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Verstöße gegen Tabakgesetz

Zigarettenautomaten vor dem Aus?

In Österreich droht den 6500 Zigarettenautomaten möglicherweise das Aus. Auf den Automaten fehlen nämlich die Schockbilder und Warnhinweise, die eine EU-Verordnung fordert, berichtet das Ö1-Morgenjournal.

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Sujetbild © Gernot Eder
 

Sind Zigarettenautomaten ohne Schockbilder und Warnhinweise rechtswidrig und müssen daher weg?  In Deutschland hat der Justizsenat einen Verstoß gegen die Anti-Raucherbestimmungen der EU festgestellt: Planen Menschen Zigaretten zu kaufen, müssen sie noch vorab mit Warnhinweisen konfrontiert werden; das soll Menschen dazu bringen, den Kauf zu überdenken. Bei den Automaten ist dies jedoch nicht der Fall.

In Österreich wird nun vom Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Finanzministerium geprüft, wie die Situation hierzulande aussieht und ob die 6500 Automaten hierzulande nicht wenigstens nachgerüstet werden müssen. Franz Pietsch, Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium und zuständig für den Nichtraucherschutz erklärt im Ö1-Morgenjournal, das Urteil aus Deutschland sei im Ministerium nicht unbemerkt geblieben: "Wir nehmen das zum Anlass auch in Österreich auf Basis der österreichischen Rechtssituation zu prüfen".

Pietsch will einem Ergebnis nicht vorgreifen, allerdings räumt er ein, dass die EU-Vorgaben zu den Schockbildern in Österreich die gleichen seien wie in Deutschland.

800 Schüler befragt

Mit direkter Kritik am Gesundheitsministerium hat sich bereits am Donnerstag die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher bei einer Pressekonferenz in Wien zu Wort gemeldet. Anlass war die Aufhebung des Nichtraucherschutzes auf Theaterbühnen. Drastische Zahlen lieferte der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger. Laut einer Umfrage beziehen 68 Prozent der 15-jährigen Raucher ihre Zigaretten aus der Trafik.

Zu diesem Ergebnis kamen vier seiner Diplomanden auf der Medizinischen Universität Wien, die in drei Bundesländern 800 Schüler unterschiedlicher Schultypen im Alter von 13 bis 15 Jahren befragten. Das Verkaufsverbot an unter 16-Jährige scheint laut dieser Umfrage nicht wirklich zu greifen: Während bei den 13-Jährigen rund 27 Prozent das Rauchen schon probiert haben, sind es bei den 15-Jährigen bereits über 47 Prozent. In dieser Altersgruppe bezeichnen sich rund 29 Prozent, also fast jeder Dritte, als regelmäßige Raucher. An die 14 Prozent gaben an, bereits täglich zu rauchen. Bei den 13-Jährigen wird nur von 1,6 Prozent täglich geraucht, aber schon über 15 Prozent rauchen regelmäßig.

Rauchen unter Jugendlichen
Rauchen unter Jugendlichen Foto © (c) APA

Gefragt wurde auch, wo sich die Teenager ihre Glimmstängel besorgen, und das war jeweils unabhängig von der Altersgruppe meist die Trafik. Zu 68 Prozent beschaffen sich demnach die 15-Jährigen dort ihre Packerln, zu 46 Prozent die 14-Jährigen und zumindest 35 Prozent der 13-Jährigen wurden laut ihren Angaben dort mit Zigaretten versorgt. "Neben einer Anhebung des bestehenden Alterslimits auf 18 Jahre müssen deswegen auch 'Mystery Shopper' eingeführt werden, damit die Gesetze eingehalten werden", forderte Neuberger. Derzeit sei es für unter 16-Jährige aber gar nicht in allen Bundesländern rechtlich möglich, Testkäufer zu werden.

Zigarettenautomat als Lieferant

Auch der Zigarettenautomat dient als Lieferant, 49 Prozent der 15-Jährigen nutzen diese Quelle. "Da borgt man sich die Bankomatkarte einfach von einem älteren Bekannten aus", erläuterte Neuberger. Für Bundesleiter Robert Rockenbauer von der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher sind diese Automaten ohnehin etwas, das verboten werden sollte: "Ich werde das Gesundheitsministerium darauf aufmerksam machen, dass hier die EU-Richtlinie verletzt wird." Denn die Schockbilder auf neuen Zigarettenschachteln sollten den Konsumenten eigentlich vom Kauf abhalten. Lässt er das Packerl jedoch aus dem Automaten, erblickt er es erst nach dem Erwerb.

Den Schutz der Jugend machte Rockenbauer auch geltend, als er sich für das Rauchverbot auf der Bühne aussprach. Das Gesundheitsministerium habe hingegen im Vorjahr dieses Verbot auf Theaterbühnen aus dramaturgischen Gründen aufgehoben, ohne dass es dafür eine gesetzliche Grundlage gebe. Daher forderte er von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), diese Raucherlaubnis zurückzunehmen. Rockenbauer gab an, den Fall Mitte September 2016 wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch an die Volksanwaltschaft weitergeleitet zu haben, "die mir bereits mitgeteilt hat, dass ein amtswegiges Verfahren eingeleitet wurde", schloss er.

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Sollen Zigarettenautomaten in Österreich verboten oder zumindest mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen werden?

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Kommentare (21)

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Gertraud Fischer
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Realitätsfremd bis naiv

Ich halte es für ausgesprochen naiv zu glauben, Schockbilder und Gefahrenhinweise auf den Automaten könnten einen Raucher davon abhalten, weiter zu rauchen? Dazu braucht es wirklich andere Maßnahmen oder den Mut , Bevormundung durch Entfernung der Automaten durchzusetzen.

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Arzt1
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Jugendschutz in Österreich rückständig

Die meisten EU-Staaten haben Zigarettenautomaten abgeschafft, nicht wegen fehlender Bildwarnungen oder Umgehung der Werbeverbote, sondern wegen des Jugendschutzes. Denn die elektronische Alterskontrolle hat nachweislich versagt.

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Hohenwanger
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Diese Welt gehört entseucht!

Mit allen raus und aus.
Wir bauen den Tabak selbst wieder an und die Fabrik auch dazu.

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Schwupdiwup
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kann's ja nicht sein..

Ich persönlich halte vom Tabak ja so überhaupt gar nichts, aber von mir aus soll sich jeder Erwachsene rein ziehen, was er will (sofern niemand damit belästigt bzw. gefährdet wird).
Wo sich meine Tolleranz gegenüber dem Tabak aber komplett aufhört, ist die Sache mit den Jugendlichen: Wenn bereits 14% der 15 Jährigen angeben (jeder siebte!) so süchtig zu sein, dass sie jeden Tag rauchen müssen, dann finde ich das einfach nur erschütternd und alarmierend.
Diesem Treiben gehört unbedingt ein Riegel vorgeschoben: Jugendschutzalter auf 18 Jahre erhöhen und drakonische Strafen für Personen, welche Minderjähren einen Zugang zu dieser und/oder anderen Drogen ermöglichen!

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miwi0402
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In Wirklichkeit würden die Trafikanten büßen! Nicht jeder hat so oft Zeit um in die Trafik zu gehen... Und wenn man schon stangenweise kauft, dann eher nicht in Österreich..... Soweit is es oft nicht zum nächsten "Nachbarn", wo man sich ca. 10% spart....

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lieschenmueller
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Mit ein bisschen Hirn fängt man als Jugendlicher gar nicht an mit dem Rauchen

Tut man es aber, beschafft man sich seine Päckchen, Trafik, Gasthaus, Tankstelle etc. Das ist wieder eine typische Aktion aus Brüssel, wo man bei auch sehr wichtigen Angelegenheiten sehr bescheiden im Ergebnis ist. Nett ausgedrückt.

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H260345H
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Die unbelehrbare RAUCHERGARDE

ist zum "Kampf" für Krebs ausgerückt!
Unglaublich, welch blanker Unfug da gepostet wird, wer Rauchwaren kaufen will, soll in die Trafik gehen, und dort sollte das Alter streng kontrolliert werden.
Wie kommen die VERNÜNFTIGEN Leute dazu, sich von absolut rücksichtslosen Rauchern einnebeln und ihre Gesundheit ruinieren zu lassen?

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top8
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in ungarn

wurden die automaten schon vor jahren entfernt, ohne probleme! Das dient vorallem auch dem jugenschutz!

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ADO30
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Jugendschutz

Wenn sich schon Ältere finden, die ihre Bankomatkarte für den Automatenkauf herborgen, werden dieselben Personen dann halt die Zigaretten in der Trafik für die Minderjährigen mitkaufen.

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Zeitgenosse
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vieles was wir

kaufen kann gefährlich sein, auch wenn ich ein Auto kaufe ist es nicht ausgeschlossen dass man einen Unfall baut, hoffe nur dass Autohändler nicht ein Foto von einen Crashauto auf ihre Türen kleben müssen um die dummen Eubürger darauf hinzuweisen!
Es ist nur noch lächerlich was aus Brüssel kommt!

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jbh1qg7gbacn55pum179m0t7qpz9kbfd
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..

wer tschickn will soll tschicken, wer nicht will soll nicht . geht dem staat nichts an. punkt. die eu soll lieber das richtige drogenproblem in den griff bekommen. klingt jetzt vielleicht hart, aber mir ist ein 16 jähriger, der tschickt, 100x lieber als wenn er zugedröhnt in der ecke liegen würde. und wenns um kosten geht. das giftproblem kostet dem gesundheitssystem mit sicherheit das doppelte. wobei, nachdem der staat mit den zig substitolprogrammen der größte gifthändler ist ( sagen sogar die süchtigen), schaut man da natürlich nicht so genau hin...

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Super-Kauz01
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Ist ja klar . . .

Immer schön drauf schauen was die EU sagt Hr. Neuberger. Wir haben ja keine eigene Meinung mehr. Warum schließt man dann nicht gleich die Trafiken? Dort sind die Zahlen der Beschaffung ja höher . . .
Warum fängt man nicht bei den Eltern an? Je mehr verboten wird umso interessanter wird es. Wissen wir doch alle aus unserer Jugend, oder?

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20
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Die EU

Kein Tag ohne neue Wahn-Meldungen aus Brüssel. Weil Tabak in der EU so schlecht wächst, wollen die Kommissare den Tabakanbau wieder subventionieren.

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patriot2010
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Gleich alles vernichten

Trafiken zusperren. Automaten entfernen. Somit gleich wieder hunderte von Arbeitsplätzen vernichten. Den auch die Wartungsfirmen Hersteller dieser Automaten werden dann weniger Einnahmen haben. Und der Trafikant wird sich von Lotto und Zeitschriften allein nicht erhalten könnnen. Zum Glück haben wir die EU.

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Calimero86
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...

Als ob wir sonst keine Probleme haben...

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Und wieder ein Stück Richtung

Entmündigung...

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ostern
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Suchtgift

Zigaretten machen süchtig, das ist erwiesen. Und die Inhaltsstoffe Nikotin und Teer wirken für manche menschliche Organe giftig. Somit sind Zigaretten Suchtgift. Sind jetzt Trafikanten Suchtgifthändler?

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H260345H
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Im weiteren Sinne JA,

aber eben legal, LEIDER!

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Schokolade...

...macht auch süchtig... und jetzt?

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pago88
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Suchtgifthändler

.... zwar überspitzt formuliert - aber auf den Punkt gebracht!

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SeCCi
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hm...

dann müsste die trafiktür/schaufenster aber auch entsprechend beklebt werden.oO

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