CoronavirusMehr Infektionen bei Kindern, keine Verschärfungen: Wie es an den Schulen weitergeht

Kinder und junge Erwachsene haben seit der Rückkehr in die Klassenzimmer die höchste Sieben-Tages-Inzidenz aller Altersgruppen. Ministerium und Lehrervertreter sind trotzdem überzeugt: Verschärfungen sind derzeit nicht nötig.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© (c) imago images/Sven Simon (Frank Hoermann / SVEN SIMON via www.imago-images.de)
 

Die Rückkehr in die Klassenzimmer nach wochenlangem Distance Learning zu mehr Infektionen unter Schülern und Pädagogen geführt. Nach drei Wochen Unterricht in Wien und Niederösterreich und zwei Wochen Schulbetrieb in den anderen Bundesländern kam es auch zu einzelnen Clustern mit mehreren Infektionsfällen.

Fast jede vierte Corona-Infektion wird mittlerweile bei Schülern oder jungen Erwachsenen festgestellt. Bei der Sieben-Tages-Inzidenz weisen die 15- bis 24-Jährigen mit 209 den höchsten Wert aller Altersgruppen auf. Schulpflichtige Kinder zwischen fünf und 14 haben mit 202,3 den zweithöchsten Wert. Dieser Trend begann laut Auswertungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Mitte Februar und schreibt sich seither fort.

Verschärfungen sind laut Gesundheitsministerium in Schulen trotzdem nicht angedacht. Auch Lehrervertreter sehen derzeit keinen Anlass für an strengeren Maßnahmen: "Wir hoffen, dass wir mit dieser Organisationsform zumindest bis Ostern kommen", sagt Paul Kimberger, der oberste Lehrervertreter.

"Es braucht keine Verschärfungen"

"Für die Sekundarstufe I und II braucht es keine Verschärfungen", betont auch Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktoren. Zwar würden an den Schulen fast täglich Fälle gemeldet, bei denen Schüler oder Lehrer als Kontaktpersonen oder teilweise auch wegen Infektionen in Quarantäne müssen. In den Schulen selbst gebe es aber dank der verpflichtenden Testungen und der FFP2-Masken in der Sekundarstufe II "kaum bis wenig Infektionsgeschehen". "Gemeldete Fälle kommen eher aus dem Bereich der Familie und verursachen - auch dank des Schichtbetriebs - meist keine Quarantäne-Fälle in den Klassen."

Sonderregeln beim Contact Tracing

Für Kinder unter zehn Jahren gelten weiterhin Sonderregeln bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung. An den Volksschulen müssen Klassenkollegen und Lehrer nicht automatisch in Heimquarantäne, wenn nur eines der Kinder infiziert ist. Begründet wird das im Gesundheitsministerium mit dem "geringen Risiko einer Übertragung durch Kinder unter zehn Jahren". Wenn allerdings im Abstand von zehn Tagen zwei oder mehr Kinder oder eine eine Lehr- oder Betreuungsperson positiv getestet werden, entscheidet die Gesundheitsbehörde darüber, ob die Klasse in Teilen oder zur Gänze abgesondert wird.

Bald drei Tests pro Woche

Seit Ende der Semesterferien gelten an den Schulen neue Regeln: Am Unterricht darf nur teilnehmen, wer sich testen lässt. An den Volksschulen, wo an allen fünf Tagen Präsenzunterricht stattfindet, müssen die Kinder Montag und Mittwoch einen anterio-nasalen Antigenschnelltest ("Nasenbohrertest") durchführen, künftig soll zusätzlich auch am Freitag getestet werden.



An allen anderen Schulformen findet Schichtbetrieb statt: Die Schüler sind zwei Tage in der Schule, zwei Tage daheim, am Freitag haben grundsätzlich alle Fernunterricht. Auch hier sind Montag und Mittwoch Testtage. Zusätzlich müssen abseits von Volks- und Sonderschulen alle Schüler auch im Unterricht Mund-Nasen-Schutz und an den Oberstufen sogar FFP2-Masken tragen. Auch Abstandhalten, Handhygiene und regelmäßiges Lüften sind weiterhin vorgeschrieben. Dabei hilft das gute Wetter: "Das Lüften wird dank der höheren Temperaturen einfacher“, so Isabella Zins.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

petger
4
28
Lesenswert?

Merkwürdig

Angesichts dieser Entwicklung sehen weder Arbeitgeber noch Gewerkschaft noch Politik Handlungsbedarf um die Pädagoginnen und Pädagogen besser zu schützen?! Es wäre doch naheliegend, sie im Impfplan vorzuziehen. gibt's zumindest in Wien.
Immerhin hat wohl kaum eine Berufsgruppe so viele soziale Kontakte wie pädagogisches Personal.
Manchmal kann man sich nur wundern.

Avro
40
6
Lesenswert?

Einschränkungen aufheben

Einmal mehr sieht man bei den Kindern und Jugendlichen wie Sinnlos diese ganze Covid Wahn ist.
Pausenlos getestet, Masken, Klassenteilung und trotzdem die "höchsten Werte" was die Statistik hergibt.
Die wichtigste Frage wird aber nicht gestellt. Ist einer der positiven auch krank? Zu 99% eher nicht sonst würden sie wohl kaum in die Schule kommen.
Trotzdem werden sie weggesperrt, inklusive Kontaktpersonen. Unfassbar was die Bürger sich alles gefallen lassen!
Man sollte sofort alle Einschränkungen aufheben! Wer Angst hat kann Maske tragen (welche auch immer) oder soll sich impfen lassen (und das vermutlich jedes Jahr)

Franzzz
1
7
Lesenswert?

Blaue Querdenker

Sind Sie Rösch oder Berlakovic?

Mein Graz
1
23
Lesenswert?

@Avro

Stell dir vor: man kann vorsichtig sein und keine Angst haben! Ich trag FFP2-Maske, halte Abstand und die Hygiene ein.
Nur leichtsinnige (zu denen gehören auch manche Junge, das ist normal, ich war nicht anders) oder uneinsichtige Menschen tun das nicht.

Und ich würd mich gerne impfen lassen: also her mit dem Impfstoff, auch jedes Jahr.

Mein Graz
3
24
Lesenswert?

Bei der 7-Tage-Inziden weisen die 15-24-jährigen den höchsten Wert auf.

Wenn ich mir überlege was ich selbst in diesem Alter alles gemacht habe (wo mich heute das Gruseln packt) ist es nicht verwunderlich, dass die jungen Leute so hohe Infektionsraten aufweisen.
Sie wollen ihre Freunde treffen, wollen feiern, wollen Spaß haben. Genau so, wie wir es in diesem Alter gemacht haben.

Klug ist es nicht. Aber wer ist in diesem Alter schon klug?

Ich versteh es trotzdem, auch wenn ich es nicht gut heiße.

jost4513
15
3
Lesenswert?

..

Weiß man eigentlich ob die Kinder das Virus in die Klasse bringen oder ob es die Lehrer sind, weiß man definitiv woher die meisten Infektionen kommen, ursprünglich meine ich... Sicher nicht, wenn das contact tracing überall so funktioniert wie es bei mir funktioniert hat.

Franzzz
9
17
Lesenswert?

Kinder unter 10 Jahre aussen vor

" bei geringem Risiko einer Übertragung bei Kindern unter 10 Jahren" - gegen jede wissenschaftliche Evidenz, Hauptsache es passt ins Konzept

Ninaki
13
22
Lesenswert?

lückenlose Testung

Klar haben Schüler die höchste InfektionState. Sie werden ja lückenlos getestet....

freeman666
3
25
Lesenswert?

Falls wer von den „Experten“ glaubt, die meisten haben sich in der Schule infiziert,

dann ist sie kein Experte.
In der Schule mit Maske und am Abend wird abstand- und anstandslos abgefeiert.
Ist eben so, in dem Alter hätte ich wohl auch nicht viel anders gehandelt. Klug ist es nicht, aber eben die Realität.