Die Neue Mittelschule war das Prestigeprojekt der SPÖ in der Zeit von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (2007-13). Damit sollte schrittweise – von ersten Schulversuchen bis hin zur flächendeckenden Umsetzung 2015 – die starre Gliederung in Hauptschulen und Gymnasien für die Kinder ab 10 Jahren abgemildert werden. Diese frühe Bildungsentscheidung gilt Kritikern als ein Grundproblem des heimischen Schulsystems. Insbesondere in den Großstädten galten – und gelten – Hauptschulen als bildungspolitische Sackgasse.

Doch die hohen Erwartungen scheinen sich nicht zu erfüllen, wie nun eine aktuelle Studie der beiden Bildungsforscher Claudia Schreiner (Universität Innsbruck) und Christoph Helm (Johannes Kepler Universität Linz) aufzeigt. Diese kommt auf Basis der Bildungsstandarderhebungen von 2009 bis 2018 zum Schluss, dass nur für das Unterrichtsfach Deutsch „in relevantem Ausmaß mehr Lernunterstützung“ festgestellt werden könne, nicht aber in Englisch und Mathematik. Allerdings betonen die Autoren selbst, dass die Studie noch keine abschließenden Erkenntnisse ermögliche.

Schulreformen sind mühsam und dauern

In der Studie heißt es: „Während im Deutschunterricht eine deutliche Steigerung der Lernunterstützung beobachtet werden kann, ist die Steigerung in Englisch sehr gering und es ist hinsichtlich des Mathematikunterrichts in den ersten Jahren der Einführung der NMS sogar eine Reduktion des Ausmaßes an wahrgenommener Lernunterstützung festzustellen.“

Die Studienautoren betonen, dass Änderungen rein auf der Systemebene nur dann Wirkung zeigen, wenn gleichzeitig auch die wesentlichen Rahmenbedingungen für den Unterricht ebenfalls verändert werden, allen voran die Ressourcen und Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Als wesentlicher Faktor gilt insbesondere die Motivation der Lehrkräfte.