Sozialpartner-EinigungHomeoffice, die vergiftete Praline

Der tägliche Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

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Am schönsten sind die Geschenke, die man nicht erwartet. Der Betriebsrat hat mir zu Weihnachten was boshaft Nettes überreicht, marinblaue Hauspatschen, nicht high end, aber auch nicht unhübsch, am ehesten kann man sie sich vorstellen wie die Hauspatschen in den geflochtenen Taschen mittelsuperer Thermenhotels. Das Geschenk war eine bissig-heitere Anspielung auf ein Interview, das ich in einem Branchenmagazin gegeben hatte. Ich wetterte darin gegen die um sich greifende Euphorie des Home Office. Sie dauert noch immer an und erreichte mit der gestrigen Präsentation der Einigung zwischen den Sozialpartnern stimmungsmäßig einen Höhepunkt. Ich bekannte, dass ich die Idealisierung der Heimarbeit über die Krise hinaus für eine Verirrung halte und sprach etwas abfällig vom Schreckbild des Hauspatschenjournalismus.

Kommentare (2)
zweigerl
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2
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Pro Büroflächenprofiteure?

Viel Aufwand, um sich gewerkschaftlich für die Bürotürmevermieter zu engagieren. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass das Durcheinanderreden im Newsroom erkenntnisbefeuernd ist. Hab aber keine Erfahrung und muss auch sagen, dass die äußerhäusige Schreiborganisation kein Argument gegen die Qualität dieses und aller anderen chefredaktionellen Kommentare ist. Muss also mehr dran sein als ein Sukkurs für die Bürpflächenprofiteure.

scionescio
9
26
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+1

Wieder einmal ein besserer Kommentar des Chefredakteurs.