AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Zigaretten-Preise im VergleichWie man dem Tabakkonsum wirklich Einhalt gebieten könnte

Die Tabakpreise sind in Österreich im internationalen Vergleich niedrig. Dabei ist erwiesen, dass ein Prozent Preiserhöhung bei Zigaretten 0,5 Prozent Konsumrückgang bedeuten. Viele andere Ländern zeigen vor, wie es ginge.

© APA/ROBERT JAEGER
 

Am 1. Oktober startet das Don't smoke-Volksbegehren. Nach 591.146 bereits erfolgten Unterstützungserklärungen für das - von der schwarz-blauen Bundesregierung gekippte - Gastro-Rauchverbot wollen Ärztekammer und Österreichische Krebshilfe damit den Druck auf die Politik erhöhen. Was in der Diskussion bisher untergeht: Die Tabakpreise sind in Österreich im internationalen Vergleich niedrig.

"Sie erinnern sich an unsere 1986 publizierte Studie. Ein Prozent Preiserhöhung bei Zigaretten macht 0,5 Prozent Konsumrückgang. Das ist heute Lehrbuchwissen, ist aber im Bundesministerium für Finanzen noch nicht angekommen. Preiserhöhungen sind das Wichtigste, siehe auch zum Beispiel Australien, wo eine Packung Zigaretten auf 17 Euro kommt", stellte der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze gegenüber der APA fest.

Tabakpreise im Vergleich

Die Eurostat-Daten sind ganz klar. Nimmt man den EU-Durchschnitt bei den Tabakpreisen mit dem Wert 100 an, liegt Österreich mit 84 um 16 Prozent darunter. Weit mehr als doppelt soviel sind hingegen in Norwegen (223) für Tabakprodukte zu bezahlen. In Irland sind es doppelt soviel (Indexwert: 208), in Island ebenfalls (202). In Frankreich sind die Zigaretten um ein Viertel teurer als im EU-28-Durchschnitt (126). Tschechien und die Slowakei liegen beispielsweise um 35 Prozent unter diesem Wert (65), ebenso in Ungarn (65). Griechenland ist um 21 Prozent unter dem Durchschnitt (79), Italien nur um neun Prozent (91). Deutschland als mit Österreich beim Rauchen am ehesten zu vergleichen hat immerhin um fünf Prozent höhere Tabakpreise als der EU-28-Durchschnitt (Österreich: 84).

"Tabaksteuern sind das effektivste, aber am wenigsten benutzte Werkzeug zur Tabak-Kontrolle. Ein ausreichend hoher Anstieg bei diesen Steuern erhöht die Preise für Tabakwaren, macht sie weniger erschwinglich und drückt den Konsum und die Häufigkeit des Beginns eines Tabakgebrauchs nach unten", stellt die Amerikanische Krebsgesellschaft fest.

Die pionierhafte Studie von Kunze und seinen Mitarbeiten aus dem Jahr 1986 wurde mittlerweile mehrfach bestätigt. Wissenschafter um Esteve Fernandez vom onkologischen Institut in L'Hospitalet in Spanien sammelten die Daten über den Zigarettenkonsum in den 52 Staaten Europas. Sie verglichen Preise und Raucherquoten. Das Hauptergebnis laut den Autoren in ihrer wissenschaftlichen Arbeit im Jahr 2006: "Im Durchschnitt sinkt in Europa der Zigarettenkonsum um fünf bis sieben Prozent bei einem Anstieg der Preise um zehn Prozent. Das stützt sehr stark das umgekehrte Verhältnis zwischen Tabakpreis und dem Rauchen."

Tabaksteuer nicht erhöhen

Österreich geht - neben dem gekippten Gastro-Rauchverbot - auch hier einen anderen Weg als Staaten, welche die Reduktion des Zigarettenkonsums auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die türkis-blaue Regierung will ab 2019 die Tabaksteuer nicht mehr erhöhen, um damit die Abgabenquote zu senken, bestätigte das Finanzministerium im März 2018. Die Vorgängerregierungen hatten auf Tabaksteuermodelle mit einem Erhöhungsautomatismus gesetzt. Das Finanzministerium bezifferte die Tabaksteuer-Einnahmen des Vorjahres mit knapp 1,9 Mrd. Euro, um gut 30 Mio. Euro mehr als 2016. Die Tabaksteuer bringt dem Staat nach der Mineralölsteuer die zweithöchsten Verbrauchersteuer-Einnahmen. 78 Prozent des Zigarettenverkaufspreises entfallen auf die Tabak-und Mehrwertsteuer. Der durchschnittliche Preis pro Packung lag 2017 bei 4,76 Euro.

Freilich, auch bei den Preisen pro Packung Zigaretten liegt Österreich keineswegs vorn. Eine Packung Marlboro oder eine andere Packung Image-behafteter populärer Glimmstängel (Premium Brand) kostete laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2016 kaufkraftbereinigt und in US-Dollar in Österreich sechs Dollar. In Irland waren es da bereits 12,69 US-Dollar, in Norwegen 13,54 US-Dollar. In Spanien zahlte man 7,30 Dollar, in Ungarn 8,78 Dollar, in Deutschland waren es 7,62 Dollar. Großbritannien führte die Europaliste mit 14,57 US-Dollar an. In Australien waren es 2016 beispielsweise bereits 15,91 Dollar, in Malaysien 11,82 US-Dollar. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde, in China mit einem sehr großen Rauch-Problem, sind für eine Packung Marlboro & Co. immerhin 12,77 US-Dollar zu bezahlen.

 

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

ichbindermeinung
2
3
Lesenswert?

von mir aus bitte Preis erhöhen

bin selbst Raucher...von mir aus dann bitte den Preis wie oben angedacht entsprechend erhöhen und den Raucher noch weiter vorführen u. demütigen aber dann bitte auch im Sinne der Gleichbehandlung der Süchte in Ö ein sofortiges Werbeverbot für alkohol. Getränke und für Glücksspiele aller Art verhängen, wie es bei den Rauchwaren schon vor langer Zeit vollzogen wurde. Warum bleiben und blieben hier die Fachexperten od. parteipol. Vereine oder die Zentrale in Brüssel diesbezüglich untätig obwohl dies auch sehr viel zur Gesundheit beitragen würde ...womöglich sind hier höhere sich mir nicht erschließende Interessen vorhanden. Aus meiner Sicht sehr viel sehr sehr verlogen...

Antworten
Irgendeiner
5
4
Lesenswert?

Lieb, aber dann Verdoppelung der Autopreise wegen der Verkehrsunfälle,

dasselbe auf Alkoholika und eine kräftige Abgabe für den dann meldepflichtigen GV,werden Krankheiten übertragen.Ihr müßt nicht rauchen, ihr müßt es auch nicht gutheißen aber aus meinem Leben werdets draußén bleiben,mir reicht das Gequengel von Gesundheitsaposteln langsam.Und Fahrverbote will ich wengen des Feinstaubs auch noch, zu Fuß gehen ist gesund, hopp auf.Ach ja und die Tonnen Dreck die bei einem einzigen Flug Umwelt und Menschen belasten, ab jetzt bleibma mit dem Allerwertesten daheim,wer glaubt ihr eigentlich zu sein?

Antworten
wjs13
9
3
Lesenswert?

Bei diesem Thema ist die SPÖ erstaunlich ruhig

auch die Ex-Gesundheitsministerin und neuer Sozistar Rendi Wagner.
Steuern drastisch erhöhen was das Gebot dert Stunde wäre können sie ja nicht verlangen, denn dann könnten sich nur noch die Reichen das Rauchen leisten. Hätte einen Vorschlag,- wahrscheinlich steht er eh schon im neuen Parteiprogramm- die Tabaksteuer "sozial verträglich" staffeln.

Antworten