Warum tut sich die Gesellschaft 2023 immer noch schwer, Frauen in Führungspositionen anzuerkennen?
VERA STEINHÄUSER: Ich spreche in solchen Fällen gerne von dem Konzept "Competence - Likability" und dem Hang der Gesellschaft, Menschen eines bestimmten Geschlechts entweder "typisch männliche" oder "typisch weibliche" Attribute zuzuschreiben. Männer werden unter anderem eher mit der Fähigkeit für analytisches Denken in Verbindung gebracht. Mit Frauen werden auf der anderen Seite eher Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen und Empathie in Verbindung gebracht. Zeigt nun eine Frau allerdings eher von der Gesellschaft zugewiesene "typisch männliche" Attribute, beeinflusst das in weiterer Folge ihre "Likability", also die Art und Weise, wie die Person auf zwischenmenschlicher Ebene in Unternehmensstrukturen wahrgenommen wird.