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Geringes Aufkommen Warum Gelsen heuer noch nicht stechen

Gerade kurz vor dem Einschlafen sind sie nur schwer zu überhören: die Gelsen. Dieses Jahr scheint sich ihr Auftreten in Österreich aber zu verzögern. Vorsorgen sollte man trotzdem.

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Gelse; Stich; Sommer
Ein unerwünschter Gast an einem lauen Sommerabend: die Gelse. © mycteria - stock.adobe.com
 

Den Stechmücken in Wien war der Frühling zu nass und zu kalt. "Im Gegensatz zu früheren Jahren registriert der Stechmückenmonitor der Stadt Wien ein sehr geringes Aufkommen heimischer Gelsenarten", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Stadt Wien. Der Beginn der Saison dürfte sich demnach auch verzögern. Ähnliches dürfte auch für Kärnten und die Steiermark gelten.

Jährliche Überwachung 

Seit vier Jahren werden durch die veterinärmedizinische Universität Daten wie Insektendichte, mögliche Virusbelastung, Temperaturentwicklung und Mückenart von Mai bis September gesammelt und monatlich ausgewertet. "Ziel ist es, damit möglichst früh die Entwicklung von virusbelasteten Populationen etwa mit dem West Nil Virus zu erkennen und das Übertragungsrisikos abzuschätzen", so die Stadt Wien. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist ein frühzeitiges Erkennen von neuen "invasiven Spezies".

Obwohl es derzeit nur ein geringes Aufkommen der Gelsen gibt, kann man doch bereits jetzt einer Verbreitung entgegenwirken. Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Gelsenplage ist es etwa, die Brutplätze zu reduzieren. Eine öffentliche Grünfläche, ein privater Garten oder ein begrünter Balkon- überall dort können kleinste Wasseransammlungen wie in Topfuntersetzern, Abdeckplanen oder Regentonnen schon zu Brutstätten werden. "Wichtig ist regelmäßig das Wasser an diesen Stellen zu entfernen, sodass sich erst gar nicht Gelsen aus den Larven entwickeln können, riet Sabine Walser von der MA 24 - Landessanitätsdirektion.

Gefährliche Exoten 

Neben den heimischen Gelsen beobachten die Experten auch die Verbreitung der Tigermücke. Diese kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, wo sie auch als Krankheitsüberträger etwa von Chikungunya-, oder Dengue-Viren bekannt ist und im Gegensatz zu heimischen Gelsenarten auch tagsüber aktiv ist. "Derzeit besteht in Österreich kein Risiko sich anzustecken, da die Viren hier nicht endemisch auftreten und die Tigermücke nur über den Stich beim Menschen den Virus aufnehmen kann", beruhigte die MA 24. In Ländern mit hohem Vorkommen von Tigermücken - wie Italien oder Frankreich - wurden aber bereits Krankheitsübertragungen dieser Erreger im Wege infizierter Reiserückkehrer beobachtet.

Die asiatische Tigermücke gelangte vor allem mit Gütertransporten nach Europa. Aus Südeuropa wurden erwachsene Tiere (aber auch Eier) in Autos und Lastwagen weiter nach Norden transportiert. Aufgrund dieses Verbreitungswegs wurde Aedes albopictus während der vergangenen Jahre in Österreich, Deutschland und der Schweiz insbesondere entlang von nach Südeuropa führenden Autobahnen gefunden.

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