AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Tourist setzt Anwalt auf Helfer anBergretter: Immer wieder wollen Gerettete nicht zahlen

Im Fall der beiden deutschen Schneeschuhwanderer, die der Bergrettung einen Anwaltsbrief zukommen ließen, wird die Bergrettung jedenfalls auf die Einhebung der vollen Kosten bestehen.

© APA/BARBARA GINDL
 

Die Zahlungsmoral für Bergrettungseinsätze ist offenbar nicht immer die beste. "Es kommt immer wieder vor, dass Gerettete den Einsatz nicht zahlen wollen", sagte der Landesleiter der Tiroler Bergrettung, Hermann Spiegl, am Mittwoch im APA-Gespräch. Erst jüngst hatte ein Fall von geretteten Schneeschuhwanderern, die ebenfalls nicht die volle Höhe der Kosten zahlen wollten, für Aufsehen gesorgt.

Auch, dass mit rechtlichen Schritten gedroht wird, wie im Fall der beiden geretteten Schneeschuhwanderer aus Deutschland, komme immer häufiger vor, meinte Spiegl. Auf Drohungen reagiere die Bergrettung aber nicht. "Da können wir nicht nachgeben. Wir reagieren nur auf Bitten. Bei sozialen Härtefällen, wenn jemand nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung hat, dann können wir nachgeben", betonte der Landesleiter. In derartigen Fällen würde man bezüglich der Kosten eine Lösung mit der Gemeinde suchen.

Kein Unterschied zwischen Touristen und Einheimischen

Ein Unterschied zwischen Touristen und Einheimischen, wie ihn die beiden Schneeschuhwanderer ausmachen wollten, werde bei den Einsatzkosten definitiv nicht gemacht. Doch auch die Einheimischen seien bei der Bezahlung von anfallenden Einsatzkosten nicht immer vorbildlich, bekrittelte der Landesleiter. Das Geld fließe jedenfalls nicht an die am jeweiligen Einsatz beteiligten Mitglieder, sondern komme der Ausbildung und der Anschaffung von Ausrüstung zu Gute, betonte Spiegl.

Im Fall der beiden deutschen Schneeschuhwanderer werde die Bergrettung jedenfalls auf die Einhebung der vollen Kosten bestehen. "Wir werden nun ganz normal weiter vorgehen und die Mahnungen vorbereiten, sollte nicht gezahlt werden", meinte der Landesleiter. Er hoffe nicht, dass die Sache bis vor ein Gericht kommt.

Der Vorwurf der beiden Schneeschuhwanderer, dass auch zwei Bergretter für den Einsatz genug gewesen wären, stimmt laut Spiegl so nicht. "Es war Anfang Februar, wir hatten also sehr viel Schnee. Da konnten wir nicht ein oder zwei Leute hinausschicken, das wäre viel zu gefährlich gewesen", sagte Spiegl. Die Entscheidung, wie viele Mitglieder auf einen Einsatz gehen, obliege aus Sicherheitsgründen immer der Einsatzleitung.

Was war passiert?

Die beiden deutschen Schneeschuhwanderer hatten am 3. Februar gegen 18.30 Uhr die Leitstelle alarmiert, weil sie sich verirrt hatten und orientierungslos waren. 15 Mitglieder der Bergrettung Tannheim rückten aus, um nach den Männern zu suchen. Als die Bergrettung schließlich eine Rechnung in der Höhe von 2.261 Euro stellten, kam postwendend ein Brief von einem der Geretteten, ein Rechtsanwalt, worin die Kosten als zu hoch bezeichnet werden, berichtete die "Kronen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Die beiden Deutschen wollen nicht die volle Höhe der Kosten bezahlen und drohten auch mit rechtlichen Schritten bzw. Einsprüchen.

 

Kommentare (7)

Kommentieren
usbstick
0
1
Lesenswert?

Gesetzliche Grundlage

Da es solche Diskussionen ja schön öfters gegeben hat - nach welcher rechtlichen Grundlage ist der ÖBRD zur Verrechnung berechtigt?
Zum Vergleich sind die steirischen Feuerwehren gem. Landesfeuerwehrgesetz für die Verrechnung bestimmter Einsätze berechtigt.....

Antworten
Heba
0
1
Lesenswert?

VErpflichtung

Gegenfrage: Wo ist gesetzlich geregelt, dass die Bergrettung Touristen retten (kostenlos) muss?
Abgesehen davon: Die Touristen haben ja die Bergrettung gerufen und den Auftrag erteilt, sie zu retten, oder? Zumindest ein Auftragsverhältnis.

Antworten
Armergehtum
3
15
Lesenswert?

Haben Anwälte Narrenfreiheit?

Entweder ist dieser merkwürdige Anwalt maßlos überfordert bzw. sollte einmal seine Konzession geprüft werden.
Solch ein Anwalt gehört angeklagt!
Der Anwalt scheint keinen Deut schlauer zu sein als die Schwachsinnigen, welche zu Retten waren!

Antworten
Trieblhe
0
1
Lesenswert?

Dem Artikel

Entnehme ich, dass einer der Geretteten Rechtsanwalt ist und einen Brief verfasst hat. Ich denke mal, dass ist sein gutes Recht. Ebenfalls steht ihm natürlich der Rechtsweg zu. Ich hoffe nur inständig, dass er diesen verliert.

Antworten
ARadkohl
0
33
Lesenswert?

Schäbiger geht es nicht mehr!

Anstelle um die Rettungskosten zu feilschen, gehört denen noch eine Zusatzstrafe für ihren Leichtsinn aufgebrummt!

Antworten
Hildegard11
1
22
Lesenswert?

Zahlen

Die Bergrettung einstellen...und dann...vielleicht denken dann manche ein bisschen mit, oder eben nie mehr.

Antworten
koko03
0
35
Lesenswert?

Da gibts kein Nachgeben..

und wenn es bis zu Gericht geht !!!
Spätestens da wird ihnen dann die "richtige" Rechnung präsentiert !!

Antworten