Kein Hinweis auf OmikronCoronafall in Ischgl: "Kitzloch"-Kellner war ungeimpft

Corona-Alarm im "Kitzloch", das zu Pandemiebeginn weltweit in den Schlagzeilen war: Ein Mitarbeiter wurde positiv getestet. Nun wurde bekannt: Er ist ungeimpft. Auch in einem Fitnessstudio in Wörgl gibt es einen Fall - dabei handelt es sich um Omikron.

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© APA/EXPA/JOHANN GRODER
 

Das positive Testergebnis im Ischgler Lokal "Kitzloch" wurde auf die Omikron-Mutation untersucht. Die Labor-Auswertung der Probe habe keinen Hinweis auf Omikron ergeben, hieß es seitens des Landes gegenüber der APA. Auch seien nach derzeitigem Kenntnisstand in dem Lokal, das während der ersten Phase der Pandemie in die internationalen Schlagzeilen geriet, die "österreichweit gültigen, gesetzlichen Bestimmungen" eingehalten worden. Dies sei im Zuge von polizeilichen Erhebungen, die in Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde an Ort und Stelle durchgeführt wurden, festgestellt worden.

Der Lokalbetreiber betonte gegenüber der Tiroler Tageszeitung, dass im "Kitzloch" alle Regeln eingehalten wurden. Der betroffene Kellner sei allerdings nicht geimpft gewesen - wegen einer Allergie. Der öffentliche Aufruf des Landes wegen der positiven Person sei für Bernhard Zangerl  unverständlich: "Das ist nur wegen dem Namen 'Kitzloch', es gibt überall positive Fälle. Es gibt aber keinen anderen Betrieb, wo das öffentlich ausgeschrieben wird." Die Nachverfolgung wäre dank Listen möglich. "Für uns gibt es dafür keinen Grund". Zangerl sprach von einem Schaden für den Betrieb. Im "Kitzloch" halte man sich an die Regeln - "sonst hätten wir einen Cluster". Der betroffene Mitarbeiter sei der einzige positiv Getestete.

Gastronom Bernhard Zangerl Foto © APA/EXPA/JOHANN GRODER

Noch am 24. Dezember arbeitete die Service-Kraft an der Bar, am Samstag kamen Symptome hinzu, nun die Gewissheit: Es ist Corona. Das Land Tirol wandte sich deswegen mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit: Jeder, der zum besagten Zeitpunkt im Lokal war und keine Symptome hat, soll einen PCR-Test machen. 14 Tage soll der Gesundheitszustand genau beobachtet werden. Wer Symptome hat, solle sofort 1450 anrufen.

Da das "Kitzloch" nicht nur ein Apres Ski-Lokal ist, sondern auch ein Restaurant, durfte es offen haben.

Neuer Fall in Fitnessstudio

Das Land Tirol hat nach einem positiven Corona-Fall mit der Variante Omikron im Fitnessstudio X-Pack in Wörgl (Bezirk Kufstein) einen öffentlichen Aufruf gestartet. Personen, die sich am 20. Dezember zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr dort aufhielten, wurden gebeten, vorsorglich einen PCR-Test durchzuführen.

Zudem sollten diese Personen 14 Tage auf ihren Gesundheitszustand achten und vorsorglich verstärkt Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen beachten wie Abstand halten, FFP2 Maske tragen und Menschenansammlungen meiden, wurde appelliert. Bei dem Infizierten handelte es sich um eine Person aus dem Bezirk Kufstein.

Verbraucherschutzverein reagiert

Dem öffentlichen Aufruf des Landes folgte daraufhin prompt eine Reaktion des Verbraucherschutzvereins (VSV). „Nächste Ischgl-Welle im Anrollen?“, fragte dessen Obmann Peter Kolba in einer Aussendung. Und weiter: „Das Kitzloch war im Februar/März 2020 bereits einmal Ausgangspunkt für eine Covid-Pandemie-Welle für ganz Europa. Nun scheinen sich die Ereignisse zu wiederholen.“ Kolbas Frage an das Land Tirol: Wurde im Kitzloch keine Gästeregistrierung durchgeführt, weil jetzt öffentlich zum Testen aufgefordert wird?

Der Verbraucherschutzverein werde jedenfalls „die Ereignisse sehr genau beobachten“ und nicht davor zurückschrecken, „neuerlich zu rechtlichen Schritten zu greifen, falls man in Tirol neuerlich durch den Vorrang der Tourismuseinnahmen vor der Gesundheit von Menschen, einen Hotspot auslösen sollte“.

Gastronom wollte Ischgl als "Vorzeigedestination"

Vor Beginn der Skisaison hatte sich der Lokalbetreiber noch vehement für den unbedingten Erhalt der "Kultureinrichtung" Après-Ski ausgesprochen. Après-Ski sei nämlich so "wichtig wie der Opernball" und müsse auch in Coronazeiten dringend im Angebot der alpinen Wintersport-Hotspots bleiben. Als wesentlichen Beitrag zu diesem Erhalt sieht Bernhard Zangerl etwa strenge 2G-Einlasskontrollen.

Bei Überwindung dieser "Hürde" versprach er seinen Gästen aber ab der "Kitzloch"-Eröffnung am 20. November "ein Erlebnis wie eh und je". Das "Kitzloch" sei noch immer "der perfekte Platz zum Abschalten, mit Freunden etwas zu trinken oder Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen", hielt Zangerl fest. Après-Ski sei wie ein zusätzlicher "Urlaub nach dem Skifahren", fügte er hinzu.

Man habe jetzt, da das "Scheinwerferlicht auf Ischgl gerichtet ist", nicht zuletzt auch die Chance, das Image von Après-Ski wieder aufzupolieren. "Wir wollen die Coronaregeln ganz genau umsetzen und diesbezüglich zur absoluten Vorzeige-Destination werden", sagte Zangerl. Seine Mitarbeiter würden dazu auch vor Ort zusätzlich von einem Arzt geschult, wo und wie Viren besonders leicht übertragbar sind.

Kommentare (93)
levis555
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Welche Allergien Eines mit Lebensmittel tätigen

entbinden ihn von einer Impfung? Welche Allergien entbinden seinen Dienstgeber von der 2G Regel?

levis555
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Welche Allergien Eines mit Lebensmittel tätigen

entbinden ihn von einer Impfung? Welche Allergien entbinden seinen Dienstgeber von der 2G Regel?

umo10
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Ungeimpfte übertragen die Krankheit

Um 2/3 schneller und häufiger als geimpfte

eko
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Ischgl

stinkt zum Himmel - der Mammon regiert!!! Der LH soll mal aufwachen 🤢🤢🤢

mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: habe gerade auf ORF Online gelesen

Massive Interventionen bei Nehammer um auf Mückstein einzuwirken.
Wer die Hoteliers und Liftbetreiber aus den Skigebieten überwiegend Tirol, Silvester bis 0100 Uhr und Gastronomie bis 2300 Uhr die Öffnungszeiten zu verlängern. Unterm Titel "Änderung in letzter Minute verlangt".
Jetzt denk euren Teil, ich bin fassungslos, wie Regierungsmitglieder von Unternehmern Druck bekommen, wieder jeder Vernunft

Immerkritisch
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Es wird aber so kommen!

Die Kohle ist wichtiger als die Gesundheit!

Sonnenblume3
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Bloß gestellt

Ich finds ja schon krass, wie dieser Kellner hier bloß gestellt und verurteilt wird. Mir tut er dahingehend leid. Der Impfstatus öffentlich in der Zeitung 🤦‍♀️
Vor Ort weiß man ja, wer er ist und da wird man so bloß gestellt.
Wenn's wahr ist und er sich nicht impfen lassen kann - was hat er persönlich falsch gemacht?
Mir tun sowieso alle leid, die sich nicht impfen lassen können/dürfen.
Diese Personen werden mit den Impfgegnern über einen Kamm geschert 😕

Immerkritisch
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Wer kann sich denn wirklich NICHT

impfen lassen???? Ganz wenige!!!!

critica
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Virol lernt nicht dazu?

Sie sind unschuldig,
Wahrscheinlich - wie immer auch zuvor -
alles richtig gemacht!
Oder doch nicht?

mahue
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Manfred Hütter, 9330 Althofen: was sollen drei Berichte über das Kitzloch bewirken

Frage an die Redaktion. Habe im ersten meine Kommentare geschrieben.
Ob Omikron oder andere Varianten des Corona-Virus sind vollkommen egal.
Der Betreiber des Lokales kann plaudern was er will, sollte täglich sein Personal testen, sonst wird das Kitzloch finster auch mit Taschenlampe oder Kerze.

Frohsinnig
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Die Kasse muss stimmen

'strenge 2G-Einlasskontrollen' - da lachen doch die Hühner. Manche sind eben nicht lernfähig und grinsen sich eins weil der schwache Landeshauptmann ja ohnehin ständig vor der Tourismuslobby einknickt

einmischer
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Vom Vorzeigegastronom

ist da oben zu lesen "Als wesentlichen Beitrag zu diesem Erhalt sieht Bernhard Zangerl etwa strenge 2G-Einlasskontrollen."
Gilt wohl nicht für Personal.

duesenwerni
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Stimmt. Das Personal

muss 3G-Nachweis erbringen.

einmischer
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duesenwerni

Ja, superschlau.
Das ist wie das Rauchverbot im Bus, nur der Fahrer darf.
Hat der Wirt irgendeine Spur an Eigenverantwortung?

denktnach
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Den Fahrer

würde ich mir aber schon vorknöpfen!

helmutmayr
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Gemach, Gemach

es gibt noch keine Impfpficht in Ö. Der Kellner hat offensichtlich alle Regeln eingehalten. Getestet und FFP2.
Wozu diese Schlagzeile ? Wie lange wollen wir unsere Gesellschaft noch spalten ?
Ungeimpfte die die Rgelen einhalten sind mir als 3 fach Geimpften gnauso lieb wie Geimpfte, vielleicht noch lieber da permanent getest.
Die ganze Panikmache aller (Forscher wie Journalie) geht mir schön langsam am A....

aposch
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Regeln eingehalten?

Anscheinend nicht, sonst müsste man nicht einen Aufruf starten, wer zu diesem Zeitpunkt anwesend war. Im anderen Fall wären nämlich alle Namen, die sich dort aufgehalten haben, auch mit mit Namen und Adresse festgehalten.
Aber beim Beschönigen ist man in Tirol ja schon geübt.

peso
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In Wien gibt es derzeit 7. 214 Coronafälle und davon mit 99,99%iger Sicherheit auch einige aus der Gastronomie oder Kultureinrichtungen

Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass die Zeitung auch darüber berichtet hat bzw. den Namen des Unternehmens bekanntgegeben hat. War der Kellner in Tirol getestet, so haben alle die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und sich keines Vergehens schuldig gemacht und das sollten wohl alle Formalkritiker zur Kenntnis nehmen.

kleinalm
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Das ist Wien...

das ist was anderes!

einmischer
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kleinalm

Und 2G ist geimpft oder genesen. Und das nicht nur in Wien

peso
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einmischer

Das ist richtig, aber beim Arbeiten gibt's kein 2G, dort ist immer schon 3G und dafür haben die Gewerkschaften und die WKO gekämpft

einmischer
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peso

Aber niemand verbietet dem Arbeitgeber 2G zu verlangen

peso
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einmischer

Natürlich... und was dann?
Kontrollieren ja, verlangen nur wenn der Angestellte damit einverstanden ist. Kündigen darf er ihn "nicht", weil dafür ja keine rechtliche Handhabe besteht. Tut er es trotzdem, was ja extrem schwierig ist, wenn er seine Arbeit bisher erledigt hat, dann können Sie sicher sein, dass die Gewerkschaft und das Arbeitsgericht den Unternehmer durch die Hölle zieht, egal der Umstände

elloco1970
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Ruhig Blut…

Aktuell gilt die Regel geimpft genesen oder getestet im Job!! Also wieso die ganze Auregung….die Ansteckung kann in jeder Firma passieren …..Xsund bleiben

runter
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Kürzlich gelesen:

Anschlag auf der Eingangstüre eines Lokals:
Wir vertrauen darauf, dass Sie 2G haben.
Ohne Worte ….

eleasar
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Sehr gut! Natürlich muss der Impfstatus des Kellners in die Headline.

Als ob er nicht auch als Geimpfter positiv getestet worden wäre. Der positive Fall im Fitnessstudio war scheinbar geimpft und hat es deshalb nicht die Titelzeile geschafft. So lob ich mir die Kleine Zeitung. Immer schön Wellen glätten und das Miteinander forcieren.

 
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