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Maskenpflicht für Kellner fälltLockerungen bei Veranstaltungen, kein Mindestabstand beim Sport

Mit Juli fällt Maskenpflicht für Kellner und Sperrstunde für Hochzeiten. Ab September Outdoor-Veranstaltungen mit 10.000 Personen erlaubt. Für den Sport gibt es ab 1. Juli weder Outdoor noch Indoor Beschränkungen. Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen.

Können Kellner bald wieder ohne Maske servieren? © APA/Helmut Fohringer
 

Die Regierung gab heute nach dem Ministerrat weitere Lockerungen der Coronamaßnahmen bekannt. Ab September werden unter bestimmten Voraussetzungen Events im Freien mit bis zu 10.000 und drinnen mit bis zu 5.000 Teilnehmern erlaubt - das betrifft den Sportbereich ebenso wie die Kultur. Schon Anfang Juli fällt etwa die Maskenpflicht für Kellner.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) verkündeten eine ganze Reihe an Lockerungen. Aufatmen können sowohl Fußballfans als auch Kulturbegeisterte: So werden, wie bereits teilweise durchgesickert, ab September wieder große Veranstaltungen möglich - im Freien mit bis zu 10.000 Personen, unter Dach mit bis zu 5.000. Das soll etwa für Konzerte gleichermaßen gelten wie fürs Fußballstadion. Voraussetzung: Es muss für die Besucher zugewiesene Sitzplätze geben, auch müssen Abstandsregeln eingehalten werden.

In Sachen public viewing gelten nach wie vor Beschränkungen - außer, es wird über zugewiesene Sitzplätze ein Ausweg gefunden.

Ausnahmen für Arbeitnehmer verlängert

Die Ausnahmebestimmungen für sogenannte Covid-19-Risikogruppen werden bis Ende Juli verlängert. Das kündigte das Sozialministerium am Mittwoch an.

Für Menschen aus der Risikogruppe gelten während der Coronakrise Ausnahmeregeln. Sie sollen von der Arbeit freigestellt werden oder wenn möglich von zu Hause arbeiten. Der besondere Schutz gilt vor allem für Personen mit chronischen Grunderkrankungen.

Freiwilliges Tracking

Mit der Öffnung verbunden sei ein "freiwilliges Tracking", so Anschober, in Verbindung mit den zugewiesenen Sitzplätzen. Das gelte auch für den Bereich der Veranstaltungen, wo die Gastwirte und Veranstalter aufgefordert seien, ebenfalls auf freiwilliger Basis, Listen der Teilnehmer zu erstellen. Wiederum sei die Eigenverantwortung nun das wichtigste Prinzip. "Alle sind mitverantwortlich", so Anschober. Das Tennisturnier in Belgrad mit den vielen Ansteckungen habe gezeigt, "wie schnell es geht".

Sobald die Zahlen wieder steigen, werde umgehend reagiert, zunächst durchaus auch auf regionaler Ebene. Einen nationalen Shut-down werde es hoffentlich nicht mehr geben müssen. 390 Millionen Euro werden noch einmal in "Containment"-Maßnahmen investiert. Dabei geht es um eine Strategie für eine möglichst schnelle und effiziente Eindämmung bei auftretenden Erkrankungs-Clustern. Anschober: "Da ist jede Stunde wichtig."

Reaktion auf die Explosion der Fälle in der Fleischfabrik in Nordrhein-Westfalen: Für dieses deutsche Bundesland rief Österreich Reisewarnstufe 5 aus - diese galt auch für die Lombardei. Flugverkehr in dieses Bundesland wird es vorerst keinen geben. Von Kontrollen einreisender Bewohner von Nordrhein-Westfalen wird allerdings vorerst noch Abstand genommen. Ab kommender Woche sind dort Sommerferien.

Lockerung im Sport

Neues gab es auch zu den von Sportminister Kogler schon angerissenen Erleichterungen für Mannschafts- und Kontaktsportarten im Freien, aber auch in geschlossenen Räumen ab 1. Juli. Für den Sport gelten ab 1. Juli keine Beschränkungen mehr, auch nicht im Innenraum. Auch die Abstandregeln brauchen also im Sport nicht mehr eingehalten werden. Die Regierung verzichtet auf die bisher üblichen 2-Wochen-Schritte, auch im Sinne einer überschaubaren Regelung.

Allerdings: Vorsicht ist weiterhin geboten. Kogler: "Freiheit braucht auch Verantwortung." Sein "aufrichtiger Appell": "Seid's g'scheit." Das Virus sei nicht auf Sommerurlaub.

Die Maske fällt

Im Gastronomiebereich fällt mit 1. Juli die Maskenpflicht für Kellner, auch kehrt wohl der Salzstreuer auf die Tische zurück. Außerdem wird nach APA-Informationen die Sperrstunde für geschlossene Veranstaltungen mit Anfang Juli aufgehoben, womit man etwa auf Hochzeiten wieder unbeschränkt feiern kann.

Für andere Bereiche wiederum wird die Sperrstunde wieder vorverlegt, etwa für Bäckereien, die künftig wieder ab 5 Uhr öffnen dürfen.

Die Maskenpflicht gilt weiterhin im Bereich des Öffentlichen Verkehrs, in Taxis, Reisebussen, Flugzeugen, Schiffen, für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesene Sitzplätze, Kongresse, Apotheken, Dienstleistungen, bei denen die Abstandsregelung nicht eingehalten werden kann, sowie Demonstrationen.

Für Nachtlokale und Diskotheken wird noch an den Detailregelungen gearbeitet. Anschober will einen "Weg finden zwischen dem Gebot es Gesundheitsschutzes und dem verständlichen Interesse junger Leute, fortzugehen". Denkbar seien eine Beschränkung beim Einlass oder Vorschriften in Bezug auf die Öffnungszeiten.

 

Kommentare (29)

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zyni
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Gestern in einem Gasthaus Nähe Graz,

das Visier des Kellners auf Mundhöhe nass.
Ab 1.7. spucken die Kellner beim Sprechen wieder ins Essen und nicht ins Visier, grauslich. 🤮

Kicklgruber
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So oft,

wie Du Dich hier im Forum über angeblich spuckende Kellner aufregst, solltest entweder nur noch zuhause essen, wo Dir nur Deine Frau ins Essen spuckt, oder selber kochen.

Echt jetzt, solche Pseudohygenepaniker wie Du glauben wirklich, die ganze Welt hält sich aseptisch, nur um den von Dir persönlich verstreuten Aerosolen Raum zu geben, oder wie?

Armselige Gestalt ... lass mich bitte wissen, welche Restaurants Du bevorzugt aufsuchst, damit ich sie rechtzeitig meide, falls Du dort auftauchst.

zyni
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Keine Gefahr einander zu treffen,

ich gehe in keine Dönerbuden..... Mahlzeit.
Ich glaube Sie haben mentale Defizite, wenn ich Ihren Kommentar lese.

Patriot
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Da die Mehrheit der Österreicher/innen nicht einmal ansatzweise weiß was Eigenverantwortung heißt, ist es sinnlos darauf zu zählen!

.

VH7F
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Zugewiesene Sitzplätze?

Da werden die Eishackler im Herbst aber viel weniger Leute in die Halle lassen müssen?

sunny1981
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Besser so als krank

.

Plantago
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Lockerungen, als wäre nie was gewesen,

damit wir dann bei der "zweiten Welle" wieder Maßnahmen mit dem Vorschlaghammer bekommen können?

isteinschoenerName
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Passt. Ich bleib freiwillig daheim, so gut es geht.

Wir hatten die Pandemie wirklich gut im Griff. Aber der Druck der Industriellen und Geldadeligen auf die Politik scheint groß genug zu sein, das alles aufs Spiel zu setzen?

samro
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druck

und der druck der von so manchen anderen parteien ausgeht?
der druck den man durch das hetzen der grundrechte erzeugt hat?
das ist unverantwortlich, wenn die auch mal an die bevoelkerung und da sollten so manche an mensch und an die wirtschaft denken.

isteinschoenerName
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Ja eh, samro.

Man denke zB an eine gewisse Partei, die zuerst sofortige Grenzschließung verlangte, und nun aber von "Corona-Wahnsinn" spricht. Tja, schliesslich geht es um die finanziellen Interessen ihrer Sponsoren ...

isteinschoenerName
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Empfehle zum Thema 'New York Times' Artikel:

"When 511 Epidemiologists Expect to Fly, Hug and Do 18 Other Everyday Activities Again"

rehlein
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Weitere Lockerungen trotz

steigender Infektionszahlen?

Die Zahlen steigen täglich an, und man will weitere Lockerungen machen....

Ist mir gänzlich unverständlich!

Eigenverantwortung gibt es in Österreich anscheinend nicht, denn die meisten leben, als ob es das Vorus nicht gäbe, und die steigenden Zahlen beweisen, dass es ohne strenge Maßnahmen anscheinend nicht funktioniert.

Man sollte genau das Gegenteil machen, nämlich die Lockerungen wie z.B. das Tragen des MNS Schutzes wieder verpfichtend einführen, und Veranstaltungen nur in Kleinstmengen zulassen.

Abstand und Hygiene sollten sowieso Grundvoraussetzung sein!

Wenn das mit den Zahlen so weiter geht, sind wir in wenigen Wochen wieder über 1000 Fälle.

Pelikan22
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Kein Problem!

Ich habe eine Menge Nasentropfen und Hustensaft im Kelller gebunkert. Wär doch g'lacht, wenn wir mit dem leichten Schnupfen nicht fertig werden könnten!

jost4513
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.. Von wegen Selbstverantwortung..

Es ist als ob es Corona nie gegeben hätte.. Unglaublich.. Es ist jedem alles egal.. Kein Abstand.. Nichts... Zuerst aufregen über die Maßnahmen.. Aber wie man sieht geht es ohne nicht.. Die Menschen brauchen diese Vorgaben offenbar... Unglaublich

samro
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locker

heute 17.449 positive Testergebnisselaut bmi.
17359 laut dashboard.
die bmi daten sind da voraus also die wo es steht.

373 aktiv infizierte habe ich am 15.6. notiert
heute 474 laut heutigem dashboard.

bei der eigenverantwortung und diesen daten. tut leid da sehe ich echt keinen sinn in weiteren oeffnungen.

GanzObjektivGesehen
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So schön diese Lockerungen auch sind...

...bergen Sie (abgesehen von den gesundheitlichen) auch wirtschaftliche Gefahren für einige Bereiche. Kulturveranstaltungen brauchen eine gewisse Vorlaufzeit. Wer aber traut sich das Risiko auf sich zu nehmen eine Veranstaltung zu planen, wenn die Lockerungen jederzeit wieder zurückgenommen werden könnten?
Sobald Veranstaltungen wieder möglich sein werden, werden vermutlich auch die Unterstützungen für Kleinunternehmen und EPU's fallen. Es wird aber nicht genug Aufträge für diese Betroffenen geben. Mangelnde Auftragslage heisst das zum Beispiel in der Sprache der Versicherungen. Du könntest ja theoretisch arbeiten. es gibt aber keine Arbeit, , also Pech gehabt. Da ist die Arbeitslosigkeit ein wesentlich sicherer Hafen...

Und wenn mir, so wie gestern an einer Kassa, Menschen aus 50cm Entfernung (welche Viren oder Bakterien auch immer) ins Gesicht husten, dann wird das wohl noch länger so bleiben!

scionescio
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Mittlerweile ist die Superspreader Theorie mehr oder weniger wissenschaftlicher Konsens ...

... und die Konsequenz daraus wäre, noch eine Zeitlang bei Massenansammlungen sehr vorsichtig zu sein oder sie am besten gleich noch eine Zeitlang zu verbieten.
Fußball, Freiluftkonzerte, etc. sind nicht lebensnotwendig und ein nur kleiner Verzicht im Vergleich zur potentiellen Gefahr eines zweiten Lockdowns.
Mit Händewaschen, Abstandhalten, dem verstärktem Schutz der Risikogruppen (mit wirkungsvollen FFP2/3 Masken), freiwilligem MNS für die, die sich damit besser fühlen und großflächigem Testen, damit man aufgespürte Cluster sehr zeitnah isolieren kann, wäre alles getan, damit wir langsam wieder in die Normalität übergehen und anfangen können, wieder Arbeitsplätze abzusichern und die zig ausgegebenen Milliarden zu erwirtschaften.

GanzObjektivGesehen
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Im Prinzip stimme ich ihnen zu.

Leider werden viele der geschätzten 140.000 Betroffenen aus der Kulturszene dadurch aus dem künstlichen Tiefschlaf in die Totenstarre überwechseln.

Die bisher gesetzten Maßnahmen der Regierung helfen zwar denjenigen aus dieser Gruppe, die es auf Grund ausreichender Jobs in den Bereich des Mittelstandes geschafft haben, aber der Großteil der Geringverdiener, hauptsächlich junge Menschen, werden wohl untergehen....und durch unerklärbar billige Arbeitskräfte aus dem umgebenden Ausland ersetzt werden...

scionescio
4
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@ObjektivGesehen: natürlich darf man die Kulturschaffenden nicht zurücklassen ...

... und ein entsprechender finanzieller Ausgleich kommt gesamtheitlich immer noch billiger als ein zweiter Lockdown.

Momentan wirft der Herr Kurz mit nicht vorhandenem Geld nur so um sich - aber substantiell ändert sich dadurch wenig, weil das mehr oder weniger nur lebensverlängernde, aber keine heilenden Maßnahmen sind.
Deshalb ist es enorm wichtig, sich sehr bald aus der Schockstarre zu lösen, dankbar zu sein, dass die übertriebenen Katastrophenszenarien nicht eingetreten sind, nicht unvorsichtig zu werden und wachsam zu bleiben, aber jetzt alles daran zu setzen, dass die Wirtschaft wieder in Schwung kommt und damit Arbeitsplätze zu sichern, damit wieder genug Geld für den Konsum da ist.

Bobby_01
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Nachdem

es einige Zeit besser war und wenig Neuinfektionen waren steigt es wieder und es gibt in allen Bundesländern wieder Neuinfektionen.
Da ist eine weitere Lockerung der Maßnahmen sicher nicht sinnvoll.
Auch die MNS in den Geschäften aufzuheben war nicht sinnvoll.

CloneOne
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Weit weg von

Realität und Wirtschaftlichkeit. Diese Lockerungen bringen für kleine und Mittelbühnen überhaupt keine Änderung.

Schubarsky
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Solange...

...das unwürdige Rauchverbot in der Gastro bestehen bleibt, sind für uns Raucher seit Nov. 2019 ohnehin nur die Gastgärten interessant (bei schönem Wetter).

Bluebiru
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@Schubarsky

Ca. 24 % der Österreicher sind Raucher, was im Umkehrschluß bedeutet, dass mehr als 75 % nicht rauchen. Warum glauben Menschen, die süchtig sind immer, dass sie den Rest von Österreich in Geiselhaft nehmen müssen?

Schubarsky
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@Bluebiru ... wie wär's denn,

...wenn sie uns Rauchern 25% der Beisln und Gasthäuser als Raucherlokale überlassen würden? Was ist denn so schwer daran? Wir Raucher sind mitlerweile in der Geiselhaft intoleranter Nichtraucher, die ein Schild vor dem Lokal ("Raucher") nicht lesen können und unbedingt überall rein wollen. So viel zum Thema "Geiselhaft". Verbieten ist doch eine geile Angelegenheit gell! Vielleicht trifft's Sie ja auch mal? Vielleicht sind Sie ja zufällig Motorradfahrer oder trinken gelegentlich Alkohol, mögen Weihrauch in der Kirche, oder einen offenen Kamin im Wohnzimmer?
Mmmmhh.... Was da alles noch zu verbieten wäre....

lapinkultaIII
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..

Das Rauchverbot ist nicht "unwürdig", sondern sehr sinnvoll.

Und das sage ich als Raucher.

viola68
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Aber wieder mehr fälle...

Ob das sinnvoll ist....hat ja das Gegenteil dann angekündigt.
Und im Gesundheitswesen das andere extrem

 
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