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12-Stunden-TagLänger arbeiten, dafür länger frei

Türkis-Blau macht den Weg frei für die Ausweitung der Arbeitszeit auf bis zu zwölf Stunden. Die SPÖ schäumt und plant eine eigene Begutachtung.

REGIERUNG PG 'AKTUELLE THEMEN': KURZ / STRACHE
© APA/HANS PUNZ
 

In der Inszenierung überlässt die Koalition nichts dem Zufall. Nicht die Parteichefs Sebastian Kurz oder Heinz-Christian Strache, sondern die beiden Klubobleute August Wöginger (ÖVP) und Walter Rosenkranz (FPÖ) haben gestern den Durchbruch bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit verkündet. Kein Wunder: Die Regelung zählt zu den heikelsten Themen im Regierungsprogramm. Vor allem in FPÖ-Kreisen hält sich die Begeisterung in Grenzen, die Opposition polemisierte in den letzten Wochen gegen die drohende „Einführung des 12-Stunden-Arbeitstags“. Strache weilt noch dazu bei der WM in Russland.

„Es bleibt beim Acht-Stunden-Tag“, versichert Wöginger im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. „Wir werden nur flexibler, wenn es über die acht Stunden hinausgeht.“ Gewinner seien Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber: „Wir haben flexiblere Arbeitszeiten, andererseits ermöglichen wir ein verlängertes Wochenende und eine Vier-Tage-Woche.“

Wie man nur noch vier Tage die Woche arbeitet

Beispiele der Koalition

Gastronomie: Bei einer Hochzeit an zwei Samstagen in einem Gasthaus arbeiten Kellner und Koch je zweimal elf Stunden. Die neunte Stunde wird durchgerechnet, die zehnte und die elfte Stunde sind jeweils Überstunden mit 50 Prozent. Bei beiden Mitarbeitern entsteht ein Zeitguthaben von 8 Stunden (2 Stunden Normaltarif und 4 Überstunden mit Zuschlag). Dafür bekommen sie einen Tag frei.

IT-Bereich: Ein Programmierer arbeitet Gleitzeit. Er arbeitet acht, zehn, zehn, zwölf Stunden und beendet das Projekt am Donnerstag ab. Er hat am Freitag frei.

Industrie: Ein Arbeiter arbeitet sechs Wochen lang je 52 Stunden. Das Zeitguthaben danach: 30 Stunden zum Normaltarif und 42 Überstunden mit Zuschlag macht insgesamt 93 Gutstunden. Das ermöglicht zweieinhalb Wochen Urlaub oder eine alternative Auszahlung.

„Gräuelpropaganda“

FPÖ-Klubobmann Rosenkranz geht davon aus, dass die Gewerkschaft die Leute mobilisieren wird, allerdings „nicht aus sachlichen Gründen, sondern aus parteitaktischen Überlegungen“. Rosenkranz rechnet mit einer „Gräuelpropaganda“ -etwa, dass der Zwölf-Stunden-Tag fix komme. Dies sei aber unrichtig: „Der Acht-Stunden-Tag ist die Regel, die 40-Stunden-Woche bleibt die Regel.“

SPÖ-Kritik an Arbeitszeit-Gesetz: "Eigene Begutachtung als Notwehr"


Die SPÖ übte indes scharfe Kritik am "Durchpeitschen" ohne Begutachtung und startet deshalb ihre eigene. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gestern wurde der türkis-blaue Vorschlag als Initiativantrag ins Parlament eingebracht und dem zuständigen Wirtschaftsausschuss zugewiesen. Vor dem Sommer soll die Regelung das Plenum passieren. Am 1. Jänner könnte die Regelung, so der Plan, das Licht der Welt erblicken. Laut Koalition orientiere man sich an einem Sozialpartnerpapier, das im letzten Sommer die Runde gemacht hatte, sowie an dem von Ex-Kanzler Christian Kern Anfang 2017 ausformulierten Plan A.

Die Eckpunkte des türkis-blauen Vorhabens

Acht Stunden: Der 8-Stunden-Tag bleibt als gesetzliche Normalarbeitszeit, auch die wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden wird beibehalten. Auf freiwilliger Basis kann ab Jänner auch länger, nämlich bis zu 12 Stunden, gearbeitet werden. Das Modell der Sozialpartner, das von Gewerkschaftsseite nicht akzeptiert wurde, sah ursprünglich eine Erhöhung der gesetzlichen Normalarbeitszeit von acht auf zehn Stunden pro Tag vor.

Neuerungen: Die maximal zulässige Tagesarbeitszeit beträgt künftig zwölf statt zehn Stunden sowie 60 statt 50 Stunden pro Woche. Derzeit sind zwölf Stunden täglich bzw. 60 Stunden pro Woche nur zulässig, wenn ein vorübergehender besonderer Arbeitsbedarf vorliegt, ein unverhältnismäßiger wirtschaftlicher Schaden droht und es eine Betriebsvereinbarung gibt. Künftig sind flexible Modelle auch ohne Betriebsvereinbarung möglich.

Ablehnungsrecht: Für die elfte und die zwölfte Stunde gibt es demnach bei überwiegenden persönlichen Interessen - etwa Kinderbetreuungspflichten - für jeden Arbeitnehmer ein Ablehnungsrecht.

Zuschläge: Keine Änderungen gibt es bei den Zuschlägen. Nicht übertragbare Gleitstunden werden am Ende der Gleitzeitperiode wie bisher mit Zuschlag (Zeit oder Geld) vergütet.

Reaktionen: Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer sowie Georg Kapsch, der Chef der Industriellenvereinigung, begrüßen erwartungsgemäß den Durchbruch. Künftig könne damit „gearbeitet werden, wenn Arbeit anfällt“. Ganz anders sieht das die Gewerkschaft. Der neu gewählte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bezeichnete die Pläne als einen "Raubzug gegen die Gesundheit und Geldbörsen" der Arbeitnehmer.

Kommentare (48)

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cindymax1
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werden die

Einsatzzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel dementsprechend angepasst werden, oder muss sich der Arbeitnehmer vorsichtshalber ein Auto anschaffen?

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Mr.T
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Und in Wirklichkeit...

... geht es nur darum die Arbeitnehmer unter Druck zu setzen!!!

Wer nicht spurt (die Überstunden macht) kann fristlos entlassen werden... dann bist „Kurz“ arbeitslos... dann wirst in die Mindestsicherung geschickt und enteignet!!!!

Das ist die Wahrheit!!!!!!

Und deswegen schiebt diese Regierung auch so gut wie keine Flüchtlinge ab... die Arbeiten dann... vieeel billiger!!!!

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Mr.T
0
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Tja...

Laut Bastis Logik haben die Arbeiter nur Vorteile!

Und... die schlecht Verdiener, Arbeislosen, Notstandsbezieher und Mindessicherungsbeansprucher sei in Erinnerung gebracht… EIGENTUM (Haus, Wohnung, Grund usw.) anschaffen... das schützt vor Altersarmut!!!

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sev57
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Wozu die Aufregung?

Ist doch alles freiwillig.
Ach ja genau. Von freiwillig steht jetzt nichts mehr drinn.
Da hat uns der Strache doch glatt angelogen. Warum wundert mich das nicht?

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Bond
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Alles klar?

Zitat Michael Jungwirth heute In der Kleinen Zeitung:"In den letzten Wochen wurde viel Hirnschmalz investiert, wie man das unpopuläre Vorhaben der Basis verkaufen könne. Der Slogan ward gefunden: Türkis-Blau macht den Weg zur Vier-Tageswoche zum verlängerten Wochenende frei."
Titel heute Kleine Zeitung: "Länger arbeiten, dafür länger frei". Alles klar?

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Mein Graz
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@earlofcarinthia

"diese arbeitsfeindlichen Wesen"

Was du schreibst ist bösartig, gehässig und charakterlos.

Viele der Poster hier sind nach einem arbeitsreichen Leben im Ruhestand, und ich vermute mal, dass ich mehr Arbeitsjahre am Buckel habe als du Lebensjahre.

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earlofcarinthia
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Sorry aber dann sollen sie nicht schreiben,

Wenn sie von der praxis keine Ahnung haben.
Aber ich hab mir beim lesen der Kommentare
schon gedacht dass die meisten hier Rentner sind.

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cockpit
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Wenn schon, dann Pensionist,

Rentner gibt es in Österreich schon seit fast 50 Jahren nicht mehr!

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Mein Graz
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@earlofcarinthia

Du hast keine Ahnung, wovon ich Ahnung habe.

Auf jeden Fall hab ich das Wissen, dass du ein unangenehmer Mensch bist, wenn ich mir deine Postings durchlese.
Und wenn du jammerst, dass du keine Mitarbeiter findest, wundert es mich nicht - bei so einem Chef würde ich persönlich nicht arbeiten wollen.

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earlofcarinthia
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es ist für alle Seiten schwer

es ist schwer gute Mitarbeiter zu finden aber auch einen guten Job

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wintis_kleine
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Nur mal zum Nachdenken

-12 Stunden sind auch ohne Betriebsvereinbarung möglich - also kann mit jedem Diesntnehemer einzeln verhandelt werden. Wer glaubt ihr wohl wird bei der nächsten Krise (und die kommt wie das Amen nach demGebet) wohl noch weiter seinen Job behalten können?
-Abgeleht darf die 11 und 12 Stunde nur mehr mittels einer Begründung seitens des Dienstnehmers werden, aber auch nur dann, wenn seine Begründung mehr wiegt (Kinderbetreuung) als die Begründung des Arbeitgebers (wirtschaftlicher Schaden) - na ihr lieben Frauen - wen wird das wohl als Erstes treffen?
-Zuschläge werden in Zeit oder Geld abgegolten. Wer hat darüber das Wahlrecht?
Wenn die Aufträge gut laufen wird ausbezahlt, da man ja die Arbeitskraft im Betrieb braucht und der Fiskus freut sich über überaus großzügige Steuerzusatzeinnahmen.
Wenns nicht so gut lauft darfst dann zu Hause bleiben an Tagen wo du aber nicht wirklich einen Sinn darin siehst (der Partner/die Partnerin muss arbeiten, die Kinder haben nicht frei, etc.) und wer bestimmt dann überhaupt wann ich den ZA konsumieren darf/kann?

Und jetzt mal Tacheles gesprochen: Arbeitszeitflexibilisierung ist für mich möglich, wenn die gesundheitlichen, sozialen, kapazitiven Möglichkeiten der ArbeitnehmerInnen VOLL berücksichtigt werden und das Wahlrecht ohne Wen und Aber bei der ArbeitnehmerIn liegt.- UND NUR DANN!

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SoundofThunder
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Also wenn der selbe Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber Verhandeln muss...

...schaut es düster für den Arbeitnehmer aus. Wer da am längeren Ast sitzt wissen wir.

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glashaus
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@balrog206

warum bist du Unternehmer wenns dir eh so schlecht geht. Aber wie sagt ein altes Sprichwort, wer nicht jammert ist kein Unternehmer. Und übrigens, wenn der Betrieb gut läuft ist es der Verdienst des Chefs und läufts schlecht sind natürlich die Arbeiter schuld.

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earlofcarinthia
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Ja dann mach die selbstständig

Wirst schön blöd aus der wäsche schauen

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Mein Graz
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@earlofcarinthia

Wer zwingt DICH, selbständig zu sein?
Schaust gern "blöd aus der Wäsch"?

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Balrog206
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Wo

Habe ich geschrieben das es mir schlecht geht ! Ich sage nur das es den Arbeitnehmern in Österreich recht gut geht ! Bei uns auf alle Fälle ! Ich mag diese, wir sind so arm Jammerei einfach nicht! So nun an alle schönes Wochenende die heute den letzten Tag haben 😉

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Mein Graz
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@Balrog206

Zitate, welche Missgunst und Habsucht eines Unternehmers bestätigen:
Zu Familienbonus:
"Schreiben sie die gleichen Bruttogehälter auf , und auch dann die abgezogene Zb Lohnsteuer dazu ! Wäre sicher einmal auch ein guter Vergleich!
Aber ihr wollt eigentlich lieber , das der , der 4000 tsd Brutto verdient gar nichts mehr bekommt , aber bezahlen darf er das ganze schon oder ???? "

Zu Van der Bellen:
"Die roten haben die letzten 20 Jahre nie etwas aus den Geldtaschen der Bürger gezogen , da war alles gut !! "

Zu Sozialpartnerschaft:
"Jaaaa Bitte nur keine Veränderungen , den was würde diese Scharr an Nichtleistungserbringern sonst machen !!! "

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wiesengasse10
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Ablehnungsrecht ?

Wie schaut das aus ? So wies hier schwarz auf weiß steht: "bei überwiegenden persönlichen Interessen - etwa Kinderbetreuungspflichten" Soll heißen: ich mus eine Ablehnung begründen, und dann wird abgewogen ob meine Gründe überwiegen ???? Na das kanns ja wohl nicht sein....und anfangen würds ja schon damit, warum ich überhaupt was begründen soll !! Ich will da bald Klarheit haben, denn wenns so wäre, dann liebe Gewerkschaft heissts Muskeln zeigen !

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DaKritker
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Ablehnungsrecht?

Sie haben keines. Entweder sie machen die Arbeit so wie gefordert sonst sind sie weg! Freiwillige Vereinbarung ob länger gearbeitet wird, so ein Schwachsinn wird nur im Parlament diskutiert in der realen Arbeitswelt gibt es das in keinem Unternehmen. Die Abrechnung in Freizeit ist größte Frechheit. Wer schaut darauf das die Kinderbetreuungsplätze dann länger offen halten. Von was soll ich dann das bezahlen? Mit Freizeitausgleich? Die Forderungen kommen von Menschen die noch niemals gearbeitet haben!

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Balrog206
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Heute

Sind wieder die üblichen 12 h Hypochonder unterwegs im Forum ! Wie jeden Tag halt , Schreibens sie seitenlange Kommentare !
Wär gespannt was sie bei 30h Woche , bei vollem Lohnausgleich schreiben würden !
Bitte an alle , macht euch endlich selbständig , mit mind 15 Mitarbeitern und dann schreibt’s wieder wie arm Österreichs Arbeitnehmer dran sind !

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Kariernst
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Nichts anders zu erwarten

Ausbeutung das ist das einzige was sie im Sinn und im Kopf haben ihnen fehlt jegliche soziale Kompetenz und es regiert das Streben und die Gier nach Gewinn auf Kosten anderer warum führen sie dann ihren Betrieb nicht mit ihren Freunden Verwandten oder Bekannten weil sicherlich keiner bei ihnen arbeiten will

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SoundofThunder
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Balrog

Von 30h die Woche bei vollen Lohnausgleich ist nicht die Rede (und ist fern der Realität),von bis zu 60h "freiwillig" und ohne Überstundenzuschläge ist die Rede.Außen vor der Durchrechnungszeitraum.Der kommt noch.Ich für meinen Teil will meine geleisteten Überstunden bezahlt bekommen.Leistung soll sich lohnen (Ist ja auch das Credo dieser Regierung,nebenbei bemerkt). Und wenn der 12h Tag kommt können Sie ja von ihren 15 Mitarbeiter gleich 5 einsparen. Dann machen 10 Mitarbeiter genau so viele Stunden wie 15. Ich will ja nicht sagen dass Sie das tun werden,aber so manche werden es so handhaben. Und beschweren Sie sich immer wenn man in einem Forum seine Meinung vertritt wenn diese Meinung nicht der Ihren entspricht? Ich beschwere mich auch nicht über Ihre Postings und Ihrer Meinung. Im Gegenteil:Ich respektiere Ihre Meinung.Ich verstehe das als Meinungsfreiheit.

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Lodengrün
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Es gibt Betriebe

die sehen die Mitarbeiter als das eigentlich Kapital der Unternehmung. Sie werden dementsprechend behandelt und ihnen wird nichts vorgeschrieben. Man fragt sie und sie nicken bejahend. Hier kommt die Keule bei der sie nachdem sie die "Überstunden" geleistet haben kein Recht darauf haben über diesen Abbau zu bestimmen. Und bei einem schon angedachten Durchrechnungszeitraum von 2 Jahren gibt es keine Überstundenbezahlung. Werden auch keine abgebaut denn kein Mitarbeiter macht das 2 Jahre mit.

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Mein Graz
4
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@Balrog206

Selbständig machen geht doch nicht, du jammerst doch schon jetzt, dass du kaum Mitarbeiter kriegst, und wenn sich alle selbständig machen täten, wär die Konkurrenz für dich noch größer.
Das kann dir doch keiner antun!
Dann müsstest vielleicht deinen MA mehr zahlen, und du könntest nicht mehr von "4000 tsd Brutto" Verdienst schreiben...

*Ironie off*

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fon2024
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andaman

Balrog26 du musst mal 12 Std. am Hochofen oder Bau usw arbeiten dann kannst du mitreden.

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docholliday
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das

ist wieder typisch, in österreich zählt nur wer metaller ist oder am bau ist. und alle anderen.. hat man das gefühl .. sind faule säcke. leute so kanns nicht sein. euch fehlt die achtung vorm anderen.

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