Fieberthermometer im Test Stabthermometer: Vorsicht bei Nickelallergie!

Rechtzeitig vor der Grippesaison: Die Stiftung Warentest hat Fieberthermometer unterschiedlicher Art getestet und auf Schadstoffe untersucht. Drei beliebte Produkte enthalten Nickel. Worauf Sie beim Kauf achten sollten.

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Mit einem digitalen Stabthermometer lassen sich, im Po gemessen, die genauesten Werte ermitteln © (c) Wellnhofer Designs - stock.adobe
 

Die Stiftung Warentest hat 20 Fieberthermometer getestet – davon 3 Ohr-, 6 Infrarot-Stirn- und 3 kombinierte Ohr-/Stirn-Thermometer sowie 8 Stabthermometer. Geprüft wurden Messgenauigkeit, Handhabung und Schadstoffe. Eines gleich vorweg: „Auch günstige Modelle liefern zuverlässige Ergebnisse und überzeugen in der Praxis. Entscheidend ist aber die korrekte Handhabung“, sagen die Tester. Unter Laborbedingungen war die Messgenauigkeit bei fast allen Geräten gut oder sehr gut – etwa bei unterschiedlichen Raumtemperaturen und nachdem sie jeweils 24 Stunden bei 30 Grad und 10 Grad in einer Klimakammer gelegen waren.

Besonders gut kamen die Probandinnen und Probanden mit dem Boso-Stabthermometer klar. Doch im Labor stellte sich heraus, dass die Messspitze Nickel abgibt. Das Metall kann Allergien auslösen. Auch die Produkte von Geratherm (rapid) und aponorm (Sensitive) geben Nickel ab, was Allergien auslösen kann. Wer bisher auf Nickel nicht allergisch reagiert hat, müsse aber nicht befürchten, dass sich das durchs Fiebermessen ändert. Hier geht es zu den kostenpflichtigen Testergebnissen in der Zeitschrift Konsument.

Richtig Fieber messen - darauf kommt es an

Der Verein für Konsumenteninformation hat die wichtigsten Tipps zum richtigen Fiebermessen zusammengestellt:

  1. Vor dem Messen akklimatisieren
    Wer draußen in der Kälte war oder vom Sport erhitzt ist, sollte mit dem Fiebermessen eine halbe Stunde warten. So kann sich der Körper bei Raumtemperatur akklimatisieren. Nachts ist die Körpertemperatur übrigens niedriger als am Tag, und am späten Nachmittag ist sie höher als in der Früh.
  2. Messung im After
    Mit einem digitalen Kontaktthermometer (Stabthermometer) lassen sich, im Po gemessen, die genauesten Werte ermitteln. Es genügt dabei, nur die Messspitze einzuführen, also ein bis zwei Zentimeter. Hände und Thermometer nach dem Messen gründlich mit einem weichen Tuch und Desinfektionsmittel reinigen.
  3. Messung im Mund
    Im Mund können mit einem Stabthermometer ebenfalls verlässliche Messwerte erzielt werden. Dazu das Fiebermessgerät erst sorgfältig reinigen und dann unter der Zunge möglichst weit nach hinten führen; den Mund schließen. Vorn im Mund lässt sich kein zuverlässiges Messergebnis erzielen. Werden heiße oder kalte Speisen unmittelbar vor dem Fiebermessen verzehrt, kann dies die Resultate verfälschen.
  4. Messung unter der Achsel
    Dabei wird das Stabthermometer unter die Achsel geschoben und der Arm eng am Körper gehalten. Aufgrund der oft zu ungenauen Ergebnisse raten Fachleute von dieser Messart ab.
  5. Messung im Ohr
    Im Ohr lässt sich die Temperatur mit einem Ohr-/Stirnthermometer gut ermitteln. Das Messen klappt jedoch nur, wenn der Sensor an der Messspitze die Wärmestrahlen des Trommelfells erfassen kann, aus denen dann die Körpertemperatur ermittelt wird. Zieht man das Ohr leicht nach hinten und oben, ist eine genauere Messung möglich.
  6. Messung an der Stirn
    Mit einem Stirnthermometer zu messen ist einfacher als die Messung im Ohr. Der Mess-Sensor berührt die Haut direkt; bei kontaktlosen Infrarotthermometern wird er in zwei, drei Zentimetern Entfernung vor die Stirn gehalten. So fängt das Thermometer die abgestrahlte Körperwärme ein. Schweiß oder Schmutz auf der Haut beeinflussen die Strahlung und können das Resultat verzerren. Am besten ist es, auf trockener Haut zu messen.

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