Einer Bratwurst sieht man die Qualität nicht unbedingt auf den ersten Blick an. Daher ließen die AK-Konsumentenschützer 17 Schweinsbratwürstel, davon zwölf gebrühte sowie fünf rohe Produkte, im Labor mikrobiologisch und sensorisch untersuchen.
Die abschließende Beurteilung erfolgte unter Berücksichtigung des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes sowie der berechtigten Verbrauchererwartung.

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Herz­haft zugreifen heißt es bei 10 der insgesamt 17 getesteten Bratwurstproben – so oft stellten die Experten nämlich ein einwandfreies Zeugnis aus. Fünf Produkte wurden als wertgemindert eingestuft. Als Beanstandungsgrund waren einerseits mikrobiologische Abweichungen zu nennen. Zum anderen wiesen drei der Proben auch sensorische Mängel auf. Bei einer dieser Proben stellten die Experten einen derart fremdartigen, sauren und alten Geruch fest, dass sie die Verkostung sogar ablehnten.

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Nicht bestanden haben den Qualitätscheck sowohl eine rohe als auch eine gebrühte Bratwurst. Beide wiesen Mängel in puncto Geruch und Geschmack auf. Zudem zeigten die mikrobiologischen Analyseergebnisse eine Überschreitung des Warnwertes an Enterobakterien. Daraus lässt sich auf mangelhaftes Ausgangsmaterial oder unzureichende Personalhygiene schließen. Zwar sind derartige Testergebnisse unerfreulich, bei sorgfältiger Küchenhygiene und sachgemäßer Erhitzung ist jedoch von keiner Gesundheitsgefährdung auszugehen.

Preissteigerungen

Neben der Qualität haben die Konsumentenschützer auch die Preise verglichen. Die gebrühten Würste im Test kosteten je Kilo­gramm zwischen 9,38 und 16,65 Euro, die rohen zwischen 11,90 und 19,90 Euro. Im Vergleich zum Test aus dem Jahr 2019 ist im Durchschnitt eine Preissteigerung von knapp 10 Prozent zu verzeichnen.

Grundsätzlich unterscheidet man rohe und gebrühte Bratwürste. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Haltbarkeit der Würste. Denn, wie der Name schon sagt, werden rohe Bratwürste im Gegensatz zu den gebrühten nicht vorerhitzt und sind daher nur eine sehr begrenzte Zeit haltbar. Gebrühte Würste sind im Vergleich dazu wesentlich einfacher zu handhaben. Über die genaue Haltbarkeit gibt das Verbrauchs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum Auskunft. Rohe Bratwürste, die beim Fleischhauer ohne Verpackung und aufgedrucktes Verbrauchsdatum gekauft werden, sollten noch am selben Tag verzehrt werden. Verlängern lässt sich die Haltbarkeit durch Einfrieren.

Wie erkennt man frische Bratwürstel?

Grundsätzlich sollten Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Augen und Nase nutzen. Frische rohe Bratwürste besitzen in der Regel eine zartrosa Fleischfarbe. Gebrühte Würste wirken meist etwas bleicher und steifer. Skepsis ist angesagt, wenn sich bereits ein säuerlicher Geruch bemerkbar macht und/oder sich trübe Flüssigkeit in der Packung abgesetzt hat.

Bratwürste bestehen aus rund einem Viertel Fett und liefern, laut Nährwertangaben im Test durchschnittlich etwa 300 kcal pro 100 Gramm. Grundmaterial für alle Bratwürstel ist zumeist Schweinefleisch und Speck – manchmal auch Rindfleisch, welches in Natur- oder Kunstdärme gefüllt wird.  Bratwürste, die unter der Bezeichnung "Kalbsbratwürstel" oder "Kalbsbratwurst" am Markt sind, müssen darüber hinaus einen Mindestanteil von 38 Prozent Kalbfleisch aufweisen. Gewürzt wird in der Regel mit Salz, Pfeffer, Muskat, Kümmel und Majoran. Aber auch Kardamom, Knoblauch, Piment oder zart geschnittene Zitronenschalen finden sich in manchen Rezepturen.