Edi Tropper will im Weingarten vor allem eines: möglichst wenig tun. Was nach einem gemütlichen Arbeitsprogramm klingt, ist in Wahrheit ziemlich ausgeklügelt. Der Winzer aus Straden setzt auf natürliche Kreisläufe, lebendige Böden und Methoden, die teilweise Jahrhunderte alt sind – und kombiniert sie mit neuen Erkenntnissen.
In dieser Folge von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ spricht Tropper darüber, warum Bio für ihn nie ein Marketingbegriff war, weshalb Terra Preta und Pflanzenkohle eine zentrale Rolle spielen und was Milliarden Mikroorganismen mit gutem Wein zu tun haben.
Außerdem geht es um Komposttee, Mykorrhiza und seine sogenannten „Bodyguards“ aus Kräuterextrakten. Seit Kurzem helfen sogar Zwergzebus im Weingarten mit: Sie halten das Gras kurz, düngen den Boden und sollen Maschinen teilweise überflüssig machen.
Auch bei der Verpackung denkt Tropper weiter. Weil die Glasflasche einen erheblichen Anteil am CO₂-Fußabdruck von Wein verursacht, sammelt er gebrauchte Steiermarkflaschen zurück, wäscht sie und verwendet sie erneut. Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, werden direkt am Betrieb mithilfe von Pflanzenkohle gebunden.
Warum technisch perfekte Weine für Tropper manchmal zu perfekt schmecken, weshalb er Burgundersorten liebt, wie Piwi-Reben auf alte Weinstöcke gepfropft werden können und warum ausgerechnet das Nichtstun für ihn die Zukunft des Weinbaus sein könnte, erzählt er im Gespräch mit Georg Hoffelner.
Und natürlich muss sich auch Edi Tropper den drei Fragen von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ stellen. Nur so viel: Sein Kontostand bleibt geheim – dafür wandern gleich mehrere Flaschen in den Gewinntopf.
