Gut Oggau gehört zu den international bekanntesten österreichischen Naturweingütern – obwohl Eduard und Stephanie Tscheppe mit ihren Weinen anfangs gerade in Österreich auf reichlich Unverständnis stießen. Heute werden mehr als 90 Prozent der rund 50.000 Flaschen in über 60 Länder exportiert.
In „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ erzählt Eduard Tscheppe, warum die beiden ihre Weine von Beginn an als Persönlichkeiten verstanden haben, weshalb die berühmten Gesichter auf den Etiketten tatsächlich eine Familie bilden und warum ein Wein nicht jedes Jahr gleich schmecken muss – und seiner Meinung nach auch gar nicht sollte.
Es geht um biodynamischen Weinbau, alte Rebstöcke, Pferde im Weingarten, Naturwein ohne Zusätze und die Auswirkungen des Klimawandels. Tscheppe erklärt, warum am Gut Oggau mittlerweile regelmäßig bereits im August gelesen wird und weshalb für ihn nicht Zuckergrade, sondern gesunde, harmonisch reife Trauben entscheidend sind.
Außerdem spricht er über die schwierigen Anfangsjahre, als er und seine Frau noch mit Weinflaschen im Trolley von Restaurant zu Restaurant zogen, über den Umweg des Erfolgs über Skandinavien und London und darüber, weshalb sich die handwerkliche Arbeit des Gut Oggau nicht beliebig vergrößern lässt.
Auch die aktuelle Krise der Weinbranche bleibt nicht ausgespart: sinkender Konsum, weltweite Überproduktion und gerodete Weingärten. Tscheppes Antwort darauf ist bemerkenswert gelassen: Ewiges Wachstum gebe es auch in der Natur nicht. Und das beste Weinjahr? „Immer das nächste.“
Bei „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ muss er schließlich noch verraten, welchen Winzer aus der Region er überhaupt nicht mag, was die schlechteste Flasche eines Kollegen war – und wie sein aktueller Kontostand aussieht. Kleiner Spoiler: Drei Flaschen Wein wechseln den Besitzer.
