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Auch Luftangriffe Armee-Gewalt in Myanmar eskaliert: Schüsse auf Trauergäste

Das Militär in Myanmar geht mit immer mehr Gewalt und Härte gegen Regimegegner vor und zieht damit weltweit scharfe Kritik auf sich. UN-Berichterstatter Tom Andrews bezeichnet Junta-Vorgehen als Massenmord. Die Welt müsse nun eingreifen, Worte würden nicht mehr ausreichen.

Am Samstag war es beim gewaltsamen Vorgehen des Militärregimes in Myanmar gegen die Straßenproteste zur bisher blutigsten Eskalation seit dem Putsch vor knapp zwei Monaten gekommen. © AP
 

 Mit 114 Toten bei Protesten am Samstag erreichte die Militärgewalt den vorläufigen Höhepunkt. Der UNO-Sondergesandte für Menschenrechte in Myanmar warf dem Militär "Massenmord" an der eigenen Bevölkerung vor. Am Sonntag gingen die Proteste weiter. Polizisten und Soldaten sollen laut Medien bei einer Beerdigung auf Trauergäste geschossen haben.

Die Vereinten Nationen bezeichneten den Samstag als den "blutigsten Tag" seit dem Militärputsch vom 1. Februar. Der UNO-Sondergesandte für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, warf dem Militär "Massenmord" an seiner eigenen Bevölkerung vor. Es sei an der Zeit für die Welt einzugreifen - wenn nicht durch den Sicherheitsrat, dann durch ein internationales Gipfeltreffen zu Myanmar, teilte Andrews mit. Man könne die Öl- und Gaszahlungen und damit die Finanzströme an das Militär in dem Land einstellen oder den Zugang des Militärs zu Waffen stoppen.

Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, und die UNO-Beraterin für die Verhinderung von Völkermord, Alice Wairimu Nderitu, verurteilten die Vorgänge auf das Schärfste. Für die systematischen Attacken gegen friedliche Demonstranten müssten Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, verlangten sie am Sonntag. "Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, die Bevölkerung von Myanmar vor solchen grausamen Verbrechen zu schützen."

Auf Trauergäste geschossen

Augenzeugen zufolge feuerten Sicherheitskräfte am Sonntag auf Trauergäste, die sich zur Beisetzung eines am Vortag getöteten 20-jährigen Studenten versammelt hatten. "Gerade als wir das Revolutionslied anstimmten, kamen die Truppen und schossen auf uns", teilte eine Teilnehmerin der Trauerfeier mit. Bei dem Vorfall in der Stadt Bago nahe Yangon gab es ersten Berichten zufolge keine Opfer. Allerdings wurden andernorts zwei Protestierende am Sonntag durch Gewehrfeuer getötet.

Nach Luftangriffen von Myanmars Armee an der Grenze zu Thailand flohen am Sonntag etwa 3.000 Dorfbewohner des südöstlichen Teilstaats Karen (Kayin) laut Nachrichtenagentur Reuters in das Nachbarland. Der thailändische Sender PBS berichtete, dass etwa 3.000 Menschen Thailand erreicht hätten. Das Militär hatte Luftangriffe auf mehrere Bezirke an der Grenze zu Thailand geflogen, berichteten lokale Medien.

Am offiziellen Gedenktag der Armee am Samstag hatten Menschen in weiten Teilen des Landes gegen die Machtübernahme des Militärs protestiert. Dabei sollen Militärangehörige und Polizisten mit scharfer Munition und gezielten Kopfschüssen gegen unbewaffnete Zivilisten vorgegangen sein. Nach Angaben des Nachrichtenportals "Myanmar Now" wurden am Samstag 114 Menschen in 44 Städten getötet. Dies war die höchste Totenzahl an einem Tag seit Beginn der Proteste gegen den Militärputsch vom 1. Februar.

Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung. Seit dem Militärputsch gibt es fast täglich Proteste gegen die Machtübernahme. Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte die Wahl im November gewonnen. Das Militär erkennt diesen jedoch nicht an und spricht von Wahlbetrug.

Die EU sprach in den sozialen Medien von einem Tag des "Terrors und der Ehrlosigkeit". US-Außenminister Antony Blinken prangerte auf Twitter eine "Schreckensherrschaft" des Militärs an. Auch mehrere internationale Militärchefs verurteilten in einer Erklärung die Gewalt scharf.

Kommentare (5)
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Hapi67
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Nicht die UNO

spricht von Mord(was es auch ist), sondern ein Handlanger von der Friedenstaube Biden.

Und zur Nichtverurteilung der UNO durch Vetomächte wie China, Russland hat der Nichtdiplomat Biden mit seinen Sanktionen, Drohungen und Gebärden seinen Beitrag geleistet.

Myanmar ist nur ein weiterer Spielball der Weltmächte um sich zu positionieren-global hat hier China die Nase vorn.

Vielen Dank

shorty
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Mal schauen....

wer als erstes "hilft",immerhin ist Myanmar in den letzten Jahren,zu einem der bedeutendsten Gas und Petroleum lieferanten auf dem asiatischen Kontinent geworde!Da wollen sicher einige ihre Finger mit drinnen haben....

Nora
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Nichts gelernt

Die Welt hat nichts gelernt: Hitler, Srebrenica, Weißrussland, Myanmar.Von den anderen Abscheulichkeiten(Erdoga, Saudi-Arabien,Iran,China,...)ganz zu schweigen.Reden, UNO Beschlüsse und dgl. bringen gar nichts.
HIER MUSS AKTIV EINGEGRIFFEN WERDEN!!

Nixalsverdruss
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Wenn die USA wieder als Weltmacht ....

.... wahrgenommen werden wollen, dann müssen sie hier eingreifen und wieder die Ordnung herstellen, bevor es Russland oder China machen.

Carlo62
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Dort gibt es kein Öl,

wozu sollte die USA da eingreifen?