Myokarditis & PerikarditisStudie zeigt geringes Herz-Risiko bei Moderna-Impfung

Die Studie basiert auf Bevölkerungsdaten für ganz Dänemark, was die Aussagen äußerst belastbar macht.

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Covid, Impfung, Mykarditis, Moderna
© (c) imago images/Sven Simon (Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de)
 

Die Covid-Impfung des US-Herstellers Moderna birgt einer breit angelegten Studie zufolge ein geringes Risiko für meist nicht schwerwiegende Herzprobleme. Eine am Freitag in der medizinischen Fachzeitschrift "British Medical Journal" veröffentlichte Studie kam zwar zu dem Ergebnis, dass eine Moderna-Impfung "mit einem höheren Risiko für Myokarditis oder Perikarditis verbunden" sei. Die Studie bestätigt somit auch frühere Erkenntnisse – allerdings basiert sie auf Bevölkerungsdaten für ganz Dänemark und ist somit deutlich belastbarer als andere Untersuchungen.

Myokarditis und Perikarditis sind Entzündungen des Herzens. Die erste betrifft das Myokard, den wichtigsten Herzmuskel, und die zweite das Perikard, die Membran, die das Herz umhüllt. Aufgrund früherer Berichte hatten die Behörden in mehreren Ländern die Impfung mit Moderna für bestimmte Bevölkerungsgruppen eingestellt.

0,0005 Prozent betroffen

Der Studie zufolge ist das Risiko einer Entzündung besonders bei Menschen im Alter von 12 bis 39 Jahren erhöht. Der Bericht stellt allerdings fest, dass von den Geimpften, die eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung entwickelten, "nur einige wenige" einen schweren Krankheitsverlauf erlitten. Die Forscher betonten, dass diese Herzprobleme selten sind. Auch bei den unter 40-Jährigen, die mit Moderna geimpft wurden, waren nur etwa 0,005 Prozent davon betroffen.

Von den 21 Personen, bei denen innerhalb eines Monats nach der Impfung mit Moderna eine Myokarditis oder Perikarditis diagnostiziert wurde, konnte mehr als die Hälfte innerhalb von 72 Stunden aus dem Krankenhaus entlassen werden. Keiner der Patienten starb oder erlitt Herzversagen. Grundsätzlich ist das Risiko eine Myokarditis zu entwicklen, nach einer Covid-19-Erkrankung höher als nach einer Impfung – wie wir hier erklärt haben.

Die Forscher untersuchten auch das Risiko entsprechender Entzündungen beim Impfstoff von Biontech/Pfizer. Demnach war diese Impfung nur bei Frauen mit einem erhöhten Risiko verbunden. Die Forscher stellten sogar fest, dass Geimpfte bei beiden Vakzinen ein geringeres Risiko hatten, an einem Herzstillstand zu sterben, als Ungeimpfte. Zusammengefasst unterstütze die Studie den "allgemeinen Nutzen einer solchen Impfung auf individueller, gesellschaftlicher und globaler Ebene", schlussfolgerten die Autoren.

Kommentare (4)
hhaidacher
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0,0005 Prozent betroffen

Liebe Redaktion, wie viel

% von Kindern unter 18 Jahren
% von Menschen 19 bis 30 Jahren
% von Menschen zwischen 31 und 50 Jahren
% von Menschen zwischen 51 und 69 Jahren
% von Menschen über 70 Jahren

sind in % von einem schweren Verlauf mit Aufenthalt auf der Intensivstation betroffen?

Wäre schön, hier einen VERLEICH zu haben.

Da wir alle aktuell gerade impfen, wäre der Vergleich hier sinnvoll, für welche Altersklasse die Risiken für und gegen die Impfung sprechen.

Vielen DANK!
mfG

griesbocha
4
4
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Ein hhaidacher denkt tatsächlich, die Redaktion hat nichts besseres zu tun.

Die Herzmuskelentzündungsfälle sind auch nicht auf der Intensiv gelandet.
Deinen verworrenen Vergleich bitte selbst aufstellen.

Vielen DANK!
mfG

hhaidacher
4
3
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Es geht mir um die objektive Berichterstattung

bei den Infizierten erhalten wir immer GANZE Zahlen ohne Bezug zu % der Bevölkerung
bei Nebenwirkungen der Impfungen heißt es jetzt 0, 0005% ?

Das ist nicht objektiv.

Wenn die Fälle auf Intensiv so berichtet werden, liegen auch nur 0,00000 x % der Bevölkerung auf ITS etc. und jemand unter 40 Jahren hat auch ein 0,000 x % Wahrscheinlichkeit an Corona schwer zu erkranken.

Diese Verhältnisse wären doch interessant zu wissen, ob für einen jungen Mann mit 30 die Impfung und Gefahr einer Nebenwirkung kleiner oder größer ist als die Wahrscheinlichkeit eines schwerden Verlaufs.

neuer mann
3
7
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sinnerfassend lesen wäre hilfreich

im artikel steht:
Auch bei den unter 40-Jährigen, die mit Moderna geimpft wurden, waren nur etwa 0,005 Prozent davon betroffen.
und weiter:
Von den 21 Personen, bei denen innerhalb eines Monats nach der Impfung mit Moderna eine Myokarditis oder Perikarditis diagnostiziert wurde, konnte mehr als die Hälfte innerhalb von 72 Stunden aus dem Krankenhaus entlassen werden. Keiner der Patienten starb oder erlitt Herzversagen. Grundsätzlich ist das Risiko eine Myokarditis zu entwicklen, nach einer Covid-19-Erkrankung höher als nach einer Impfung
mit anderen worten: impfen ist besser!