Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Lügenpresse, SonderbehandlungDiese 6 Begrifflichkeiten stammen aus der Nazi-Zeit

Manche Begriffe feiern ein trauriges Comeback, manche sind nie weg gewesen, viele haben mittlerweile einen festen Platz im österreichischen Sprachschatz. Wir haben für Sie gesammelt, welche Redewendungen eigentlich aus der Zeit der Nazis stammen.

"JEDEM DAS SEINE", ein Spruch, der heute immer wieder genutzt wird, prangte auf dem Tor des Lagers Buchenwald. © (c) APA/AFP/JENS SCHLUETER (JENS SCHLUETER)
 

Jedem das Seine

Was für manche heute als Ausdruck von Toleranz gelten könnte, prangte einst in großen Lettern über dem Eingang des Konzentrationslager Buchenwald. 250 000 Gefangene waren zwischen 1937 und 1945 in dem Lager – politische Gegner des Regimes, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie sowjetische Soldaten. 56 000 von ihnen wurden im Lager getötet. In den 1990er Jahren warben verschiedenste Firmen, ungeachtet seiner Historie, mit dem Slogan. Darunter Nokia, Rewe, Microsoft, Burger King, die Deutsche Telekom. Auch Esso und Tchibo lehnten eine groß angelegte Werbeaktion für Kaffee an Tankstellen an den Spruch an. Ursprünglich war Jedem das Seine (suum cuique) ein Prinzip in der antiken philosophischen Theorie, das besonders im Kontext von Verteilungsgerechtigkeit verwendet wurde. Erst später wurde das Prinzip ad absurdum geführt, ganz nach dem zynischen Motto: Die Insassen bekommen, was sie verdient haben.

Kommentare (6)
Kommentieren
tupper10
1
6
Lesenswert?

Seltsamer Artikel

Im Titel heißt es, die Redewendungen "stammen" aus der NS-Zeit, wiewohl dann im Text korrekterweise erklärt wird, dass einige NICHT aus der NS-Zeit stammen und damals nur im Gebrauch standen - obwohl man eher sagen müsste, sie "wurden von den Nazis missbraucht" und "pervertiert". Dass "Jedem das Seine" später in der Werbung verwendet wurde, darf man den Werbern wohl nicht zum Vorwurf machen. Sie haben sich eher an der Antike als an der NS-Zeit bedient. Sonst müsste man wohl die gesamte deutsche Sprache vermeiden, denn fast jedes Wort wurde wohl irgendwann auch von einem Nazi verwendet.
Und warum es "viele überraschen" sollte, dass der Begriff "Sonderbehandlung" von den Nazis geprägt wurde, ist mir nicht ersichtlich und liegt, wenn dem so sei, wohl an Bildungsmangel. Im Gegenteil: Das ist einer jener Begriffe, die am stärksten mit dem Zynismus des NS-Sprachgebrauchs verbunden sind.

PiJo
1
5
Lesenswert?

Seltsamer Artikel

Werte Larissa Eberhardt
Als wenn wir keine anderen Sorgen hätten als die deutsche Sprache zu analysieren ob und wann irgendwann ein Wort missbraucht wurde .Anscheinend soll jedes "anrüchige" Wort durch eine Fremdsprache ersetzt werden damit so mancher "Pfennigfuchser" beruhigt ist.
Es wird erwartet das jeder junge Mensch die Muttersprache erlernt , das jeder Migrant unsere Sprache erlernt und dann gibt es gewisse Strömungen die alles und jedes hinterfragen ob nicht doch irgend ein Wort eine andere Bedeutung haben könnte um dieses zu diskreditieren und womöglich zu verbieten.
Wo hört dieser Unsinn auf ??????

Hildegard11
11
3
Lesenswert?

Leider gibt es auch gute Sprüche,...

...die man deswegen nicht mehr verwenden kamn: "Kraft durch Freude" ist doch eine an sich positive Sache, man muss halt Motivation o.ä. sagen.

Peterkarl Moscher
4
5
Lesenswert?

Wahrheit tut weh !

Auch das Gausingen solLten wir abschaffen !!!

musifussi
0
2
Lesenswert?

Gausingen abschaffen?

auch den Lungrau, Pinzgau usw.? man kann's auch übertreiben!

paulrandig
0
14
Lesenswert?

Also von der Belastung von "durch den Rost gefallen"...

...habe ich bis soeben auch nicht gewusst, und ich betrachte mich durchaus als gebildet.
Manchmal ist es schon schwierig, nicht auf die Nase zu fallen. Meiner Meinung nach sollte es einige ganz klare Symbole geben, die unverrückbar mit dem Grauen verknüpft sind und die es zu meiden gilt. Für alles andere sollte gelten, dass es Menschen in den unterschiedlichsten Situationen verwendet haben - auch die Nazis -, man aber selbst zuständig ist, es mit positiver Bedeutung aufzuladen und es mit Achtung und Bewusstsein in der Welt zu belassen.
Sonst müsste man irgendwann jedes noch kleine Detail (Autobahn, bestimmte Kameratechniken usw.) verbannen und damit unser - hoffentlich gutes - Leben verkrüppeln.