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Ein Winzer braucht einen Keller. Sigi Wolf hatte einen großen Keller – und brauchte einen Winzer. Ganz so einfach war die Entstehungsgeschichte der Zusammenarbeit zwischen Reinhard Muster und dem steirischen Unternehmer natürlich nicht. Aber lange überlegen musste Muster trotzdem nicht.

In der neuen Folge von „Wein, Wahrheit oder Pflicht“ besucht Georg Hoffelner den südsteirischen Winzer in der Domäne 1196. Ein Weingut, dessen Dimensionen auch für Muster zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Mittlerweile sei das Gebäude aber langsam „weingrün“, wie er sagt.

Muster erzählt, wie die Zusammenarbeit mit Wolf entstanden ist, warum Handschlagqualität dabei wichtiger als komplizierte Verträge ist und weshalb die Domäne 1196 und Muster Gamlitz keine Konkurrenten sind. Vor allem aber spricht er darüber, was passiert, wenn einem Winzer plötzlich technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, von denen er zuvor nur träumen konnte.

Die vielleicht überraschendste Folge: Muster arbeitet heute langsamer. Viel langsamer. Wo früher Stunden zählten, können es heute Wochen sein. Temperatur, Zeit und ein möglichst behutsamer Umgang mit der Traube haben seine Arbeit verändert. Und das Ergebnis? „Ich fürchte, dass es besser geworden ist“, sagt Muster über seine Weine.

Außerdem geht es um seine Leidenschaft fürs Fliegen und den Blick von oben auf die Südsteiermark, seinen zweimaligen Triumph beim Concours Mondial du Sauvignon, die internationalen Chancen steirischer Weine, Klimawandel, sinkenden Alkoholkonsum und die Frage, warum er von Trends im Weinbau wenig hält.

Und natürlich gibt es wieder „Wein, Wahrheit oder Pflicht“: Welchen Winzer aus der Region kann Muster überhaupt nicht leiden? Wer hat den schlechtesten Wein gemacht, den er je getrunken hat? Und wie hoch ist eigentlich sein Kontostand? Drei Fragen, drei verweigerte Antworten – und damit drei Flaschen Wein für die Hörerinnen und Hörer.