Angriffe auf FranziskusFünf Kardinäle publizierten Schrift mit Kritik am Papst

Angriff auf Einschränkungen des Kirchenoberhauptes in Sachen Lateinischer Messe.

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Papst Franziskus
Papst Franziskus © AFP
 

Papst Franziskus ist erneut mit Attacken konservativer Kritiker konfrontiert. Am Montag wurde in den USA ein Buch mit dem Titel "Von Benedikts Frieden zu Franziskus' Krieg" veröffentlicht, in dem mehrere Kardinäle Kritik an der Entscheidung des Kirchenoberhauptes üben, die Lateinische Messe nach altem Ritus zu beschränken.

Das Buch enthält 70 Reaktionen prominenter Geistlicher und Laien auf das im vergangenen Juli veröffentlichte persönliche Schreiben des Papstes "Traditionis custodes" (Hüter der Tradition), laut dem nur der Ortsbischof für seine Diözese den Gebrauch des von Papst Johannes XXIII. 1962 veröffentlichten Messbuchs gestatten kann. Er allein bestimmt demnach Kirchen und Wochentage für die Feier nach dem alten Römischen Ritus; zudem beauftragt er die Priester, die mit Gläubigen auf diese Weise die Eucharistie feiern wollen.

Die Antworten auf das Apostolische Schreiben (Motu proprio) des Heiligen Vaters wurden von fünf Kardinälen, fünf Bischöfen, acht Priestern, zwei Geistlichen und 27 Laien aus zwölf Ländern verfasst. "Die Lateinische Messe wird nicht von der Kirche verschwinden", sind sich die Verfasser des Buches einig. Mehrere von ihnen trafen sich Medienangaben zufolge vergangene Woche in Rom.

Angelico Press, der Verlag, bei dem das Buch am heutigen Dienstag erscheint, hat seinen Sitz in New York, wo eine der konservativsten Bischofskonferenzen der Welt ihren Standort hat. Das Buch wurde nur wenige Tage nach dem Treffen zwischen dem Papst und US-Präsident Joe Biden veröffentlicht, dem ein großer Teil der amerikanischen Bischöfe wegen seiner Position zur Frage von Schwangerschaftsabbrüchen die Kommunion verweigern möchte.

Die fünf Kardinäle, die in dem Buch zu Wort kommen, sind Walter Brandmüller (Deutschland), Raymond Leo Burke (USA), Gerhard Müller (Deutschland), Robert Sarah (Guinea) und Joseph Zen (Hongkong). Sie hatten aus unterschiedlichen Gründen schon in den letzten Jahren Kritik am Pontifikat von Franziskus geübt.

Mit "Traditionis custodes" schränkte der Papst die von seinem Vorgänger Benedikt XVI. gewährten, erweiterten Möglichkeiten, die Lateinische Messe zu zelebrieren, weitgehend ein. Der von Benedikt XVI. 2007 umfangreicher erlaubte, außerordentliche Ritus darf nur noch unter starken Auflagen gefeiert werden.

Kommentare (5)
GordonKelz
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Was an der USA das schlimmste ist...

...ist der Einfluss der Kirchen!
Gordon

reschal
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Leben in einer Echokammer

Die leben auch in einer Blase. Der "Volkskirche" hilft das gar nicht! Im Gegenteil, es sorgt wieder mal für negative Schlagzeilen. In Europa werden die christlichen Kirchen weiter an Bedeutung verlieren, weil kein Geld mehr in deren Kassen kommt. Aber vielleicht entspricht das ja eher dem, was Jesus wollte?!?

draugoldeck
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Ist das wirklich das Problem? Wohl kaum.

Irgendwie schießt die Kritik der genannten Kardinäle völlig am Ziel vorbei.

Die ganze Institution braucht eine Generalüberholung inklusive des ganzen Konzepts der Messe und der Liturgie. Die katholische Kirche arbeitet an ihrem eigenen Absturz in die Bedeutungslosigkeit, wenn sie glaubt, mit einer altertümlichen Messe die Jungen (unter 60) in irgendeiner Form begeistern zu können.

Während die Grundwerte des Christentums äußerst wertvoll sind, verkommt die weltliche Umsetzung zur Farce, und vor allem in der katholischen Kirche, einhergehend mit einem Verlust der Glaubwürdigkeit, egal ob man die Messe in Latein oder der lokalen Landessprache liest.

heri13
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Alles Verräter vom Opus dei!

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schandopr
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Paostkritik

Zum Glück haben wir den Hl. Geist und die Konzilstexte, die uns weiterhelfen können; auch wenn dadurch so Mancher seinen Lebensstil ändern muss. Die Glaubwürdigkeit hat sowieso schon sehr gelitten. Natürlich sind auch die Ängste vor so einer möglichen Veränderung riesig, vor allem wenn mann so hoch oben sitzt, und übertreffen jegliche Peinlichkeit.