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Rund um Salzburger FestspielePromiauflauf: Von John Travolta bis Michel Houllebecq

Für Prominente, Schöngeister, Adabeis, Lobbyisten und Politiker sind die Salzburger Festspiele eine willkommene Gelegenheit für Tête-à-Têtes in der Stadt Salzburg und ihrer schmucken Umgebung. Von 20. Juli bis 31. August reiht sich ein Society-Termin an den nächsten.

FRANCE-CANNES-FILM-FESTIVAL
Kommt am 20. Juli an den Wolfgangsee: John Travolta © APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
 

Im Ambiente der Festspiele werden honorige Persönlichkeiten und Künstler mit Preisen ausgezeichnet. Politiker treffen sich zu Arbeitsgesprächen, um davor oder danach Aufführungen des Festivals zu besuchen. Für die Bevölkerung, die im Sommer der Salzburger Altstadt gerne den Rücken kehrt, ist die Präsenz von Staatschefs wie Angela Merkel, Theresa May, Emmanuel Macron oder von Königliche Hoheiten wie dem schwedischen Königspaar Carl Gustav und Silvia nichts außergewöhnliches mehr. Die Neugierde ist dennoch groß. Hinter den Absperrungen drängeln sich nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, die das Defilee der Prominenten vor den Festspielhäusern beobachten und fotografieren.

Ein neues Motiv könnte der russische Präsident Wladimir Putin sein. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat ihn bei einem Besuch im Mai in Russland offiziell zu den Salzburger Festspielen eingeladen. Die Paparazzi müssen sich aber noch gedulden. "Er kommt auf keinen Fall heuer", sagte eine Sprecherin der Präsidentschaftskanzlei. Möglich, das Putin zum 100-Jahr-Jubiläum der Festspiele im Jahr 2020 nach Salzburg reist.

Festspiele starten mit "Jedermann"

Der Festspielreigen beginnt am kommenden "Auftaktwochenende". Am 19. und 20. Juli verwandelt sich die Stadt Salzburg beim "Fest zur Festspieleröffnung" an 31 Spielorten zur Bühne. Bei der "Jedermann"-Premiere am 20. Juli müssen sich Tobias Moretti und die neue Buhlschaft Valery Tscheplanowa mit dem Tod auseinandersetzen, um danach beim Bieranstich während der Premierenfeier wieder das Leben zu genießen.

Am 20. Juli steigt auch ein großes Society-Event am Wolfgangsee. Es handelt sich um den europäischen Ableger der "Oscars der Fliegerszene" mit Hollywoodstar John Travolta als Ambassador of Aviation. Ob der US-Schauspieler auch die Festspiele besucht, darüber kann noch gerätselt werden. Travolta wird bei der "Living Legends of Aviation Gala" in der Scalaria in St. Wolfgang Persönlichkeiten ehren, die sich um die Fliegerei verdient gemacht haben. Weniger profan geht es am 20. Juli im Erzbischöflichen Palais zu, wenn Erzbischof Franz Lackner und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler als Einstimmung für die Konzertreihe "Ouverture spirituelle" die Ausstellung "Lacrimae" des französischen Künstlers Michel Pochet eröffnen.

Feierlich wird es auch am 26. Juli, wenn der französische Schriftsteller Michel Houellebecq den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur überreicht bekommt. Am Abend werden bei zwei honorigen Tischgesellschaften wichtige Netzwerke geknüpft: Die Internationale Salzburg Association (ISA), eine Plattform für Freunde und Förderer Salzburgs aus aller Welt, lädt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kunst ins historische Schloss Leopoldskron, dem Geburtshaus der Salzburger Festspiele. Und die Industriellenvereinigung gibt einen Empfang im Restaurant M32 am Mönchsberg.

Das "echte" Eröffnungswochenende

Die Tage rund um die offizielle Eröffnung der Salzburger Festspiele am 27. Juli in der Felsenreitschule zählen jedenfalls zu den gesellschaftlichen Höhepunkten. Für Brigitte Bierlein ist es eine Premiere, wenn sie erstmals als Bundeskanzlerin am 27. Juli in der Felsenreitschule ihre Grußworte an das Publikum richtet, darunter rund acht Minister der aktuellen Bundesregierung. Staatsoberhäupter aus dem Ausland sind heuer nicht zugegen, aber eine Reihe von Botschaftern diverser Länder, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).  US-Starregisseur Peter Sellars, auserkoren für die Festrede, referiert über den Klimawandel in seiner Muttersprache. Anschließend wird Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Festspiele 2019 eröffnen. Am Abend geht unter Sellars Regie die Premiere der Mozart-Oper "Idomeneo" in der Felsenreitschule über die Bühne.

Spaßiges abseits der Festspiele

Am 28. Juli steht der Spaßfaktor im Mittelpunkt, wenn beim "Gössl Dirndlflugtag" die Kontrahenten von einem Drei-Meter-Turm in Trachtenkleidung springen. Ex-Skirennläuferin und "Dancing Stars"-Gewinnerin Lizz Görgl sowie Schauspieler Alexander Held gehören diesmal der Jury an. Modebewusste treffen sich am 29. Juli bei der "Fashion Night" in der Brandboxx in Salzburg-Bergheim.

Auf musikalische Höhepunkte von Antonin Dvorak bis Giuseppe Verdi können sich am 1. August die Besucher der "Gala-Soiree" der Salzburger Festspiele im Carabinierisaal der Fürsterzbischöflichen Residenz freuen. Hochkarätige Sänger wie Joel Prieto, Luca Salsi und Marina Rebeka werden Arien zum Besten geben. Zwei-Sterne-Koch Bobby Bräuer kocht ein fünfgängiges Gala-Menü. Der Reinerlös der Veranstaltung fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

Ein kulinarisches Erlebnis wird auch das traditionelle Schwammerlessen für VIPs im Hotel Sacher sein, das voraussichtlich wieder im August stattfindet. Gastgeber sind Elisabeth Gürtlers Tochter Alexandra und ihr Ehemann Matthias Winkler. Zu den Stammgästen gehören Stanglwirt Balthasar Hauser, Medien-Manager Hans Mahr, Unternehmerin Elisabeth Schaeffler, Bankier Heinrich Spängler sowie Festspielprotokollchefin Suzanne Harf und Schauspielerin Sunnyi Melles.

Bei den Gastronomen herrscht in der Festspielzeit ohnehin Ausnahmezustand. Einige Restaurants und Bars verlängern in der Salzburger Altstadt ihre Öffnungszeiten. Festspielgäste seien bei vielen Unternehmern "gern gesehene Kunden", ließ der Tourismusverband Salzburger Altstadt wissen.

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