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CoronavirusStufenweise ab Montag: Österreich schließt Schulen

Jetzt steht der Plan für die Schließung von Schulen und Kindergärten: Ab Montag werden Oberstufen geschlossen, ab Mittwoch bleiben auch Volks-, Mittelschüler und jene in AHS-Unterstufen zu Hause sowie die Kindergartenkinder. Maßnahme geht bis zu den Osterferien. Bei Bedarf soll für Betreuung gesorgt werden. "Extra-Lösung für Maturanten."

 

Um den weiteren Anstieg der Corona-Fälle einzudämmen, bleiben ab  Montag alle Schüler ab 14 Jahren bis 3. April zu Hause, sie sollen per E-Learning unterrichtet werden. Ab Mittwoch gilt dies dann auch für alle Unterstufenschüler, Volksschüler und Mittelschüler. Keinesfalls sollten Kinder zu Großeltern gegeben werden, um diese Risikogruppe zu schützen. Auch in Kindergärten gelten diese Maßnahmen, die die Regierungsspitze Mittwochnachmittag bekannt gaben.

Faßmann kündigt Verschiebung der Zentralmatura an

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat nach den bevorstehenden Schulschließungen auch eine Verschiebung der Zentralmatura angekündigt. Die dahinterliegenden Uni-Aufnahmeprüfungen werden ebenfalls mit den neuen Terminen abgestimmt. "Es ist doch klar, wohin wir gehen. Die Termine werden verlängert und die Matura ein bisschen nach hinter verschoben", sagte Faßmann in der "ZiB2" am Mittwoch.

Es sei ein komplexes Thema und ein Spannungsfeld der Interessen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz: Ulimatives Ziel sei es die sozialen Kontakte zu reduzieren, es gebe aber auch Notwendigkeiten: Dass Berufsgruppen wie Gesundheitspersonal, Polizisten oder Busfahrer ihrer Arbeit nachkommen können, damit das Leben weiter gehen kann. Für Kinder, für die es keine Betreuungsmöglichkeiten gibt, werde es gruppenweise Betreuung an den Schulen und Kindergärten geben.

"Extra-Lösung für Maturanten"

Bildungsminister Heinz Faßmann sagte: "Wir bereiten eine Homepage vor für Schüler mit Lehrstoff. Für Maturanten werden wir eine Extra-Lösung finden müssen." Genauer definiert ist diese noch nicht. "Es wird weitere Maßnahmen geben", sagte Kurz.

"Wir sind mit einer Situation konfrontiert, die neu ist", erklärte Kurz. Man wolle die Möglichkeiten ausschöpfen, die zur Verfügung stehen. "Ich habe großes Vertrauen in die Österreicher, dass sie, wenn sie die Möglichkeit haben, ihre Kinder selbst zu betreuen, das auch zu tun." Faßmann ergänzte, das liege in der Eigenverantwortung und beruhe auf Solidarität den Generationen gegenüber. An rechtlichen, finanziellen und sozialen Möglichkeiten für betreuende Arbeitnehmer werde im Hintergrund gearbeitet. Es gebe etwa die Möglichkeit von Pflegeurlaub oder Home-Office.

"Wir werden monatelang in einer speziellen Situation sein", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Es gelte, jene zu schützen, die dies besonders brauchen.

Es geht um die Betreuung der Kleineren

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte seit 15 Uhr mit Sozialpartnern Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer) diskutiert, wo es vor allem um das Thema Schulschließungen ging. Dass hinter den Kulissen heiß diskutiert wurde zeigte sich auch daran, dass die geplante Pressekonferenz dazu um eine Stunde nach hinten - auf 17:30 Uhr - verschoben wurde.

Beim Sozialpartner-Gipfel ging es grundsätzlich um die Organisation und Auswirkungen der zu erwartenden Schulschließungen. Auch die Frage der Entgeltfortzahlungen bei Dienstverhinderung wegen Kinderbetreuung ist Thema.

Bei jüngeren Kindern geht es ja um das Thema der notwendigen Betreuung. Die Regierung hofft jedoch, dass mehr als drei Viertel der Schüler zu Hause bleiben können.

"Reduktion der Sozialkontakte"

Grundsätzlich gehe es um eine "Reduktion der Sozialkontakte", da seien Schulen wesentlich beteiligt, sagte Kurz zu Mittag. Schließlich gebe es in Österreich mehr als eine Million Schüler. Es gebe natürlich Unterschiede, ob es sich um Oberstufe oder Unterstufe handle, was die Betreuungspflichten betreffe, so Kurz. Seine große Bitte sei: "Verharmlosen wir die Situation nicht." 

Elternvertreter forderten, dass im Fall von Schließungen von Schulen und Kindergärten die Kinderbetreuung sichergestellt sein müsse. "Was nicht passieren darf ist, dass einfach Schulen geschlossen werden und Eltern trotzdem arbeiten gehen müssen", sagte der Sprecher des Wiener Landesverbands Karl Dwulit.

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Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zeigte sich skeptisch, was die Schließung von Schulen anbelangt. "Da wird es eine intensive Diskussion geben müssen", befand er. Denn Eltern müssten dann ihre Kinder betreuen. Und dies seien jene Menschen, die man bei der Aufrechthaltung der Systeme - also in den Spitälern oder Supermärkten - brauche. Hacker warnte auch davor, dass sich viele Großeltern um die Kinder kümmern würden. Ältere Menschen seien jedoch besonders gefährdet, sich anzustecken. Besser seien bereits getroffene Maßnahmen wie die Absage von größeren Schulausflügen.

Die Bildungsdirektion Wien hat im Zusammenhang mit den möglicherweise bevorstehenden Schulschließungen wegen des Coronavirus eine "Pädagogische Hotline" eingerichtet. Eltern, Schüler und Lehrer werden unter der Telefonnummer 01/52525-77048 dabei unterstützt, wie sie beispielsweise Zugang zu Arbeitsmaterialien und Informationen über bestehende Online-Lernplattformen bekommen.

Das Bildungsministerium hatte bereits am Dienstag die Schuldirektoren ersucht, sich aufgrund des Coronavirus auf Schulschließungen präventiv vorzubereiten. In einem Schreiben an die Schulleiter wurde außerdem empfohlen, dass Ausflüge, Reisen und Schulveranstaltungen - also auch Schulskikurse - ab sofort bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Dem folgt ein Erlass.

An den Schulen in ganz Österreich steigt die Verunsicherung. So bangen etwa Schüler der 8. Klassen, dass es zu Schulschließungen kommt. In diesen Wochen finden gerade die letzten mehrstündigen Schularbeiten vor der Zentralmatura statt. Dann wackeln wohl auch die Reifeprüfungstermine.

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Kommentare (99+)

Kommentieren
Liverpudlian88
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Das versteh ich schon!

Zum schnackseln wie sie es sagen, bleibt dann eh noch genug zeit ;) und mit fremden...da hätte meine frau keine freude ;)
Mir geht es da eher um die Beschäftigten...

homerjsimpson
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Betreuende können Home Office nehmen????

Weiß der Herr Kanzler nicht, was Home Office bedeutet? Zu Hause arbeiten. Da kann man kein Kind betreuen gleichzeitig, sonst könnte ich mein Kind ja auch in die Arbeit mitnehmen. Die Realität geht leider an manchem Politiker schwer vorbei.
3 Wochen keine Schule und die Eltern dürfen es ausbaden, weil die Wirtschaft sich durchgesetzt hat (keine Lohnfortzahlung wenn man zu Hause bleiben muss). Schön solidarisch. Dürfen wieder mal die Privaten sein.

hermannsteinacher
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Nein, von Sa vor Palmarum bis nach Ostern sind Schulferien,

- schon vergessen?

tommygraz1
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3 Wochen werden nicht genug sein

Ich befürchte 3 Wochen werden nicht reichen! Bin gespannt wann die großen Firmen schließen müssen.....

Pelikan22
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E-learnig? Was is'n das?

Dürf'ma jetzt echt an ganz'n Tag mit'n Handy spiel'n?

Pelikan22
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Jetzt brennt der Hut ....

und koana löscht!

Miraculix11
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Ja, es brennt der Hut

14.000 Rauchertote pro Jahr, das sind 38 pro Tag.

ronin1234
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Reaktion

Ich finde es vollkommen richtig, von sozialer Enthaltsamkeit nur sehr sehr wenig zu sehen. Bussi Bussi und lustiges Beisammensein scheint nach wie vor die Devise zu sein.

tuadesnet
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Ja nicht zu den Großeltern, aber ....

.... in den Schulen ist es egal, dass Lehrer, welche vor der Pensionierung stehen (gehören auch zur Risikogruppe), auf fremde Kinder aufpassen müssen. Voll durchdachter Schwachsinn!

AIRAM123
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Schutz Urlaub für Lehrer gibts

... die Kinder sollen betreut in der Schule sitzen ... was für ein Schwachsinn

antipasti
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Schon 17 rote:

Anscheinend haben es vor allem Lehrer nicht verstanden, warum es fragwürdig ist, z.B. 10 (Klein-) Kinder von "irgendwem" in der Schule/im Kindergarten betreuen zu lassen, während der Lehrer zuhause in bezahlter Quarantäne sitzt, bis der Sturm vorüber ist!
Wenn das Schule macht, werden die Erkrankten im Krankenhaus auch nur mehr von "irgendwem" betreut, und die Ärzte sitzen zuhause in bezahlter Quarantäne ...
Da muss eine durchdachte praktische Lösung her!

Pelikan22
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Was soll der Blödsinn?

Veranstaltungen ja oder nein? Wir brauchen keine Limits! Keine 100 oder 500! Was solln die Ausreden!

hfg
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Verharmlosen wir die Sache nicht

Das hätte bereits seit 21.2. gelten sollen, dann wäre mit anderen drastischen Maßnahmen die Einschleppung zu verhindern gewesen. Aber wir hatten ja alles im Griff. Jetzt kann man nur mehr hoffen und beten das es uns und vor allem die Risikogruppen nicht zu hart trifft und das es nicht allzulange dauert.

Adam Spitz
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Was habt ihr im Hintergrund vor??

"Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler [...]" Quelle: aerzteblatt.de Keine Quarantäne, keine Absage von Veranstaltungen, keine Hamsterkäufe, Börseneinbrüche, nichts. Also sprecht aus was ihr im Hintergrund vor habt!!!

Wildberry
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Adam Spitz

Dann rechnens einfach die Motalität von diesem Virus aus auf ein ganzes Jahr aus....Grippe 0,1 % und Coronavirus ca. 2 % (momentan im Durchschnitt) und schon haben Sie Ihre Antwort!!!

hermannsteinacher
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Letalität,

bitte!

Miraculix11
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Nein dann hat man keine Antwort

Die Mortalität sagt ja nur den Prozentsatz aus. Damit 25.100 Menschen am Coronavirus sterben müssen bei Deiner angegeben Mortalität 1,2 Millionen in Deutschland erkranken. Derzeit sind es 1.600.

hermannsteinacher
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Letalität

ist gemeint.

Wildberry
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hermannsteinacher

Ja schon gut, verstanden wirds trotzdem

Wildberry
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Miraculix11

Das Jahr ist ja noch nicht vorbei!!!!! Es ist ja erst März! Man geht ja von bis zu 60%-70% Infizierter aus!

hfg
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Was ist der Unterschied

Ob die Kinder in der Schule betreut werden oder normal Unterricht haben.
Ich sehe den Sinn dieser Maßnahmen nicht ganz.

erstdenkendannsprechen
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Ja, diese frsge stellt sich

Ich denke aber, dass die Gruppen in der Betreuung kleiner sind, da in manchen Klassen nur wenige Betreuung brauchen

erstdenkendannsprechen
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Ja, diese frsge stellt sich

Ich denke aber, dass die Gruppen in der Betreuung kleiner sind, da in manchen Klassen nur wenige Betreuung brauchen

erstdenkendannsprechen
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Ja, diese frsge stellt sich

Ich denke aber, dass die Gruppen in der Betreuung kleiner sind, da in manchen Klassen nur wenige Betreuung brauchen

Aleksandar
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Interessant

Wenn nun Kinderbetreuung eingerichtet werden, werden Kinder im Volksschulalter in Gruppen betreut statt unterrichtet. Werden die Lehrer/innen das dann tun? Dann könnten sie doch gleich unterrichten, anstatt nur zu betreuen?

Aleksandar
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Prinzipielles Problem

Wenn ich recht verstehe, werden die Lehrer/innen NICHT dienstfrei haben. Sie werden in der Schule sein und die Kinder "betreuen", was immer das heißt. Nun böte sich hier natürlich die (sinnvolle) Möglichkeit an, mit den anwesenden Kindern zu üben, zu wiederholen, schlicht, das zu tun, was man in der Schule tut: Arbeiten!
Nun sind aber viele Kinder zu Hause. Deren Eltern werden sich natürlich fragen, warum ihre Kinder nicht arbeiten dürfen, und sie in die Schule schicken - oder zulassen, dass sie in Hinblick auf schulische Bildung in dieser Zeit benachteiligt sind.
Wieder einmal gut durchdacht - wie vieles, was derzeit an Österreichs Schulen passiert.

AIRAM123
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Nein die Lehrer lassen sich bei vollem Bezug dienstfrei stellen

... betreuen werden „andere“

chairamaria
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...

...LASSEN sich dienstfrei stellen?

himmel17
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Um Lehrerinnen im Großelternalter und Urgroßelternalter...

... kümmern sich weder Gewerkschaft noch die Personalvertretung noch Virenexperten. Sie müssen ihre Köpfe hinhalten.

hermannsteinacher
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"Urgroßelternalter"

- das war gut!

5d659df496fc130dbbac61f384859822
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Diese "Pädagogische Hotline"

dürfte ja der Knüller werden!

Pelikan22
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So wie immer .....

Die Letzten beißen die Hunde!

hermannsteinacher
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Hunde sollten wohl

von den Ersten gebissen werden?!

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