am Donnerstag (21.00 Uhr/live ORF 1) gegen die Niederlande könnte er wieder eine andere bekleiden.

Die entscheidenden Tore gelangen Österreich in Bukarest nämlich erst, als sich Alaba vermehrt in die Offensive eingeschaltet hatte. "Ich war mit ihm über 90 Minuten sehr, sehr zufrieden", lobte Teamchef Franco Foda seinen Star. "Er hat die Abwehr gut organisiert, hat viel gesprochen mit seinen Nebenleuten, mit seinen Vorderleuten. Das war auch wichtig im Coaching. Darüber hinaus hat er auch in der zweiten Halbzeit unser Spiel nach vorne entwickelt."

Alaba gab in der 78. Minute nicht nur den entscheidenden Assist zum 2:1 durch Michael Gregoritsch. Der künftige Real-Madrid-Profi hatte im Spiel die meisten Ballkontakte (114), gewann alle seine Zweikämpfe und brachte 93 von 99 Pässen an den Mann.

David Alaba und Teamchef Franco Foda
David Alaba und Teamchef Franco Foda Foto © GEPA pictures

Er habe in den vergangenen Tagen immer wieder mit dem Teamchef gesprochen, sagte Alaba - auch darüber, dass er zwischen die beiden Innenverteidiger zurückgezogen werden könnte. "Er hat mir von seiner Idee erzählt, wir hatten unsere Gespräche", sagte Alaba. "Der Trainer hat dann so entschieden, weil er den Gegner auch analysiert hat. Das ist wirklich sehr, sehr gut aufgegangen." Ob das die Position sei, auf der er dem ÖFB-Team auch in Zukunft am meisten helfen könne? "Das wird sich zeigen."

Der langjährige Bayern-München-Akteur hat im Nationalteam schon fast alles gespielt, unter Foda zuletzt auch oft im linken Mittelfeld. "Er ist ein Topspieler, kann auf allen Positionen Topleistungen abrufen", betonte der Teamchef. Die neue Rolle im Abwehrzentrum sei für Alaba "überhaupt kein Problem" gewesen. "Die Intention von uns war, dass wir von dort gegen zwei Stürmer einfach besser im Spielaufbau sind." Auch die Niederländer agierten in ihrem Auftaktspiel gegen die Ukraine (3:2) mit zwei Spitzen. "In der zweiten Halbzeit hat dann auch David über unsere linke Seite das Spiel nach vorne mitangetrieben", ergänzte Foda. "Das war auch Sinn und Zweck seiner Aufgabe."

Österreich - Nordmazedonien 3:1: Die Leistung der ÖFB-Spieler in der Einzelkritik

Daniel Bachmann: 3

In seinem dritten Länderspiel unterlief dem Watford-Goalie ein Patzer. Es war etwas Pech und möglicherweise ein Foul mit im Spiel. Mit dem Fuß zeigte sich der Niederösterreicher ebenfalls nicht ganz sattelfest. Hielt gegen Nikolov glänzend. 

AFP

Aleskander Dragovic: 3

Der Rekordteamspieler unter den ÖFB-EM-Teilnehmern spielte eine trockene Partie. Hatte aber das Pech, dass ihm Trajkovski kurz vor der Pause bei einem Luftzweikampf mit dem Ellbogen ins Gesicht schlug. Deshalb musst er in der Pause in der Kabine bleiben.

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David Alaba: 4

Es war die große Überraschung, dass der Superstar als zentraler Mann in einer Dreierkette aufgeboten wurde. Bewies viel Übersicht und versuchte das Aufbauspiel zu lenken. Als es notwendig war, ging er nach vorne und gab den Traumpass zum 2:1

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Martin Hinteregger: 3

Wirkte nicht wirklich bereit. Der Kärntner leitete mit einem viel zu lässigen Klärungsversuch das 1:1 ein. Auch bei missglückten Offensivaktionen legte er in der Rückwärtsbewegung keineswegs den Turbo ein. Der schwächste Innenverteidiger auf dem Platz.

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Stefan Lainer: 4

Die Pause gegen die Slowakei hat dem Jungpapa sehr gut getan. Er zeigte sich gegen den Ball stark verbessert. Nach vorne gewann er das Duell gegen Alioski beim 1:0, indem er in den freien Raum sprintete. Machte das öfter, wurde aber nicht angespielt.

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Xaver Schlager: 3

Bei den gefährlichen Umschaltmomenten der Nordmazedonier unterband der Wolfsburg-Legionär einige gefährliche
Szenen. Im Spiel nach vorne wirkte er zu hektisch. Dem
Mittelfeldrackerer fehlten nur nach vorne die zündenden Ideen.

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Konrad Laimer: 4

Der Dauerläufer wollte bis zu seiner Auswechslung
einfach nicht stehen bleiben. Bis zur Nachspielzeit gab der
24-Jährige Vollgas. Leitete den Treffer zum 2:1 von Arnautovic
perfekt ein und hatte sogar noch das 4:1 auf dem Fuß.

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Andreas Ulmer: 2

Bei Salzburg ist es der 35-Jährige gewohnt, Zuspiele direkt in den Strafraum zu flanken. Mit dem Ball am Fuß konnte er nicht so viel anfangen. Zeigte auch in der Defensive Stellungsfehler, die vor allem gegen Nikolov nur dank Bachmann nicht bestraft wurden.

AP

Marcel Sabitzer: 5

Der mit Abstand beste Mann auf dem Platz. Immer anspielbar,
sehr oft gute Ideen in der Offensive – der Traumassist zum 1:0 von Lainer inklusive. Brannte es lichterloh bei Ballverlusten, war sich der Leipzig-Kapitän nicht zu schade, im Vollsprint retour zu laufen.

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Christoph Baumgartner: 3

Der Edeltechniker wurde als zweite Sturmspitze neben Kalajdzic aufgeboten. Dem jüngsten im ÖFB-Kader gelang nicht allzu viel. Versuchte aber immer wieder, Linie ins Spiel zu bringen. Für ihn kam der spätere Torschütze Michael Gregoritsch ins Spiel.

 

AP

Sasa Kalajdzic: 2

Die fehlendeOffensivpower im Spiel der Österreicher lag zu großen Teilen an ihm.  Konnte praktisch keinen Ball
behaupten. Der Stuttgart- Angreifer wurde in der 59. Minute erlöst und durch Marko Arnautovic ersetzt.

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Philipp Lienhart: 4

Der Niederösterreicher kam zur Pause für den angeschlagenen Dragovic und spielte bei seinem ersten EM-Einsatz wie ein abgebrühter Routinier. Gewann seine Zweikämpfe und behielt in jedem Augenblick die Ruhe.

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Michael Gregoritsch: 4

Der Grazer stand dort, wo ein Stürmer stehen muss. Nach der Traumflanke von David Alaba gewann "Gregerl" den entscheidenden Zweikampf und traf zum 2:1, nachdem er kurz zuvor noch Pech bei einem Kopfball hatte.

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Marko Arnautovic: 4

Mit seiner Einwechslung für den völlig farblosen Kalajdzic kam ein Ruck ins Spiel der Österreicher. Der Wiener machte das 3:1 in bewährter Manier, indem er den Verteidiger abschüttelte, den Tormann ausspielte und seelenruhig einnetzte.

APA/AFP/POOL/MIHAI BARBU
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Alaba war zufrieden. "Wir waren in der ersten Hälfte überlegen, hatten aber nicht die Lösungen im Angriffsdrittel", meinte der Wiener. Er selbst war als eine Art Libero davon meist der am weitesten entfernte Feldspieler. Erst in der zweiten Hälfte sei das Tempo laut Alaba kontinuierlich hochgehalten worden. "Wir haben mutiger gespielt, haben auch im Angriffsdrittel versucht, mutiger aufzutreten. Dementsprechend wurden wir auch belohnt."

Die Ausgangslage als Tabellenführer in Gruppe C ist nun gut. "Natürlich sind wir happy mit dem Auftakt. Wir haben unser erstes Ziel erreicht, wir wollten mit drei Punkten starten", erklärte Alaba. Damit wolle man sich aber nicht zufriedengeben. "Wir müssen jetzt ruhig bleiben. Wir wollen nach vorne schauen, den Fokus wieder auf das nächste Spiel legen." Auch gegen die Niederländer wolle man das eigene Spiel auf den Platz bringen. "Wir wollen weiterhin versuchen, die Punkte mitzunehmen. Das sollte unser Ziel und unser Charakter mit der Zeit auch werden."

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Danke für Ihr Verständnis.

hansi01
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Diesmal hat er auch als Verteidiger gespielt

Und ist nicht sinnlos im Mittelfeld herum gelaufen.
Auch Foda wird noch darauf kommen wo die Stärken Alabas sind.
Jedenfalls gratuliere ich zur sehr guten Leistung.,

hfg
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Da gibts eigentlich nichts zu diskutieren

Endlich nach Jahren hat Alaba sein Weltklassepotential auch im Team, an der richtigen Position eingesetzt, gebracht. Die Zahlen bestätigen das ebenso. Natürlich soll und muß er auch in den nächsten Spielen die Abwehr dirigieren und damit dem Team sein Potential zur Verfügung stellen. Alles andere wäre schlichtweg Unsinn.

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10
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Grazer AK-Fussballschule für Sabitzer und Gregoritsch waren wichtige Bausteine.

Zum Erfolg.

Ragnar Lodbrok
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Dort haben sie laufen gelernt...

wären sie noch immer beim GAK, wären sie nie im Team gelandet. Warum wohl gehen die, mit Talent ins Ausland? Weil sie dort wirklich Fußball spielen lernen und nicht nur kicken. Oder Brücken rot ansprühen....

Ch.Gschiel
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Michi Gregoritsch war als Kind bei GAK, das stimmt schon,

aber zum Fußballer gereift ist er in der Teamsportakademie Kapfenberg. Von dort aus hat er auch seine internationale Karriere gestartet.

Und Sabitzer war als Kind auch beim GAK hat aber seine Ausbildung als Jugendlicher in der Südstadt bei Admira absolviert.

Bitte die GAK-Brille ablegen!

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Mit dem GAK beganns......

Am Beginn der beiden Spitzenspieler steht die grundsolide Ausbildung in der GAK-fußballschule,. Daher wurden auch andere Vereine auf die hoffnungsvollen Talente aufmerksam. Jeder talentierte Spieler entwickelt sich freilich fortwährend weiter. Mit den verschiedensten Vereinen, mit verschiedensten Trainern mit seinem Alter und auch mit seinen persönlichen Einsatz.

harri156
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Das Entscheidende wird sein

ob die UEFA gegen Arnautovic wegen seinem „Torjubel“ ein Verfahren einleiten wird oder nicht. Ohne ihn sinken die Chancen auf ein Weiterkommen fast auf Null.

Carlo62
0
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Wieso sollte sie?

Er hat nicht einmal Gelb gesehen!

10solach
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DA

ist und bleibt ein Weltklasse Verteidiger…
Ganz im Gegenteil zu seinen Versuchen im Mittelfeld oder gar im Sturm! Großen Respekt auch vor Foda, er hat was geschafft woran sein Vorgänger Koller kläglich gescheitert ist - das Ego eines Top Verteidigers, der Mannschaftsdienlichkeit unterzuordnen!! Herzlichen Glückwunsch!

MISS_S
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Wieso???

Schiebt ma alaba umadum wie wenn er nix wert wäre??? Langsam nervt es....er zeigt Leistung also kann ma ihm einfach die Position lassen bitte die er am besten spielt!!??

SoundofThunder
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🤔

Hat schon gepasst wo er gegen Mazedonien gespielt hat. Und gegen die Holländer wird er vorne sicher nicht oft zu finden sein. Da werden eher wir hinten stehen.

Amadeus005
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Gegen Holland ein Unentschieden wär eh super

Daher einfach nur „Mauern“.