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HacklerregelungRot-blaue Geschenke brachten Ansturm auf Frühpensionen

Die Zahl der neuen "Hacklerpensionen" stieg im ersten Halbjahr 2020 um mehr als 54 Prozent. Dank der in der koalitionsfreien Zeit beschlossenen Begünstigungen waren diese neuen Pensionen um durchschnittlich 305 Euro höher als jene 2019.

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Die kurz vor der Nationalratswahl beschlossene Wiedereinführung der abschlagsfreien Frühpension hat, wie von Kritikern befürchtet, zu einem massiven Anstieg der Pensionsantritte geführt. Wurden im ersten Halbjahr 2019 von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) insgesamt 55.634 Pensionen neu zuerkannt, waren es heuer zwischen Anfang Jänner und Ende Juni 61.637, berichten die "Salzburger Nachrichten".

Bei sämtlichen Pensionstypen – von der "echten" Alterspension (Männer 65/Frauen 60) über die Korridorpension bis zur Invaliditätspension – gab es Zuwächse, den mit Abstand größten erwartungsgemäß bei der umgangssprachlich Hacklerregelung genannten Langzeitversichertenpension. Hier schnellten die Zuerkennungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um mehr als 54 Prozent auf 7.320 Neuantritte in die Höhe. Das heißt zugleich, dass es sich bei fast zwölf Prozent aller neu zuerkannten Pensionen um Hacklerpensionen handelte (Anteil im ersten Halbjahr 2019: 8,5 Prozent), heißt es in dem "SN"-Bericht vom Samstag.

Wer 2019 eine Hacklerpension antrat, musste noch lebenslange Abschläge hinnehmen. Mit 1. Jänner 2020 wurden diese für neue Pensionen abgeschafft. Für jene, die das Glück einer etwas späteren Geburt hatten und erst heuer die Kriterien für die Hacklerpension erreichten, bedeutet das deutlich höhere Pensionsbezüge.

Neue Hacklerpensionen 305 Euro pro Monat höher

Nach Angaben der PVA sind die abschlagsfrei zuerkannten Hacklerpensionen im Schnitt um 305 Euro brutto monatlich höher als jene, die im vergangenen Jahr zuerkannt wurden. Da sich das im Lauf der Jahre für den Einzelnen auf einen nennenswerten Betrag summiert – bei einem angenommenen 20-jährigen Pensionsbezug auf mehr als 85.000 Euro –, haben 800 Personen, die im Oktober, November oder Dezember in Hacklerpension hätten gehen können, ihren Pensionsantritt auf heuer verschoben.

Für die Pensionsversicherungsanstalt ist die Neuregelung Monat für Monat mit steigenden Mehrkosten verbunden. Für Juni werden sie mit knapp zwei Millionen Euro beziffert, für Juli mit 2,3 Millionen. Dabei ist die Hacklerpension de facto nur für Männer erreichbar – und in den seltensten Fällen für jene, die landläufig mit dem Begriff Hackler gemeint sind: Arbeiter kommen kaum auf die vorgeschriebenen 45 Beitragsjahre, da Ersatzzeiten wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit nicht anerkannt werden. Und für Frauen ergibt sich der Ausschluss von der Hacklerregelung dadurch, dass als Mindestalter 62 gilt. Das Frauenpensionsalter liegt derzeit noch bei 60 Jahren.

Neos sehen sich in Kritik bestätigt

Die NEOS sehen sich durch die gestiegenen Antrittszahlen in ihrer Kritik an der Wiedereinführung der abschlagsfreien Frühpension bestätigt. "Schon bei dem Beschluss war klar, dass die Wahlgeschenke vor allem die junge Generation belasten werden. Die heute bekannt gewordenen Zahlen bestätigen das eindeutig", sagte Sozialsprecher Gerald Loacker und forderte die Rücknahme der Hacklerregelung.

Kommentare (88)

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UHBP
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@sch..

Diese Regierung kann es jederzeit ändern. Warum macht sie es nicht?
PS seit wann tragen Parteien die Kosten ihrer Entscheidungen, Stichwort Kassenreform, etc.

schteirischprovessa
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@ UHP

Die Kassenreform spart langfristig Geld, das hat nichts mit Wahlzuckerl zu tun.

Mein Graz
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@schteirischprovessa

Das glaubst du noch immer?

Naja, einem "Messias" und seinen "Jüngern" muss man glauben, die können nix falsches sagen oder machen...

Patriot
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@sch...: Ob die Kassenreform langfristig Geld spart,

werden wir erst sehen!
Versprochen haben Politiker/innen schon viel. Gehalten hat das vielfach nicht!

ronny999
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Danke SPÖ

so geht diese Partei mit der Zukunft unserer Kinder um - nehmen nehmen bis wir den Kommunismus haben und sich Leistung auf keinen Fall auszahlt - außer für die SPÖ Bonzen. Zum Glück durchschauen dies die Wähler wie das Ergebnis zeigt. Zur FPÖ Fladen bis der Staatsanwalt kommt - es gilt dieUnschuldsvermutung. Zaunnobe und Spesen HC danken dafür.

UHBP
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@ron..

Und was ist mit Beamten, die mit weit weniger Dienstzeiten, weit höhere Ruhensbezüge haben. Wie schaut es da mit der Zukunft unserer Kinder aus?

ronny999
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Mit den Besmten

hast schon Recht - aber keiner will so eine dumme Partei mit solchen Aktionen wählen. Aber bei der SPÖ kommt jetzt eh der Doszi und koaliert mit den HC im Sinne Pack schlägt sich - Pack verträgt sich - halt keine Zukunftsoption.

calcit
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So eine Schwachsinn...

...auch bei den Beamten gilt ein Durchrechnungszeitraum von 40 Jahren, weiters werden viel weniger Vordienstzeiten angerechnet weil gerade bei akademischen Beamte die Studienzeiten nicht gelten. Ausserdem ist das aktuelle Pensionsantrittsalter bei Beamte bereits höher als bei ASVG Versicherten.

volkswagen
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calcit

Wieso glaube sie das das Pensionsantrittsalter höher liegt, ist nicht so, habe eine Bekannten, geht jetzt mit der 40 Dienstjahr Regel in Pension und ist nicht mal 60 Jahre alt. Jeder sollte 45 Beitragsjahre haben, wäre mehr als gerecht

Lepus52
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Bei Beamten gibt es keine Höchstbemessungsgrundlage,

daher zahlen sie auch ohne Begrenzung kräftig ein. Beamte würden ohnehin mit der ASVG besser fahren, da ihnen bei Pensionsantritt auch eine Abfertigung zustehen würde und Frauen nicht bis 65 arbeiten müssten.

gehtso
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bitte sofort an die Beamtengewerkschaft

weitergeben und sofort das System umstellen.
Nur zur Sicherheit:
Die Durchschnittspesnion der Beamten ist inzwischen höher als das durchschnittliche AKTIV-Gehalt eines Angestellten, so bei ca. 3.300,-
Zitat NEOS:
"Beamte sind weiterhin vom Pensionskonto ausgenommen, ihre Pensionen sind dreimal so hoch wie im ASVG-Schnitt.”
Da kann sich jeder einfach ausrechnen, wie schnell eine Abfertigung "eingeholt" wird!

Patriot
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Das ist leider typisch für viele Arbeitnehmer/innen:

Sie sind sich gegenseitig alles zu neidig. Derweil reibt sich Kurz die Hände und schiebt den Reichen die Millionen über den Tisch!
Wenn Sie, @gehtso, wüssten, welches Schindluder mit der Kurzarbeit getrieben wird, würden Ihnen die Glupscher aufgehen.

umo10
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Wehe ihr nehmt das zurück

Dann gehen euch die Wählerstimmen ab

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