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UnverträglichkeitFodmaps? Diese Nahrungsmittel machen Bauchschmerzen

Eine Gruppe von Kohlenhydraten macht Menschen mit Reizdarm Probleme: Wie man auf Fodmaps verzichtet und warum daraus keine Mode-Diät werden sollte.

Weizen & Co.
Weizen & Co. © ferkelraggae - stock.adobe.com
 

10 bis 15 Stuhlgänge pro Tag, starke Blähungen, Schmerzen oder hartnäckige Verstopfung: So können die Beschwerden eines Reizdarmpatienten aussehen - und das, obwohl der Darm organisch gesund erscheint. Weder bei einer Darmuntersuchung noch bei Laborwerten lassen sich Veränderungen feststellen.

Der Reizdarm ist eine Volkskrankheit, bis zu 20 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Die Beschwerden können so massiv sein, dass Betroffene nicht mehr arbeiten können. „Auch kommt es oft zum sozialen Rückzug“, sagt Diätologin Ilse Weiß - vor allem, wenn die Beschwerden mit dem Essen zusammenhängen. Mit den Fodmaps wurde eine Gruppe von Kohlenhydraten identifiziert, die bei Reizdarmpatienten zu Beschwerden führen.

Weizen, Milchzucker

Sie stecken in Getreide wie Weizen, in Form von Fruktose in vielen Obstsorten, als Milchzucker in Joghurt oder Topfen. Mit dem Begriff Fodmaps (siehe Infobox) wird eine große Gruppe von Kohlenhydraten zusammengefasst, die eines gemeinsam haben: „Diese Kohlenhydrate werden nicht im Dünndarm durch Enzyme verdaut, sondern wandern in den Dickdarm und werden dort von Bakterien abgebaut.“

Dabei entsteht: Luft. Das passiert bei Patienten mit und ohne Reizdarm, aber: Menschen mit dem Reizdarmsyndrom haben ein hypersensibles Nervensystem im Darm, sie empfinden schon bei sehr geringer Dehnung durch die entstehende Luft starke Schmerzen. „Isst ein Gesunder Fodmaps im Übermaß, wird er auch Blähungen bekommen“, sagt Weiß - man kenne das typischerweise von Zwiebeln, Hülsenfrüchten oder Lauch. „Aber Gesunde haben nicht diese Beschwerden des Reizdarmpatienten.“

Fodmaps ganz wegzulassen, würde die Darmflora verändern.

Ilse Weiß, Diätologin

Auch Hypnose gehört zur Therapie

Nun muss klargestellt werden: Fodmaps sind nicht die Ursache des Reizdarmsyndroms, diese ist noch nicht geklärt. „Wir wissen aber, dass bei Patienten die Darmflora verändert ist, die Bewegungen des Darms sind gestört und die Nerven im Darm reagieren hypersensibel.“ Eine Fodmap-Diät ist demnach nur eine von mehreren Möglichkeiten in der Therapie - dazu zählt auch die Hypnose, da manche Patienten psychische Traumata haben. Durch die Hypnose wird eine tiefe Entspannung erreicht und die Kommunikation zwischen Bauchhirn und Kopfhirn wieder verbessert.

Eine Fodmap-Diät ist laut Weiß nur dann sinnvoll, wenn Patienten nach dem Essen Beschwerden haben. Die Diät beginnt mit einer strengen Phase von vier bis acht Wochen, in der Fodmaps komplett gemieden werden. „Danach werden einzelne Lebensmittelgruppen in kleinen Mengen gegessen, um zu testen: Wie hoch ist meine Toleranzmenge?“, erklärt Weiß.

Was sind Fodmaps?

Die Abkürzung Fodmap steht für:

  • Fermentable (rascher Abbau durch Darmbakterien)
  • Oligosaccharide (Mehrfachzucker)
  • Disaccharide (Laktose)
  • Monosaccharide (Fruktose)
  • and Polyole (Zuckeralkohol)

Keine Modediät!

Es sollte nämlich keinesfalls so sein, dass diese Kohlenhydrate für immer gemieden werden: Sie sind Futter für die Bakterien in unserem Darm und tragen damit zur gesunden Darmflora bei. „Fodmaps ganz wegzulassen, würde die Darmflora verändern“, sagt Weiß. „Und das würde bei Menschen mit Darmbeschwerden zu noch mehr Problemen führen.“

Was ein Verzicht auf Fodmaps jedenfalls nicht werden sollte: eine Modediät! „Die Diät ist eine Therapie und sollte immer unter Anleitung eines Experten gemacht werden“, sagt Weiß. Und: Die genaue Abklärung davor sei auch wichtig - was löst die Probleme wirklich aus? Schließlich gibt es eine ganze Reihe an Unverträglichkeiten, die zu Darmbeschwerden führen können.

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