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Balkanroute

Aus Protest: Flüchtlinge nähen sich die Münder zu

Serbien, Kroatien und Mazedonien haben vergangene Woche die Grenzkontrollen verschärft. Dies zeigt nun Wirkung: Auf der Balkanroute deutlich weniger Flüchtlinge in Richtung Österreich und Deutschland unterwegs. Gestoppte Flüchtlinge reagieren indes mit drastischen Maßnahmen.

Flüchtling mit zugenähtem Mund
Flüchtling mit zugenähtem Mund © AP
 

Die Zahl der Flüchtlinge auf der Balkanroute ist zu Wochenbeginn merklich zurückgegangen. Grund dürften die strengeren Einreisebedingungen Kroatiens, Serbiens und Mazedoniens sein, die seit Donnerstag nur noch Iraker, Syrer und Afghanen über die Grenze lassen. Die Lage vor der mazedonischen Grenze war unterdessen weiter angespannt, einige Flüchtlinge nähten sich aus Protest den Mund zu.

Foto © AP

2.000 weniger in Serbien

Rund 2.000 Schutzsuchende weniger als noch vergangene Woche träfen derzeit täglich in Serbien ein, sagte Rados Djurovic vom Belgrader Asylhilfezentrum am Montag gegenüber der APA. Ähnlich war die Lage in Slowenien, wo am Sonntag lediglich 5.200 Flüchtlinge ankamen. Dies war zwar mehr als am Samstag, als nur knapp 3.000 Menschen das Land erreichten, lag aber weiter deutlich unter dem Durchschnittswert von 7.000 bis 8.000 Ankünften pro Tag in den Wochen zuvor.

Dennoch forderten die Präsidenten Sloweniens, Borhut Pahor, und seine kroatische Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarovic am Montag eine weitere Beschränkung des "Flüchtlingsstroms". Dazu bedürfe es Vereinbarungen der Länder entlang der Balkanroute, sagten sie nach einem Treffen in Ljubljana.

Eine entsprechende Erklärung sollen demnach auch die Teilnehmer eines Treffens von Balkanstaaten am Mittwoch in Zagreb unterzeichnen. Erwartet werden die Staatsoberhäuptern der Westbalkanländer, Kroatien und Slowenien, sowie US-Vizepräsident Joe Biden, EU-Ratspräsident Donald Tusk, der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundespräsident Heinz Fischer.

Dramatische Lage zwischen Griechenland und Mazedonien

Weiterhin dramatisch war die Lage unterdessen im griechisch-mazedonischen Niemandsland, wo viele der abgewiesenen Flüchtlinge - vor allem Pakistanis, Iraner, Marokkaner, Algerier und Bangladeschis - strandeten. Rund 1.000 harrten dort seit dem Wochenende aus, einigen dürfte laut serbischen Medienberichten aber zuletzt eine Einreise mithilfe von Schleppern geglückt sein. Die Stimmung war demnach zusehends angespannt, aus Protest nähten sich am Montag mehrere Männer den Mund zu und traten in Hungerstreik. Erst am Sonntagabend hatte der mazedonische Präsident Gjorge Ivanov vor gewaltsamen Auseinandersetzungen gewarnt und mehr Hilfe vonseiten der EU gefordert.