Schulstart als Corona-TurboWien erwägt Ausbau der Kinderintensivbetten

Schulstart in Wien droht zum Infektionsturbo zu werden, so die Befüchtung Wiener Gesundheitsexperten. "Nur mit viel Glück" dürfte die Stadt der vierten Welle entkommen. Schulsprecher fordern in offenem Brief Impfpflicht für Lehrer und Reduzierung des Lehrstoffs.

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Kinderintensivstationen sind Mangelware
Kinderintensivstationen sind Mangelware © (c) APA/dpa-Zentralbild/Jens B�ttner (Jens B�ttner)
 

Der Start ins neue Schuljahr ist in der Bundeshauptstadt alles anders als glücklich verlaufen. In der ersten Wochen mussten bereits 122 Klassen unter Quarantäne gestellt werden, am Montag früh brach die „Alles-Gurgelt-Plattform“ zusammen, Wiens Schüler gingen ungetestet in die zweite Schulwoche.

Glaubt man den Aussagen der Experten, dürfte das Virus in den nächsten Wochen und Monaten wieder an Fahrt aufnehmen, der Schulstart könne als Turbo wirken. Eine von der Stadt Wien in Auftrag gegebene Studie, die letzte Woche in der Sitzung der Corona-Kommission präsentiert wurde und der Kleinen Zeitung vorliegt, geht von einem „starken Wachstum der Fallzahlen ab der Schulöffnung“ und einem „steigenden Anteil der Kinder und Jugendlichen“ aus.

Zwar seien alle Modellrechnungen und Prognosen mit „starken Unsicherheiten“ versehen, da auch nicht bekannt ist, wie viele Kinder bereits immunisiert sind. „In Summe könnte man mit viel Glück einer vierten Welle entkommen“, wird der Vertreter der Stadt Wien im  Protokoll zitiert. Ende des Monats könnten Wiener Spitäler bereits die Auslastungsgrenze erreichen. In ganz Österreich werden die höchsten Inzidenzen unter den 15 bis 24-Jährigen verzeichnet.

Täglich 1500 Neuinfektionen bei Unter-12-Jährigen

Die Wiener Gesundheitsbehörden gehen von einem starken Anstieg der Infektionen bei den Unter-12-Jährigen aus. Es sei, so die Wortmeldung in der Sitzung der Corona-Kommission, in Wien „mit 1.000-1.500 Neuinfektionen am Tag zu rechnen, die rund um die Herbstferien wieder sinken werden.“ Den gesellschaftlichen Auswirkungen, wenn die Kinder in Quarantäne sind, und die Eltern nicht arbeiten können, sollte bereits jetzt entgegengewirkt werden. Wien überlege, entsprechende Maßnahmen und Möglichkeiten für die Bediensteten (Freistellungen für die Kinderbetreuung) auszuweiten.

Wien will 25 Kinderintensivbetten einrichten

In Wien wird nun ernsthaft überlegt, die Anzahl der Kinderintensivbetten auszubauen. Hier gebe es derzeit zu wenig Kapazitäten. Diese dürften, wie es heißt, an Relevanz zulegen. Wien will 25 Kinderintensivbetten für Covid - inklusiv entsprechender Pflegekräfte - einrichten.

Aufschrei der Wiener Schulsprecher

Unterdessen fordern Wiener Gymnasiums-Schulsprecher in einem Offenen Brief unter anderem die flächendeckende Einführung von Luftfiltern, eine Impfpflicht für Kindergarten- und Lehrpersonal, die Streichung von Lehr- und Maturastoff sowie die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht im Schulgebäude. Unterzeichnet ist der Brief von 32 Schulsprechern, das ist ein Drittel aller Wiener Gymnasien.

 

 

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