Die Rückkehr in die Klassenzimmer nach wochenlangem Distance Learning zu mehr Infektionen unter Schülern und Pädagogen geführt. Nach drei Wochen Unterricht in Wien und Niederösterreich und zwei Wochen Schulbetrieb in den anderen Bundesländern kam es auch zu einzelnen Clustern mit mehreren Infektionsfällen.

Fast jede vierte Corona-Infektion wird mittlerweile bei Schülern oder jungen Erwachsenen festgestellt. Bei der Sieben-Tages-Inzidenz weisen die 15- bis 24-Jährigen mit 209 den höchsten Wert aller Altersgruppen auf. Schulpflichtige Kinder zwischen fünf und 14 haben mit 202,3 den zweithöchsten Wert. Dieser Trend begann laut Auswertungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Mitte Februar und schreibt sich seither fort.

Verschärfungen sind laut Gesundheitsministerium in Schulen trotzdem nicht angedacht. Auch Lehrervertreter sehen derzeit keinen Anlass für an strengeren Maßnahmen: "Wir hoffen, dass wir mit dieser Organisationsform zumindest bis Ostern kommen", sagt Paul Kimberger, der oberste Lehrervertreter.

"Es braucht keine Verschärfungen"

"Für die Sekundarstufe I und II braucht es keine Verschärfungen", betont auch Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktoren. Zwar würden an den Schulen fast täglich Fälle gemeldet, bei denen Schüler oder Lehrer als Kontaktpersonen oder teilweise auch wegen Infektionen in Quarantäne müssen. In den Schulen selbst gebe es aber dank der verpflichtenden Testungen und der FFP2-Masken in der Sekundarstufe II "kaum bis wenig Infektionsgeschehen". "Gemeldete Fälle kommen eher aus dem Bereich der Familie und verursachen - auch dank des Schichtbetriebs - meist keine Quarantäne-Fälle in den Klassen."

Sonderregeln beim Contact Tracing

Für Kinder unter zehn Jahren gelten weiterhin Sonderregeln bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung. An den Volksschulen müssen Klassenkollegen und Lehrer nicht automatisch in Heimquarantäne, wenn nur eines der Kinder infiziert ist. Begründet wird das im Gesundheitsministerium mit dem "geringen Risiko einer Übertragung durch Kinder unter zehn Jahren". Wenn allerdings im Abstand von zehn Tagen zwei oder mehr Kinder oder eine eine Lehr- oder Betreuungsperson positiv getestet werden, entscheidet die Gesundheitsbehörde darüber, ob die Klasse in Teilen oder zur Gänze abgesondert wird.

Bald drei Tests pro Woche

Seit Ende der Semesterferien gelten an den Schulen neue Regeln: Am Unterricht darf nur teilnehmen, wer sich testen lässt. An den Volksschulen, wo an allen fünf Tagen Präsenzunterricht stattfindet, müssen die Kinder Montag und Mittwoch einen anterio-nasalen Antigenschnelltest ("Nasenbohrertest") durchführen, künftig soll zusätzlich auch am Freitag getestet werden.

Keine Erlaubnis zum Selbsttest



An allen anderen Schulformen findet Schichtbetrieb statt: Die Schüler sind zwei Tage in der Schule, zwei Tage daheim, am Freitag haben grundsätzlich alle Fernunterricht. Auch hier sind Montag und Mittwoch Testtage. Zusätzlich müssen abseits von Volks- und Sonderschulen alle Schüler auch im Unterricht Mund-Nasen-Schutz und an den Oberstufen sogar FFP2-Masken tragen. Auch Abstandhalten, Handhygiene und regelmäßiges Lüften sind weiterhin vorgeschrieben. Dabei hilft das gute Wetter: "Das Lüften wird dank der höheren Temperaturen einfacher“, so Isabella Zins.