Im Praxis-Test Blutdruckmessgeräte: Nicht einmal jedes zweite ist gut

Wer seinen Blutdruck selbst kontrolliert, ist auf ein zuver­lässiges Gerät angewiesen. Ein solches ist leider nicht leicht zu finden, wie ein aktueller Test zeigt: Die Stiftung Warentest nahm 16 Geräte unter die Lupe – nur sieben davon waren insgesamt „gut“.

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© (c) Prostock-studio - stock.adobe.com (Konstantin Postumitenko)
 

Vor allem Menschen ab 60 tun gut daran, ihren Blutdruck selbst zu messen. Die regelmäßige Kontrolle zu Hause sagt wesentlich mehr über den eigenen Gesundheitszustand aus als gelegentliches Messen beim Arzt. Zudem bleibt Bluthochdruck vielfach zunächst ohne spürbare Symptome. Je ­später man ihn entdeckt, desto mehr Schäden kann er im Körper anrichten. Blut­hochdruck beginnt laut Definition ab 140/90 mmHg. Aber kann man sich auf die Ergebnisse herkömmlicher Blutdruckmessgeräte auch wirklich verlassen?

Hier geht es zu den vollständigen, kostenpflichtigen Testergebnissen in der Zeitschrift „Konsument“

Die Konsumentenschützer der Stiftung Warentest wollten es genau wissen und machten einen Praxistest mit zehn Oberarmgeräten und sechs für das Handgelenk. Das Ergebnis: Sechs der Geräte für den Oberarm und eines fürs Handgelenk schnitten insgesamt „gut“ ab. In der Prüfung der Messgenauigkeit schafften zwar auch diese Geräte nur die Note „durchschnittlich“, für Verlaufskontrollen des Blutdrucks seien sie jedoch, wie die Konsumentenschützer betonen, völlig ausreichend. Auch bei Arztgeräten seien Abweichungen von einigen „Millimeter Quecksilbersäule“ (mmHg) möglich. „Für die Selbstmessung ist eine gewisse Abweichung akzeptabel.“

Die Testsieger

Das einzige „gute“ Handgelenkgerät:
Omron RS7 Intelli IT (mit Smartphone koppelbar)

Der Punktesieger bei den Geräten für den Oberarm ist Boso Medicus X

Dass Oberarmgeräte besser abschneiden, hängt unter anderem damit zusammen, dass sie, wenn die Manschette korrekt angelegt ist, automatisch auf Herzhöhe messen. „Bei Handgelenk­geräte müssen die Nutzer die Manschette erst in diese Position bringen, indem sie den Arm korrekt anwinkeln. Geschieht dies nicht, sind Messfehler vorprogrammiert“, erklären die Tester. Zwei Handgelenkgeräte lassen sich übrigens mit dem Smartphone koppeln. Die zugehörige App führt automatisch ein Blutdrucktagebuch mit Kurvenverläufen und ist, wie die Konsumentenschützer betonen, unter dem Aspekt des Datenschutzes unbedenklich. Wichtiger Zusatz: „Auch herkömmliche Blutdruckmessgeräte speichern Werte, meist jedoch nur einzeln oder mit Mittelwert. Fast alle bieten eine Skala, um die Werte einzuordnen.“

Tipps zum Blutdruckmessen

  1. Konstante Bedingungen: Messen Sie möglichst immer zur selben Zeit, etwa ­morgens vor dem Frühstück, vor dem ersten Kaffee, bevor Sie blutdrucksenkende Medikamente nehmen. Messen Sie immer am ­selben Arm. An welchem und wie oft Sie ­messen, können Sie mit dem Arzt besprechen. 
  2. Ruhig werden: Setzen Sie sich vor dem Messen für einige Minuten hin und kommen zur Ruhe. Sitzen Sie aufrecht, leicht angelehnt und stellen Sie die Beine nebeneinander.
  3. Manschette richtig anlegen: Sie darf nicht zu locker und nicht zu fest sitzen, möglichst auf nackter Haut. Krempeln Sie die Ärmel nicht hoch, sondern ziehen Sie dicke Kleidung vorher aus. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob die Manschette zu Ihrem Armumfang passt.
  4. Richtige Position: Bei Oberarmgeräten sitzt die Manschette automatisch richtig, wenn der Arm entspannt mit der Hand­fläche nach oben auf dem Tisch liegt. Beim Handgelenkgerät müssen Sie den Arm anwinkeln, damit die Manschette auf Herzhöhe gebracht wird.
  5. Ruhig bleiben: Sprechen oder essen Sie beim Messen nicht, halten Sie Arme und Beine ruhig. Falls Sie nochmal messen – etwa, weil Ihnen ein Wert ungewöhnlich vorkommt –, sollten Sie zwischen den Messungen eine kurze Pause einlegen.
  6. Werte sammeln: Um Veränderungen erkennen zu können, ist es wichtig, die Werte zu dokumentieren. Das kann automatisch per App oder analog auf Papier geschehen.
  7. Arzt informieren
    Nehmen Sie die Werte mit zum Arzt. Sagen Sie ihm, wenn Ihr Gerät wiederholt einen unregelmäßigen Puls anzeigt. Das kann auf eine Herzrhythmus­störung hindeuten – muss aber nicht.

 

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